Forum: Gesundheit
Ein rätselhafter Patient: Der Nacken steif, das Schlucken schmerzhaft
imago/ photothek

Mit starken Schmerzen kommt ein 54-Jähriger in die Notaufnahme. Während die Ärzte noch nach der Ursache suchen, bekommt der Mann zusätzlich Kopfweh. Die Mediziner sind alarmiert.

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wolke:sieben 13.08.2017, 10:01
1. Kann es sein?

...dass es sich um einen eingebildeten Kranken handelt, von denen es z. Z. sehr viele gibt??

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HansPa 13.08.2017, 10:07
2. Aha

Und das alles in den USA? Laut deutsche Medien hat doch kaum einer dort eine Krankenversicherung. Man muss alles selbst bezahlen und das können sich die wenigsten leisten. Und nun so was?

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Neurologin 13.08.2017, 10:26
3. Gefährliche Empfehlung

Das Fazit an die breite, zum großen Teil vermutlich medizinisch nicht gebildete Leserschaft, ERST das Harmlose auszuschließen bevor man eine dreifach- Antibiose gibt (und/oder eine Nervenwasseruntersuchung macht) halte ich für gefährlich und kontraproduktiv.
Kopf- und Nackenschmerzen mit einer Erhöhung der weißen Blutzellen können den Beginn einer lebensgefährlichen Gehirn- oder Hirnhautentzündung anzeigen.
Diese nicht oder mit Verzögerung zu behandeln ist lebensbedrohlich, ggf. tödlich, kann aber auch zu anhaltenden schwersten Behinderungen führen. Es gibt Leitlinien , z.B. der deutschen Gesellschaft für Neurologie, wie man vorzugehen hat, wenn man eine Meningitis vermutet. Die Frage nach Lichtscheu ist kein "hartes" Kriterium.

In der Notaufnahme werden zunächst die akuten und schlimmsten Erkrankungen in Betracht gezogen und ggf. so schnell wie möglich (an)behandelt- und das ist richtig so.
NOT-Aufnahme, NOTwendiges wird NOT-fällig entschieden.
Hinzu kommt, dass auch eine Entzündung der Wirbelkörper ebenfalls differenzialdiagnostisch in Betracht kommt, die lebensbedrohlich verlaufen kann oder z.B. zu Querschnittslähmung führen kann, so dass eine erste Gabe von Antibiotika auch hier Therapie der Wahl wäre.
Zudem kenne ich keine Klinik, die zuverlässig Kapazität hat, 3 MRT Untersuchungen für denselben Patienten an einem Tag, am besten innerhalb der ersten Stunde nach Eintreffen des Patienten durchzuführen- alleine technisch dürfte die Zeitspanne überschritten werden (MRT Gehirn, MRT Halswirbelsäule und MRT Halsweichteile).
Gut und richtig an dem Fall ist, dass die Antibiotika nicht unnötig lange gegeben wurden, nachdem die "wahre" Ursache der Nackenschmerzen gefunden waren. Das und dass bei nicht typischem Verlauf (kein Fieber, kein allgemeines Krankheitsgefühl) die Ursachenforschung nicht mit Anbehandlung abgeschlossen war sind für mich das Fazit aus dem Fall, das es zu verbreiten gilt.
Alles andere führt aus meiner Sicht zur gefährlichen Incompliance der Patienten-Generation "Dr. Google".

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f.loefke 13.08.2017, 10:50
4. Diesen ' rätselhaften Patient' habe ich jeden Tag in meiner Praxis

Als Orthopäde und Osteopath behandel ich täglich Patienten mit akuten Halsbeschwerden. Mit fast genau diesen Beschwerden, zumindest ähnlichen. Fazit: der Mann hatte eine Funktionsstörung der Halswirbelsäule, eine s.g. Blockade. Diese lässt sich nur ertasten oder durch manuelle Untersuchungen bestätigen. Sämtliche bildgebenden Vefahren incl. Labor führen hier zu keinem Ergebnis. Im Gegenteil: man bringt den Patienten unnötig in Gefahr durch eine Punktion des Wirbelkanals, Strahlenbelastung etc. Ebenso unsinnig die prophylaktische Gabe von Antibiotika. Letztendlich kommt man dann auch noch zu einer falschen Diagnose. Nicht die Verkalkung war es, sondern der typische Muskelspasmus ( auch im Sehnenansatzbereich) im Bereich der ' Blockade'.
Der Kenner dieses Beschwerdebildes spricht mit dem Patienten vorher über das Entstehen, den zeitlichen Ablauf ausführlich, die Untersuchng, das ' Erfühlen' und auch die Theapie dauern lediglich wenige Minuten. Danach kommt man in der Regel ohne weitere Medikamente aus. Der Patient ist augenblicklich erleichtert.
Und das ist die Krux: Es werden heute lehrbuchartig, auch aus forensischen Gründen, die Symtome abgearbeitet, die manuelle Untersuchung hat in der heutigen teuren Gerätemedizin ( diese müssen sich amortisieren ) keinen Stellenwer mehr , wird auch kaum noch gelehrt, ebenso eine ausführliche Anamneseerhebung (Befragung des Patienten).
Im Übrigen werden Manualtherapeuten von gestandenen Medizinern gerne in die gefährliche Ecke gestellt, weniger wegen der Gefahr, sondern weil sie als ' Barfussmediziner' den aufgeblasenen und kostspieligen Medizinapparat durch ihr Tun in Frage stellen.

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chalchiuhtlicue 13.08.2017, 11:53
5. Und wieder ein typischer SPON-Fehler

Diclofenac ist zwar tatsächlich ein "nicht-steroidaler Entzündungshemmer", allerdings weder in den USA noch bei uns rezeptfrei erhältlich, anders als im Text angedeutet. Vielleicht sollten SPON-Schreiberlinge langsam mal anfangen, recherchieren zu lernen, bevor das Niveau von SPON noch unter das von BILD online fällt?

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Softship 13.08.2017, 12:11
6.

Zitat von HansPa
Und das alles in den USA? Laut deutsche Medien hat doch kaum einer dort eine Krankenversicherung. Man muss alles selbst bezahlen und das können sich die wenigsten leisten. Und nun so was?
Ich habe noch nie in den deutschen Medien gelesen, dass "kaum einer dort eine Krankenversicherung" hat.
Fakt ist aber, dass viele Millionen Amerikaner keine Krankenversicherung und viele weitere Millionen eine nicht ausreichende Krankenversicherung haben. Aber da es deutlich mehr als 300 Millionen Amerikaner gibt, bleiben noch viele Millionen, die ausreichend krankenversichert sind.
Dazu kommt, dass es hier um eine Behandlung in einer Notaufnahme handelt. In den USA sind Notaufnahmen verpflichtet, alle Patienten, ohne Rücksicht auf den Versicherungsstatus zu behandeln. Das ist ein Grund, warum das Gesundheitssystem in den USA deutlich teurer als das deutsche Gesundheitssystem ist.

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mvschickfus 13.08.2017, 12:42
7. Nennt sich...

... Morbus Fahlgren.

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patriae. 13.08.2017, 12:56
8. @chalchiuhtlicue

Diclofenac bekommt man in jeder Apotheke in der BRD ohne Rezept so oft man will. Erst mal recherchieren bevor man anderen der Unwissenheit beschuldigt.

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CouscousGauthier 13.08.2017, 12:57
9. Doch

Zitat von chalchiuhtlicue
Diclofenac ist zwar tatsächlich ein "nicht-steroidaler Entzündungshemmer", allerdings weder in den USA noch bei uns rezeptfrei erhältlich, anders als im Text angedeutet. Vielleicht sollten SPON-Schreiberlinge langsam mal anfangen, recherchieren zu lernen, bevor das Niveau von SPON noch unter das von BILD online fällt?
Diclofenac 25 mg ist ¸sehr wohl in Deutschland rezeptfrei erhältlich. Erstmal schlaumachen, bevor man sich unnütz erregt.

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