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Ein rätselhafter Patient: Vom Garten in die Klinik
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Der Mann leidet unter Schmerzen im linken Bein und Fuß, der Unterschenkel ist geschwollen, er humpelt. In der Klinik fragen die Ärzte zuerst, ob er einen Unfall hatte. Doch der 77-Jährige hat bloß seinen Garten gepflegt.

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merkel123 05.08.2018, 13:13
1. Venenthrombose

Auch wenn sie hier zum Glueck nicht vorlag, ist diese Erkrankung wenig bekannt und bei diesem Beschwerdebild durchaus in Betracht zu ziehen, was ja auch gemacht wurde.
In der BRD versterben jaehrlich rund 30.000 Personen - auch juengere - an meist durch TVT ausgeloesten Lungenembolien!
Oft ist kein Grund fuer eine TVT feststellbar, langes Sitzen in beengter Position zB. im Flugzeug kann u.U. Ursache sein. Haeufiger Bewegung wird praeventive Wirkung zugeschrieben.

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anderl1103 05.08.2018, 13:39
2. Ein MRT mach oft eine körperliche Untersuchung überflüssig

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass im vorliegenden Fall niemand den Patienten ordentlich untersucht hat, zumindest nicht jenseits der Verdachtsdiagnose "Venenthrombose". Aber sonst wäre es ja auch ein unspektakulärer Fall gewesen und kein Anlass für eine Publikation ....

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joseferl 05.08.2018, 13:56
3.

Also das Krankheitsbild finde ich jetzt weder selten noch besonders spannend. Interessant aber wenn man sich überlegt ob so eine Geschichte auch bei uns passieren könnte mit erste Untersuchung teilweise, Ultraschall teilweise, MRT, klinische Nachuntersuchung klar. Ganz klar: selbstverständlich. Durch die häufige Trennung zwischen Internisten und Chirurgen wird eine "Beinschwellung ohne Trauma" erstmal den Internisten zum Ausschluss Thrombose vorgestellt. Genau wie hier. Dann geht die Geschichte weiter und erst später erkennt man doch die halt eigentlich traumatische, vor allem aber degenerative, Ursache... schön zu sehen, dass es woanders genauso läuft. Für Deutschland wäre übrigens typisch: "seit 6 Wochen Schmerzen und Schwellung, noch nicht bei einem sonstigen Arzt gewesen, Vorstellung Samstag abend 22 Uhr in einer Klinik und dann motzen weil man mehr als eine Stunde waren muss obwohl man doch ein Notfall sei, bisher habe man aber aufgrund der Freizeitaktivitäten noch keine Zeit für Arztbesuche gehabt".
Das Thema mit der rupturierten Bakerzyste ist für mich im Artikel bissl zu wenig abgehandelt. Eine rupturierte Bakerzyste kann ebenfalls Schmerzen machen die bei Bewegung stärker sind, Flüssigkeitsansammlungen in den Muskelkompartimenten etc. Letztlich kann daraus auch ein Kompartmentsyndrom mit massiven Ruheschmerzen und Muskeluntergang resultieren. Wobei man das im Falle eines Kompartmentsyndroms auch klar im Ultraschall sieht, die Flüssigkeit abpunktiert, einen Kompressionsverband anlegt und den Patienten sehr sehr glücklich erstmal nach Hause schicken kann. Sowas, also mit sehr einfachen Mitteln einen Patienten glücklich machen, ist dann doch wieder befriedigend genug, dass man doch weitermacht. Auch wenn die Notaufnahme ansonsten sich zu immer größeren Katastrophen entwickelt.

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flohzirkusdirektor 05.08.2018, 20:09
4. Glauben Sie imir:

Zitat von anderl1103
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass im vorliegenden Fall niemand den Patienten ordentlich untersucht hat, zumindest nicht jenseits der Verdachtsdiagnose "Venenthrombose". Aber sonst wäre es ja auch ein unspektakulärer Fall gewesen und kein Anlass für eine Publikation ....
In Der Insel gibt es weitaus spektakulärers zu berichten als ein gerissenes Tendinum calcanei - nur aös Beispiel meinen lietenden Oberarzt mit einem frei flottierenden Thrombus in der Arteria poplitea.

Das Interessante hierbei ist, dass ein scheinbar internistischer Patient erst nach gescheiter Untersuchung ein orthopädischer/traumatologischer wurde. Es wäre schön, wenn die Kollegen Internisten auch zumindest ein klein wenig Ahnung von der orthopädischen Minimalstuntersuchung hätten, e.g. wie hier den Zehenstand. Wir von der "Komkurrenz" hören ja auch unsere Patienten bei der Erstuntersuchung routinemässig ab ...

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kindchen 05.08.2018, 21:30
5. Bestimmte Antibiotika ...

..., die Fluorchinolone, können zu einem spontanen Riß der Achillessehne führen, auch noch längere Zeit nach der Einnahme.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/02/10/fluorchinolone-auf-dem-pruefstand

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tine_muc 05.08.2018, 21:53
6. Bestimmte Antibiotika ...

@kindchen: dazu muss man auch die Gyrasehemmer eingenommen haben. Diese Nebenwirkung ist extrem selten im Hinblick auf die eingesetzten AB-Einheiten. Ältere Menschen sind durch schlechtere Durchblutung für Sehnenrisse (nicht nur die AS) gefährdet.

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CancunMM 06.08.2018, 10:13
7.

Zitat von flohzirkusdirektor
In Der Insel gibt es weitaus spektakulärers zu berichten als ein gerissenes Tendinum calcanei - nur aös Beispiel meinen lietenden Oberarzt mit einem frei flottierenden Thrombus in der Arteria poplitea. Das Interessante hierbei ist, dass ein scheinbar internistischer Patient erst nach gescheiter Untersuchung ein orthopädischer/traumatologischer wurde. Es wäre schön, wenn die Kollegen Internisten auch zumindest ein klein wenig Ahnung von der orthopädischen Minimalstuntersuchung hätten, e.g. wie hier den Zehenstand. Wir von der "Komkurrenz" hören ja auch unsere Patienten bei der Erstuntersuchung routinemässig ab ...
Nun ja Herr Kollege, ich sehe Sie als Orthopäde nicht als Konkurrenz, aber deswegen haben Sie es ja wahrscheinlich auch in Gänsefüßchen gestellt. Aber das Sie die Patienten auch abhören ist zwar löblich, aber 1. ist die Frage: Was hören Sie da ? (kleiner Seitenhieb), 2. Eine internistische oberflächliche Untersuchung umfasst schon mehr als nur abhorchen, deswegen sind unsere Arztbriefe auch 3x so lang.
Ich finde den Fall auch nicht besonders spannend. Zu erst mit derGeschichte dachte ich eher an eine art. Thrombose der A. politea. Auch ich finde, dass die Bakerzyste zu wenig thematisiert wurde.
Weder spannend noch außergewöhnlich der Fall.

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Hesl 06.08.2018, 12:13
8. Das Beste...

... an den Berichten über die "rätselhaften Patienten" sind jede Woche die Kommentare der Ärzte darunter. Offenbar besteht unser Gesundheitssystem aus lauter großartigen Koniferen (jajaja, ich weiß, es heißt Koryphäen), die die Krankheit schon im Rahmen ihrer normalen Erstuntersuchung diagnostiziert hätten. Außerdem ist aus deren Sicht das Krankheitsbild weder selten, noch spannend und - wie gesagt - schon mal gar nicht rätselhaft. Das ganze garniert mit Medizinerlatein - fertig. Herrlich.

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Capetonian 06.08.2018, 12:23
9. Falsche Überschrift

Vorschläge für richtige Überschriften: "Riß der Achillessehne übersehen" oder "Werbung für MRT". Aber rätselhafter Patient?

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