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Ein rätselhafter Patient: Ausnahme bei der Regel
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Eine 13-Jährige hat extreme Bauchschmerzen - und ihre Tage. Der Blinddarm scheint intakt. Was das Problem verursacht, sehen die Ärzte erst, als sie zum Skalpell greifen.

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roby1111 05.08.2017, 19:45
1. also könnte das Mädchen später zwei Kinder parallel austragen?

.. eventuell sogar mit einem zeitlichen Versatz bei der Zeugung? Interessant! Die fehlende Niere würde mir persönlich aber Sorgen bereiten...

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Msc 05.08.2017, 21:19
2.

Zitat von roby1111
.. eventuell sogar mit einem zeitlichen Versatz bei der Zeugung? Interessant! Die fehlende Niere würde mir persönlich aber Sorgen bereiten...
Es gibt tatsächlich Berichte von zwei parallel ausgetragenen Kindern bei Menschen. Die Fachwelt spricht dann von Zwillingen. Was einen zeitlichen Versatz bei der Zeugung angeht: Das kann auch passieren, dann spricht man zweeiigen Zwillingen. Entsprechendes Verhalten der Frau vorrausgesetzt, womöglich sogar von zwei Vätern. Das müsste jedoch sehr schnell hintereinander passieren und ist daher doch recht selten. Denn sollte die Frau nicht zufällig auch noch zwei Gehirne haben, dann gibt es nur eine Hormonsteuerung, die eine zweite, spätere Befruchtung verhindert.

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r2d2x2 05.08.2017, 21:45
3. Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom...

...eine von ca 4000 Frauen ist davon betroffen... Wenn die Ärzte erst den Bauch öffnen mussten um das zu diagnostizieren, waren es Dilettanten.... Spätestens bei festgestellter Einnierigkeit hätte ihnen ein Glöckchen läuten müssen. Einnierigkeit ist im Ultraschall deutlich erkennbar, sogar schon pränatal.
Nein... die junge Frau kann nicht mit zeitlichem Versatz 2x schwanger werden. Wahrscheinlich kann sie es sogar gar nicht... Die fehlende Niere muss auch nicht beunruhigen, da die vorhandene meist doppelt so groß wie üblich ist und die Funktion der fehlenden mitträgt. Da Nierenerkrankungen ohnehin paarig auftreten, könnte man auch 4 Nieren haben ohne besser dran zu sein. Beim MRKH-Syndrom fehlt oft auch die Scheide und/oder es gibt gar keine Gebärmutter. Manchmal geht es einher mit Schwerhörigkeit oder Skelettanomalien. Oft haben die Mädchen im zarten Kindesalter beidseitig Leistenbrüche.
Nicht jeder Laie mag dieses Syndrom kennen, allerdings rätselhaft sind hier eher die Diagnostiker, gewiss nicht der Patient.

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b20a9 06.08.2017, 10:41
4. Das kann doch nicht wahr sein ...

"Da ein MRT momentan nicht zur Verfügung steht, entschließen sich die Ärzte, das Handeln nicht zu verzögern und einen Bauchschnitt durchzuführen," Jedes Provinzkrankenhaus hat doch heutzutage ein MRT, und in einem vermeintlichen Notfall sollte es doch möglich sein, einen Patienten zwischenzuschieben. Kann mir das mal ein Fachkundiger erklären?

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joseferl 06.08.2017, 11:14
5. Verfügbarkeit MRT

Zitat von b20a9
"Da ein MRT momentan nicht zur Verfügung steht, entschließen sich die Ärzte, das Handeln nicht zu verzögern und einen Bauchschnitt durchzuführen," Jedes Provinzkrankenhaus hat doch heutzutage ein MRT, und in einem vermeintlichen Notfall sollte es doch möglich sein, einen Patienten zwischenzuschieben. Kann mir das mal ein Fachkundiger erklären?
Grundsätzlich hat nicht jedes Provinzkrankenhaus in Deutschland ein MRT, gut, aber immerhin viele. Aber das heißt noch lange nicht, dass dieses dann zu jeder Tages- und Nachtzeit eingesetzt werden kann. Für die Bedienung eines MRT braucht es eine entsprechende Fachkraft und die einzulernen dauert deutlich länger als für Röntgen oder CT. Dann muss zusätzlich im Falle einer Kontrastmittelgabe noch während der gesamten Untersuchungsdauer ein Arzt dabei sein, den muss man aber währenddessen von woanders abziehen... ein Notfall-MRT wird tatsächlich nur extrem selten gebraucht, daher ist die Verfügbarkeit deutlich geringer. Warum also kein CT? Aufgrund der Strahlenbelastung. Bei einem 13jährigen Mädchen die Eierstöcke mal kurz zu grillen ist nicht das was man will.
Trotzdem ist es ein wenig ungewöhnlich wie das passiert ist. Eine Untersuchungstechnik fehlt mir noch: ein transrektaler Ultraschall. Transvaginal ist bei virgo intacta nicht möglich.

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oisklar 06.08.2017, 13:27
6.

Seltsame Geschichte, dass erst die Laparotomie die Diagnose ermöglicht. Es sollte bei einem jungen Mädchen (sofern nicht stark adipös) doch nicht so schwer sein, im transpubischen Ultraschall einen Uterus bicornis zu erkennen. Da muss man nicht endovaginal/-rectal vorgehen.
Es ist halt wie so oft in der Medizin, man muss dran denken( in dem Fall dann an eine einseitige Hämatometra) und dazu braucht man Leute mit entsprechender Erfahrung (!).
Im Hinblick auf ein MR-Untersuchung benötigt man hier auch kein Kontrastmittel.

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joseferl 06.08.2017, 15:02
7.

Zitat von oisklar
Seltsame Geschichte, dass erst die Laparotomie die Diagnose ermöglicht. Es sollte bei einem jungen Mädchen (sofern nicht stark adipös) doch nicht so schwer sein, im transpubischen Ultraschall einen Uterus bicornis zu erkennen. Da muss man nicht endovaginal/-rectal vorgehen. Es ist halt wie so oft in der Medizin, man muss dran denken( in dem Fall dann an eine einseitige Hämatometra) und dazu braucht man Leute mit entsprechender Erfahrung (!). Im Hinblick auf ein MR-Untersuchung benötigt man hier auch kein Kontrastmittel.
Transpubischer Ultraschall? Wär mit neu dass es so etwas gibt. Abdominell hatten sie es ja versucht und diese Masse im rechten Unterbauch gesehen. Offensichtlich ohne eine sinnvolle Zuordnung machen zu können. Ich dachte übrigens beim transrektalen Ultraschall weniger an den Uterus bicornis, der allein ist ja kein Grund für eine Notfall-OP. Ich dachte eher an die Darstellbarkeit der Eierstöcke die transvaginal oder transrektal oft leichter zur Darstellung kommen. Dann hätte man ggf. auf eine operative Exploration zunächst verzichten können, da eine stielgedrehte Ovarialzyste ausgeschlossen gewesen wäre. Übrigens, wenn man sich das MRT-Bild ansieht, sieht man bereits dass das Mädchen nicht adipös ist. Und klar braucht man hier initial kein Kontrastmittel. Das bräuchte man nur bei entsprechender Fragestellung. Ich wollte nur versuchen zu erklären, dass ein MRT auch in D aufgrund des Aufwandes nicht dauerhaft verfügbar ist.

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steffen.ganzmann 06.08.2017, 17:08
8. Sei'e drum!

Zitat von joseferl
[...] Ich wollte nur versuchen zu erklären, dass ein MRT auch in D aufgrund des Aufwandes nicht dauerhaft verfügbar ist.
Dass es für Notfälle kein MR geben sollte, wäre für "die Insel" ausgesprochen ungewöhnlich! Dorthin überwiesen wir immerhin alle unsere Patienten, wenn deren Behandlung für uns nicht möglich war ...

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walter_de_chepe 07.08.2017, 00:49
9. Rätselhaft ist der ganze Fall

Das Inselspital Bern ist eine Universitätsklinik. Nach dem hier geschilderten Ablauf muss in diesem Fall alles schief gelaufen sein.

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