Forum: Gesundheit
Deutschland: Zahl der Masern-Fälle steigt stark an
DPA

Masern-Infektionen haben sich im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland verdreifacht. Allerdings schwanken sie von Jahr zu Jahr stark.

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Frittenbude 06.01.2018, 12:26
1. Gähn

Jedes Jahr dasselbe Spiel - Es wird eine in absoluten Werten verschwindend geringe Zahl an Erkrankungen mittels beliebiger Vergleichsgrößen aufgebläht ("steigt stark an" (aber eben nur im Vergleich zum Vorjahr)).
Immerhin werden mal die Fallzahlen der vergangenen 17 Jahre gezeigt, vielen Dank.
Und schaut man sich diese in Ruhe an, wird man festestellen, dass die durchschnittliche Fallzahl in diesen letzten 17 Jahren 1483 beträgt, die Zahl der Erkrankungnen in 2017 somit sehr deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Die reisserische Überschrift hat somit ein leichtes Geschmäckle....

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postit2012 06.01.2018, 13:11
2. Bedauerlicherweise werden Masern immer noch von vielen Leuten

als harmlose Kinderkrankheit angesehen. Mich selber haben sie im Alter von 17 Jahren erwischt und ich wäre fast dran verreckt. Zum Glück ist mir davon nur eine lebenslängliche Schwerhörigkeit geblieben.

Wenn Sie Ihrem Kind so etwas für sein Leben wünschen, dann glauben Sie ruhig weiterhin dem Mist, den Impfgegner verzapfen. Ihr Kind wird Ihnen sicher dankbar sein...

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hakim 06.01.2018, 14:42
3. Immer wieder wird "vollständiger Schutz" durch Impfung behauptet

Die Impfung ist eine Lebendimpfung. Die 2. und jede weitere Impfung ist nur der Versuch den ca.
5% Impfversager noch zu einem Schutz zu verhelfen. EINE erfolgreiche Impfung schützt nicht weniger als zwei Impfungen Einen "vollständigen Schutz", wie der Artikel suggeriert, gibt es nicht, bei keiner Impfung.
Eine besonders frühe Impfung (vor 1.Geburtstag) führt besonders häufig zu keinem oder kurz anhaltendem Impfschutz, der durch eine spätere Zweitimpfung NICHT verbessert werden kann. Die wenigen vorhandenen Antikörper fangen die wenigen abgeschwächten Impfviren weg, bevor sie sich vermehren können, schützen aber nicht vor einer Infektion.

Richtig ist, dass seit 10 Jahren durchgängig über 95% der Kinder wenigstens einmal gegen Masern geimpft sind und daher die Krankheit bei Kindern fast verschwunden ist. Die Immunität der Erwachsenen war vor Beginn der Impfungen durch durchgemachte Erkrankung nahezu 100%. Heute sind viele Jugendliche und Erwachsene bis 40 nicht voll geschützt, einige auch trotz 2 oder mehr Impfungen. Bei nachlassender Immunität sind leichte, schwer erkennbare Maserninfektionen möglich, die dann die Viren unbemerkt weiter verbreiten. Für Erwachsene und ungeschützte Säuglinge ist die Erkrankung lebensgefährlich.
Versuchen Sie mal, als Erwachsener nur gegen Masern impfen zu lassen, wenn Sie z.B. gegen Röteln/Mumps immun sind. Der Impfstoff ist nur auf Umwegen erhältlich. Sie sollen sich dann die Risiken einer 3fach Impfung auf sich nehmen, obwohl Sie nur eine Masernimpfung brauchen. Das schreckt viele ab.

Die Kinder und sogenannte Impfgegner sind nicht das Problem. Mich ärgert, dass auch dieser Artikel wieder suggeriert, dass eine Impfpflicht für Kinder die Lage substanziell verbessern würde. Da müssten schon eher alle Erwachsenen zwangsgeimpft werden.
Die Impfung schützt, aber nicht so wie gedacht. Das weiß auch das RKI. Immer mehr Geimpfte, sind unter den Erkrankten. Zunehmend schwere Fälle bei Erwachsenen mit z.T. tödlichem Ausgang bei Erwachsenen werden in Zukunft die Schlagzeilen füllen. Das gilt ebenso für die Windpocken, die nun wirklich mal ne harmlose Kinderkrankheit waren.
Fazit: Impfen ja, aber nur mit sehr gutem Grund vor dem ersten Geburtstag. Und eine Ausrottung ist mit der aktuellen Strategie auch mit einer Impfpflicht eher unwahrscheinlich. Ein ständig verfügbarer Impfstoff gegen Masern, wäre hilfreich!

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Ein_denkender_Querulant 06.01.2018, 15:07
4. Egoismus des Nichtimpfen

Kinder nicht zu impfen ist Ausdruck tiefen Egoismus. In einer Welt, in der alle geimpft sind, ist ein einziges nicht geimpftes Individuum völlig sicher, weil es sich nicht anstecken kann. Für dieses Individuum ist das Impfen in der Tat risikoreicher, als das Nichtimpfen. Und genau an diesem Punkte sind wird, darum verzichten immer mehr von reinem Egoismus getriebene Eltern auf das Impfen ihrer Kinder.

Aber das Pendel kann sehr schnell umschlagen, wenn die Quote der Nichtgeimpften je nach Krankheit und Infektionsweg 5-30% überschreitet. Und dann sind diese egoistischen Nichtimpfer auch eine Gefahr für Geimpfte, weil nicht bei allen der Impfschutz perfekt ist.

Es ist an der Zeit, dass wir in Deutschland eine Impfpflicht einführen. Anders geht es nicht. Auf Vernunft zu hoffen ist irrwitzig in einer Welt voller irrationalen Menschen. Meine Meinung zum Thema....

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hakim 06.01.2018, 15:17
5. Verlässliche Zahlen...

Verlässliche Zahlen finden Sie beim RKI. Die Kinder bis 36 Monate sind super "durchgeimpft".
Massive Schutzlücken bei Erwachsenen.
Sachsen empfiehlt die 2. Impfung erst vor der Einschulung, so wie auch andere europäische Länder. Die Impfempfehlung der STIKO mit 2 sehr frühen Impfungen ist auch nur eine Lesart der Studienlage.

Hier der link:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2018/Ausgaben/01_18.pdf?__blob=publicationFile

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RenegadeOtis 06.01.2018, 15:25
6.

Zitat von hakim
Die Immunität der Erwachsenen war vor Beginn der Impfungen durch durchgemachte Erkrankung nahezu 100%.
Stimmt. Der Impfstatus von Toten oder SSPE-Opfern wird auch nicht als "Immunität" bezeichnet oder darunter gezählt.

Korrekt wäre die Bezeichnung "aller überlebender Erwachsener", was weltweit eine Menge von mehreren Dutzend Millionen Masernopfern pro Jahr ausschließt. Die gab es damals. Ebenso ausgeblendet werden hier Folgeschäden wie Schwerhörigkeit oder Taubheit, die bei Masern durchaus regelhaft auftreten.

Aber ja, wenn man Folgeschäden und Tote in der Größenordnung ignoriert, dann betrug die Immunisierung tatsächlich 100%.

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rosenkohl1 06.01.2018, 15:26
7. Artikel verharmlost die Masern sträflich

Der heutige Spiegel-Artikel ist leider eine Entäuschung: "Maserninfektionen haben sich im Vergleich zum Vorjahr [singular] in Deutschland verdreifacht. Allerdings schwanken sie von Jahr zu Jahr stark" - mit solchen relativierenden Verharmlosungen bringt der Spiegel jede Impfmoral zum schwanken. Schwankung im zwei-Jahre-Zyklus? langjährige tendenzielle Abnahme der Erkrankungen? regionale Unterschiede? Solche Finessen sind doch nebensächlich, lenken das Augenmerk nur von der Gefährlichkeit der Masern ab, oder könnten die Deutschen sogar in ihrer Impfentscheidung verunsichern. Will der Spiegel das wirklich riskieren?

Im September ging's doch noch: "Im Vergleich zu den Vorjahren [plural] erkranken derzeit deutlich mehr Menschen an Masern, meldet das Robert Koch-Institut, ", http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/zahl-der-masernfaelle-in-deutschland-steigt-a-1166152.html. Ja genau, "derzeit deutlich mehr als in allen Vorjahren", solche einfachen Wahrheiten wirken aufbauend und stärken die Impfmoral.

Dann freuen sich auch Bill und Melinda mit ihrer Stiftung, die sich die Ausrottung der Masern auf die Fahne geschrieben haben.

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spmc-12355639674612 06.01.2018, 15:51
8. In Anbetracht der Gefährlichkeit

in Deutschland keine Impfpflicht einzuführen, ist absolut unverantwortlich. Impfschäden sind weit unwahrscheinlicher als Schäden und Todesfälle durch die Krankheit selbst. Das gilt natürlich auch für andere potentiell gefährliche bzw. lebensbedrohliche Krankheiten wie z. B. Diphterie und Kinderlähmung, die viele von uns zum Glück und dank Impfung nur noch vom Hörensagen kennen.

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susie.soho 06.01.2018, 22:21
9. Geschmäckle hin oder her

Zitat von Frittenbude
Jedes Jahr dasselbe Spiel - Es wird eine in absoluten Werten verschwindend geringe Zahl an Erkrankungen mittels beliebiger Vergleichsgrößen aufgebläht ("steigt stark an" (aber eben nur im Vergleich zum Vorjahr)). Immerhin werden mal die Fallzahlen der vergangenen 17 Jahre gezeigt, vielen Dank. Und schaut man sich diese in Ruhe an, wird man festestellen, dass die durchschnittliche Fallzahl in diesen letzten 17 Jahren 1483 beträgt, die Zahl der Erkrankungnen in 2017 somit sehr deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Die reisserische Überschrift hat somit ein leichtes Geschmäckle....
...es sollte auch in Deutschland eine allgemeine Impfpflicht geben, so, wie sie in Frankreich vorbereitet wird. Ohne ausreichende Impfung kein Kindergartenbesuch!

Mir geht es langsam auf den Sack, wenn die Angst vor angeblichen Impfschäden in den Mittelpunkt gerückt wird. Abgesehen davon, dass sie sich kaum nachweisen lassen, kommt es auch auf die Impfung an, mit der eine Erkrankung verhindert werden soll. So hatte z.B. die Impfung gegen Pocken einige schwerwiegende Nebenwirkungen. Dennoch: die Pocken sind in Deutschland kein Thema mehr.

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