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Datenbank 2016: Wie viel Geld hat mein Arzt bekommen?
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Für mehr als 16.500 Ärzte und Fachkreisangehörige in Deutschland ist jetzt bekannt, wie viel Geld sie 2016 von Pharmafirmen erhalten haben. Gehört Ihr Arzt dazu? Unsere interaktive Karte zeigt die Details.

Plasmabruzzler 14.07.2017, 11:02
1. Sack Reis

Ob und wie viel mein Arzt bekommen hat, steht in keinem Zusammenhang zu seiner Kompetenz. Und wenn sich mein Dermatologe einen goldenen Fön kauft, ist mir das vollkommen Brause. Kein Arzt in meiner Nähe hat laut dieser Auskunft mehr als 500 EUR erhalten. Welchen Wert hat nun diese Information?

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Tiananmen 14.07.2017, 12:58
2. Typischer Beitrag zur Neid-Kultur...

Was nutzt es dem Patienten zu wissen, dass sein Arzt 50, 500, 5000 EUR erhalten hat? Mag sein, dass er dadurch veranlsst wird, eher Medikament B statt A zu verschreiben - sofern die Wirkstoffkombination die gleiche ist, bleibt das für die Therapie ohne belang. Vermutlich sind die Pharmafirmen, die Geld verteilen solche, die Markenmedikamente zu überteuerten Preisen verkaufen und die billigere Generika-Hersteller auf Distanz halten wollen. Eben zum Wohle der Patienten und vor allem der eigenen Tendite. Das müsste eher die Krankenkassen interessieren als die Patienten. Aber so kann SPON wieder mal einen (wiederholten) Beitrag zu Neid-Kultur in Deutschland leisten. Sommerloch?

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zeisig 14.07.2017, 13:41
3. Irrelevant.

Es ist mir egal, wieviel mein Arzt von wem bekommen hat. Es ist mir wichtig, daß er mich gut behandelt. Über Honorare und Zuwendungen von Pharmafirmen und ums Geld im Allgemeinen sollen sich doch wohl eher die Krankenkassen kümmern, oder nicht?

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be_winkler 14.07.2017, 15:35
4. Es geht um die Intransparenz

In meinen Augen geht es nicht um Neidkultur, sondern im Gesundheitssystem insgesamt um den vollkommenen Mangel an Transparenz, mit der Folge einer vollkommenen Verantwortungslosigkeit des Einzelnen gegenüber der Gesamtheit. Ein Anderer zahlt ja. Der Andere ist aber immer ein Beitragszahler, in vielen Fällen ein Arbeitgeber, der mit Staunen zusehen muss, mit welcher Begründung seine Arbeitnehmer so oft fehlen.
Dass die Allgemeinheit für die Exzesse einer Freizeitgesellschaft geradestehen muss, ist den meisten nicht klar. Warum soll der Beitragszahler, bzw. die Krankenkasse dafür bezahlen, wenn sich ein Krankenversicherter beim privaten Skiurlaub verletzt?
Unser Gesundheitssystem ist komplett "krank", verkommen zu einem Selbstbedienungssystem von Patienten, Ärzten, der Pharmaindustrie samt Apotheken und ganz vorne weg, von den sogenannten Krankenkassen mit ihren vielen höchst überflüssigen Mitarbeitern und den dazugehörigen vielen Vorständen, Regionalvortsänden und Ortsvorständen.
Es ist ein "Beamtensystem" für viele maximal unfleissige Leute, die sich mit der Verantwortungslosigkeit der "Versicherten" via Intransparenz einen recht angenehm faulen Lenz machen.

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Hypolitho T.Beaston 14.07.2017, 16:51
5. Wie flach ist die Erde für SPON?

Transparenz will SPON schaffen? Ganz schön einseitig der Ansatz: als Allgemeinmediziner bekomme ich von der AOK Baden-Württemberg jedes Quartal tausende von Euro dafür, dass ich bestimmte Präparate verschreibe. Wohl gemerkt: nicht für Untersuchung, Beratung, Impfung oder eine andere medizinische Dienstleistung. Sondern lediglich dafür, dass der richtige Firmenname oft genug auf meinen Rezepten stand. Da gibt es, ganz nach Kassenmanier akkurat ausgearbeitete "Budgets" (Rot1, Rot1, Blau, Rabatt-Grün1, Rabatt Grün2, Grün Nec-aut-idem usw.). Anders als die Pharmaindustrie verlässt sich die Kasse allerdings nicht auf Versprechen, sondern zählt jede einzelne verordnete Pille. Wo in Ihrer transparenten Datenbank kann ich diesen Teil meiner Einkünfte offen legen, den übrigens jeder Arzt bekommen kann, der über den Hausärzteverband am Hausarztvertrag in Baden-Württemberg teilnimmt. Und einen Hausarztvertrag muss ja laut Gesetzgeber jede Kasse in jedem Bundesland anbieten ...

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