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BLIKK-Studie zur Mediennutzung: Die meisten Kita-Kinder spielen täglich auf dem Smart
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Wie wirken sich digitale Medien auf Heranwachsende aus? Kinderärzte haben in Deutschland rund 5500 Kinder und Jugendliche untersucht und ihre Eltern befragt.

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crazy_swayze 29.05.2017, 13:38
1.

Ein Kind sollte kein Smartphone besitzen. Ein Jugendlicher, ok, aber Kinder sollten draußen spielen, ihre Hausaufgaben machen und Bücher lesen.
Die Zeiten, die ein Kind mit digitalen Medien verbringt, sind zu kontrollieren. Man kann natürlich auch bewusst mal 2 Stunden während eines Linienflugs dem Kind ein Tablet in die Hand drücken, um es abzulenken, weil es dort sonst nix zu tun gibt.
Aber täglich über 30 Minuten Handyspielereien? Da machen es sich viele Eltern zu einfach.

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santoku03 29.05.2017, 13:50
2.

Hier einen kausalen Zusammenhang zu vermuten, wäre zumindest sehr gewagt. Eher ist anzunehmen, dass sowohl die intensive Smartphone-Nutzung als auch die genannten Entwicklungsstörungen eine gemeinsame Ursache haben, nämlich die systematische Vernachlässigung der Kinder in bildungsfernen Schichten. Das ließe sich sicher auch problemlos nachweisen, würde man die Daten mal mit den Familiendaten der Kinder verknüpfen. Aber dann wäre es ja kein Brüller für unsere "Drogenbeauftragte" geworden.

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ohnefilter 29.05.2017, 13:58
3. Einfache Lösung

Uwe Büsching vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte forderte, dass eine Medienanamnese und eine qualifizierte Medienberatung zukünftig die Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt ergänzen müsse. So einfach ist das.

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MartinS. 29.05.2017, 14:00
4. ...

Die Studie zieht überraschend realistische Schlussfolgerungen und begeht nicht den sonst durchaus so beliebten Kardinalsfehler direkt von einem statistischen Zusammenhang auch auf Ursache/Wirkung zu schlussfolgern.... ebenso wie die tatsächlich lebensnahe Erkenntnis, dass ein generelles Verbot von digitalen Medien (egal, ob jetzt an Spartphone, Tablet, Spielkonsole oder Fernseher) eher kontraproduktiv wäre.
Ja, der richtige Umgang mit diesen Medien muss erlernt werden... und damit ist nicht das Bedienen der Geräte oder der Software gemeint, sondern die Integration in ein ausgewogenes Sozialverhalten.
Wenn man das aufsparen will, bis die Kinder "das richtige Alter" erreicht haben, so vergrößert sich eher das Risiko, dass es dann mehr aus dem Ruder läuft, weil man weniger Kontrolle und die Kids eben kaum Erfahrungen haben, aber halt durch das lange Verwehren eine große Neugierde.

Momentan habe ich eher den Eindruck, dass es vielen der eigentlich Erwachsenen sehr schwerfällt, einen natürlichen Umgang mit diesen Medien zu entwickeln. Da fällt es so einigen schwer, das Ding überhaupt mal aus der Hand zu legen, und nicht sofort panisch danach zu greifen, wenn es nen Piepser von sich gibt.
Es sind eher NICHT die Kinder, die überhaupt kein Gefühl dafür haben, dass man nicht jeden Unsinn auf facebook oder whatsapp verbreiten muss... sich bei jedem Mist fotografieren und alles kommentieren. Da tun sich eher die "Großen" sehr schwer, das in einem vernünftigen Ausmaß zu kontrollieren.

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christian-h 29.05.2017, 14:07
5. Angabe

Zitat von santoku03
Eher ist anzunehmen, dass sowohl die intensive Smartphone-Nutzung als auch die genannten Entwicklungsstörungen eine gemeinsame Ursache haben, nämlich die systematische Vernachlässigung der Kinder in bildungsfernen Schichten.
Wie kommen Sie darauf, das es nur Kinder aus bildungsfernen Schichten betrifft?
Die Kinder aus nicht bildungsfernen Schichten haben zusätzlich zum Smartphone noch, Tablets, Xbox, Playstation... und das soll jetzt besser sein?

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Crom 29.05.2017, 14:09
6.

Zitat von crazy_swayze
Ein Kind sollte kein Smartphone besitzen. Ein Jugendlicher, ok, aber Kinder sollten draußen spielen, ihre Hausaufgaben machen und Bücher lesen.
Smartphones sind die Bücher von heute. Warum sollten Smartphones schlecht, Bücher aber gut sein?

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jela0002 29.05.2017, 14:17
7. Ruhe aushalten

Zitat crazy_swayze:
"Man kann natürlich auch bewusst mal 2 Stunden während eines Linienflugs dem Kind ein Tablet in die Hand drücken, um es abzulenken, weil es dort sonst nix zu tun gibt. "
Das muss man als Kind auch lernen, wie es ist ohne Unterhaltung. Runter kommen, Ruhe...

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santoku03 29.05.2017, 14:24
8.

Zitat von christian-h
Wie kommen Sie darauf, das es nur Kinder aus bildungsfernen Schichten betrifft? Die Kinder aus nicht bildungsfernen Schichten haben zusätzlich zum Smartphone noch, Tablets, Xbox, Playstation... und das soll jetzt besser sein?
Sie geben mir ja indirekt Recht mit Ihrer Vorstellung, es gebe keine anderen Dinge, mit denen Kinder sich befassen könnten, als elektronische Spielzeuge. Jedoch ist es so, dass in Familien in denen Kinder gefördert werden (und sei es auch nur durch Zuwendung anstatt Parken vor dem Smartphone, dem Tablet oder was auch immer), die genannten Entwicklungsstörungen eher unbekannt sind. Eigene Erfahrung im eigenen Umfeld. Und Sie werden doch wohl aus eigener Beobachtung bestätigen können, dass die Mutter, die auf dem Smartphone herumspielt, während sie ihr Kind spazierenfährt, anstatt ihre Aufmerksamkeit dem Kind zuzuwenden, eher in den bildungsfernen Schichten zu verorten ist.

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wertblick 29.05.2017, 14:29
9. Für eine differenzierte Betrachtung - und Medienkompetenz fördern

Korrelation, Kausalität, KiTa-Kinder, 8-13 jährige, Fernsehen, Medienkompetenz: obwohl das Thema mE sehr wichtig ist, werden im Artikel leider o.g. Begriffe zusammenhangslos aneinander gereiht. Das wird auch nicht besser, wenn man zu jedem Punkt jemand anderen zitiert...
Wenn hohe Korrelationen gemessen werden und im Einklang mit weiteren Variablen sinnvolle Interpretationen folgen, ist das doch schon mal sehr hilfreich. Dass nur ein Experiment mit Kontrollgruppe Kausalitäten herbeiführen würde, ist ein anderer Punkt.
KiTa Kinder sind unter 6, nicht 8-13. Fernsehen wird nicht unwichtig, nur weil Smartphones hinzugekommen sind.
Medienkompetenz bedeutet mE (ähnliches merkt schon MartinS. an), dass Kinder und Jugendliche "lernen" (im Sinne von bewusst gezeigt bekommen und durch eigenes Probieren sich dann aneignen), welche Möglichkeiten Digitalisierung bringen. Nicht nur, wie man wischt, posted, chattet, hatet, aufnimmt und versendet.
Kinder brauchen nachvollziehbare Rollenvorbilder, analoge Kenntnisse und in den ersten paar Lebensjahren v.a. Zeit, um Eindrücke zu verarbeiten. Ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und Bewegung sowie echte Nähe durch primäre Bezugspersonen fördern ebenso eine gesunde Entwicklung. Bilder und Bilderbücher, vorgelesene Geschichten (neudeutsch Stories, wie in digital storytelling;-)) und freies Spiel dienen auch der altersadäquaten Fantasieanregung. Und ja, irgendwann kommt dann auch der Zeitpunkt, Medienkompetenz zu vermitteln. Keine Ahnung, wann der idealerweise ist. Aber sicherlich erst nachdem Kinder motorisch fit sind, nachdem sie ordentlich sprechen und vielleicht sogar schon ein grundlegendes Zahlenverständnis erlangt haben. Lesen und Schreiben helfen sicherlich auch, um sich in der Medienwelt wirklich gut zurecht finden zu können. Bisschen Grammatik jenseits von 140 Zeichen-Konstrukten und Emojis erscheint mir auch sinnvoll. Und dann los mit dem Coding, Websites bauen, Games kreieren, Filme machen, Drohnen hacken, crossmediale Storys tellen, Referate online parallel vorbereiten, Apps entwickeln und beim Sport die Performance tracken...!

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