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Bundesgerichtshof: Patientin muss missratene Zahnarzt-Behandlung nicht bezahlen
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Acht Zahnimplantate wurden einer Frau fehlerhaft eingesetzt, dennoch forderte ihr Zahnarzt 34.000 Euro. Nun urteilte der Bundesgerichtshof - und stärkt die Rechte von Patienten.

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Draw2001 13.09.2018, 15:29
1. Erst einmal ein Implantat setzen lassen....

und dann prüfen, wie es funktioniert. Es besteht keine Pflicht alles in einem "Aufwasch" erledigen zu lassen.
In diesem Step by Step Verfahren hat man einen laufenden Überblick, ob es denn noch passt.
Viele Patienten - nicht nur im Zahnbereich - lassen oftmals eine "Rundum-Behandlung" durchführen. Dies birgt natürlich das Risiko, dass wenn mehr getan wird, auch mehr mißraten kann. Der Abbruch ist dann mit mehr Problemen verbunden, als bei einem, in sich isolierten Fall.

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Bitjaeger 13.09.2018, 15:30
2. Schadensersatz?

Erstaunlich das hier überhaupt etwas bezahlt werden muss. Die Patientin müsste Schadensersatz und Schmerzensgeld in Millionenhöhe bekommen.

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magic88wand 13.09.2018, 15:34
3. Klingt in Ordnung

Jedem Handwerker oder sonstigem Dienstleister, der Mist baut, kann man ja auch die Zahlung verweigern. Der Zahnarzt sollte dankbar sein, wenn die Patientin kein Schadensersatz oder Schmerzensgeld verlangt.

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Newspeak 13.09.2018, 15:47
4. ...

Wie kann so etwas ueberhaupt passieren? Die Patientin hat doch sicher einen entsprechenden Behandlungsplan unterschrieben. Ich kann nicht verstehen, wie man das tun kann, fuer eine Gesamtbehandlung mit mehreren 10.000 Euro Kosten und im voelligen Vertrauen auf den Zahnarzt und, wahrscheinlich, ohne sich eine zweite Meinung einzuholen. Ich bin der Meinung, das sollte bei solchen schwerwiegenden Eingriffen generell verpflichtend sein.

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bluebill 13.09.2018, 16:26
5. Zahlen trotz Schaden...

Musste ich auch schon. Bei einer Umzugsspedition, die das Inventar zu großen Teilen zertrümmert und unbrauchbar hinterließ. Der lokale Amtsrichter drängte entschieden zum Vergleich, ebenso beide Anwälte. - Somit ist das Urteil schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn etwas geleistet wird, egal ob vom Spediteur oder vom Zahnarzt, muss es zumindest weitgehend den erwarteten und/oder vereinbarten Leistungen entsprechen. Im Endergebnis, nicht im nutzlosen Detail.

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bohrendeworte 13.09.2018, 16:35
6.

Zitat von Newspeak
Wie kann so etwas ueberhaupt passieren? Die Patientin hat doch sicher einen entsprechenden Behandlungsplan unterschrieben. Ich kann nicht verstehen, wie man das tun kann, fuer eine Gesamtbehandlung mit mehreren 10.000 Euro Kosten und im voelligen Vertrauen auf den Zahnarzt und, wahrscheinlich, ohne sich eine zweite Meinung einzuholen. Ich bin der Meinung, das sollte bei solchen schwerwiegenden Eingriffen generell verpflichtend sein.
Exakt! Don´t forget: Die Patientin könnte motiviert gewesen sein, ihr Erbschaftsvolumen zu verringern. Es ist nicht plausibel, einen Behandlungsvertrag über eine solch horrende Summe blauäugig zu unterzeichnen.

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mostly_harmless 13.09.2018, 16:56
7.

Zitat von bluebill
Musste ich auch schon. Bei einer Umzugsspedition, die das Inventar zu großen Teilen zertrümmert und unbrauchbar hinterließ. Der lokale Amtsrichter drängte entschieden zum Vergleich, ebenso beide Anwälte. - Somit ist das Urteil schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn etwas geleistet wird, egal ob vom Spediteur oder vom Zahnarzt, muss es zumindest weitgehend den erwarteten und/oder vereinbarten Leistungen entsprechen. Im Endergebnis, nicht im nutzlosen Detail.
Bei einem Umzug unterschreiben Sie üblicherweise am Ende ein Dokument, in dem Sie bestätigen, dass Sie alles unbeschädigt erhalten haben. Wenn das passiert ist, ist die Sache gelaufen. Also: Erst alles sorgfältig prüfen. Erst DANN unterschreiben.

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jujo 13.09.2018, 17:00
8. ...

Zitat von Draw2001
und dann prüfen, wie es funktioniert. Es besteht keine Pflicht alles in einem "Aufwasch" erledigen zu lassen. In diesem Step by Step Verfahren hat man einen laufenden Überblick, ob es denn noch passt. Viele Patienten - nicht nur im Zahnbereich - lassen oftmals eine "Rundum-Behandlung" durchführen. Dies birgt natürlich das Risiko, dass wenn mehr getan wird, auch mehr mißraten kann. Der Abbruch ist dann mit mehr Problemen verbunden, als bei einem, in sich isolierten Fall.
Kann es nicht sein, das der Zahnklempner die Frau gedrängt hat?
Wohl wissend, das sie nach dem ersten Implantat die Flucht ergreift?

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krautrockfreak 13.09.2018, 17:36
9. Es gibt solche und solche Zahnärzte...

Ärzte sind in erster Linie Unternehmer und wollen ihren Verdienst maximieren. Dazu nutzen sie oft ihre "gottgleiche" Stellung aus, der Patient vertraut ihnen und hat auch kaum Fachkenntnis, das zu beurteilen, was einem da alles erzählt wird. Und die Kasse ist keine große Hilfe.
So ist man den Ärzten oft ausgeliefert und sollte immer eine zweite Meinung einholen. Aber selbst das ist keine Garantie, dass man am Ende nicht doch drauf legt.

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