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Ein rätselhafter Patient: Warum Herr B. Dutzende Male in der Notaufnahme landete
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Es beginnt mit schwerem Brustschmerz Mitte der Neunziger: Ein Patient in Kalifornien kommt über zwei Jahrzehnte mehr als 40 Mal in die Notaufnahme. Schließlich finden Ärzte die richtige Therapie für ihn.

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Frida_Gold 09.06.2018, 09:33
1.

Das ist aber schon sehr traurig, dass zwei Krankenhäuser über 20 Jahre brauchen, um die Diagnose zu stellen. Da stimmt doch was mit dem System nicht.

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God 09.06.2018, 10:12
2. Tut mir leid, das ist krank und auch nicht statthaft !

Auch von den Ärzten, und nirgendwo auf der Welt !
Auch ein Münchhausensyndrom hat eine Ursache !
Nämlich im Leben, psychisch und geistig, und man kann es behandeln und heilen !
Ev. ist der Mann vereinsamt, hat keinen Lebenssinn und weiß wenig mit sich anzufangen.

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weltraumschrott 09.06.2018, 10:15
3. Das "System"...

Zitat von Frida_Gold
Das ist aber schon sehr traurig, dass zwei Krankenhäuser über 20 Jahre brauchen, um die Diagnose zu stellen. Da stimmt doch was mit dem System nicht.
... geht eben davon aus, dass der Betroffene seine Beschwerden wahrheitsgemäß schildert. Und das ist auch gut so, denn jeder Kranke hat zuallererst ein Recht darauf, dass seine Klagen ernst genommen werden. Die verschwindend geringe Anzahl von "Münchhausen"-Simulanten verwinden wir schon, wichtiger ist, den anderen Menschen mit dem Ernstnehmen von Symptomen Leben und Gesundheit zu retten bzw. wiederherzustellen.

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mirage122 09.06.2018, 10:22
4. Das Budget aufgebessert?

Diese Geschichte schreit derartig zum Himmel und zeigt auf, wie in Krankenhäusern mit wahrer Begeisterung Kosten produziert werden. Die unendlichen Untersuchungen über 22 Jahre hinweg sind finanziell kaum zu erfassen. Diente das Ganze vielleicht einer Sanierung? Der Verdacht liegt nahe und zeigt auf, was in unserem Gesundheitssystem nicht stimmt. Da muss ganz massiv angesetzt werden, aber wahrscheinlich schreitet da wieder die entsprechende Lobby ein!

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Frida_Gold 09.06.2018, 10:40
5.

Zitat von weltraumschrott
... geht eben davon aus, dass der Betroffene seine Beschwerden wahrheitsgemäß schildert. Und das ist auch gut so, denn jeder Kranke hat zuallererst ein Recht darauf, dass seine Klagen ernst genommen werden. Die verschwindend geringe Anzahl von "Münchhausen"-Simulanten verwinden wir schon, wichtiger ist, den anderen Menschen mit dem Ernstnehmen von Symptomen Leben und Gesundheit zu retten bzw. wiederherzustellen.
Das System hat aber auch die Verantwortung, auch seltene Leiden zu erkennen und zu behandeln. Dass das im Fall von Münchhausen dauert, ist klar. Aber über 20 Jahre? Das ist nicht hinnehmbar und bedeutet, dass ein großer Teil solcher Fälle gar nicht erkannt wird. Ich finde es traurig, dass für Sie Menschen mit Münchhausen-Syndrom weniger wichtig sind als andere. Die verdienen genauso eine gute Behandlung wie jeder andere Patient.

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cobaea 09.06.2018, 10:43
6.

Zitat von mirage122
Diese Geschichte schreit derartig zum Himmel und zeigt auf, wie in Krankenhäusern mit wahrer Begeisterung Kosten produziert werden. Die unendlichen Untersuchungen über 22 Jahre hinweg sind finanziell kaum zu erfassen. Diente das Ganze vielleicht einer Sanierung? Der Verdacht liegt nahe und zeigt auf, was in unserem Gesundheitssystem nicht stimmt. Da muss ganz massiv angesetzt werden, aber wahrscheinlich schreitet da wieder die entsprechende Lobby ein!
1. Es handelt sich nicht um "unser" Gesundheitssystem sondern um das amerikanische. 2. Bitte ich doch darum, dass Patienten, die mit Schmerzen in die Klinik kommen, auch behandelt werden. Wenn man erstmal keine Ursache findet, heisst das nicht, dass es keine Erkrankung gibt, sondern meistens, dass man einfach die Ursache noch nicht gefunden hat. 3. Das Münchhausen-Syndrom, an dem dieser Patient leidet, ist derart selten, dass es weitaus besser ist, einen einzigen solchen Patienten "unnütz" zu untersuchen, als unzählige andere ohne weitere Untersuchung wegzuschicken. 4. Am ehesten dürfte solch ein PatientInnen in einem kleinen Regionalkrankenhaus entdeckt werden, wo die behandelnden ÄrztInnen und Pflegekräfte stationsübergreifend miteinander zu tun haben. Da fallen dann nämlich die unterschiedlichen Geschichten auf, die der Mann erzählt. Je grösser und spezialisierter die Klinik, desto länger fällt das nicht auf.

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celebraler_kortex 09.06.2018, 10:48
7. @mirage122: Aufmerksames Lesen

schützt vor unqualifizierten Kommentaren. Der Patient lebt in Kalifornien. Was hat das mit dem deutschen Gesundheitssystem zu tun?
Dass Medicare und Medicaid hier ein Faktor sind glaube ich nicht, ich vermute mal der hat das alles selber bezahlt. Seine Versicherung hätte ihm nämlich auch recht bald gekündigt, sobald er zu teuer wurde.

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Katzazi 09.06.2018, 12:22
8.

Ich bin kein Spezialist, aber selbst wenn das Münchhausen-Syndrom früher erkannt worden wäre, hätten seine möglichen Beschwerden weiter untersucht werden müssen. Denn das Vorliegen eines Münchhausen-Syndroms schützt leider nicht vor Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes oder sonstigen Krankheiten. Und bezüglich dem Vorwurf, dass das Münchhausen-Syndrom nicht behandelt wird: Wie im Artikel beschrieben, kann es (wie bei psychischen Krankheiten leider häufig) ohne Einsicht, Wunsch und Mithilfe des Patienten nicht sinnvoll behandelt werden.

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dzb 09.06.2018, 12:40
9.

Ein Münchhausen-Syndrom ist selten. Aber wer längere Zeit im Gesundheitswesen tätig war kennt solche Fälle und weiß wie schwierig die Diagnose ist.
Häufiger sind Patienten, die Symptome vortäuschen um zentral wirksame Medikamente zu erhalten (meist Schmerz- und Beruhigungsmittel bis hin zu Narkotika).
Patienten beider Gruppen sind psychisch krank, in der Regel schlau und in ihrer Vorgehensweise äußerst routiniert.
Häufige Wechsel des Krankenhauses erschweren die Diagnosefindung, das Aufsuchen praktisch aller Krankenhäuser einer Region ist die Regel.
Letztlich kann am ehesten die Krankenkasse auf Grund der ihr vorliegenden Informationen misstrauisch werden.
Hilfreich können in diesem Falle übrigens Honorarärzte oder -pflegekräfte sein, die in verschiedenen Krankenhäusern arbeiten und einen Patienten wiedererkennen - so bei mir als Arzt vorgenommen.
Viel häufiger und für das Gesundheitswesen finanziell sicherlich deutlich belastender sind Anforderungen der Rettungsdienste ohne dringlichen Grund und aus reiner Bequemlichkeit, wie leider immer wieder zu verzeichnen (der Notarzt kommt sofort, der hausärztliche Notdienst später, in der Praxis des Allgemeinmediziners sitzt man so lange...).

Fachliche Anmerkung: Das zur Erweiterung der Herzkranzgefäße seit langem eingesetzte Präparat wird zwar umgangssprachlich "Nitroglycerin" genannt, ist mit dem besagten Sprengstoff allerdings chemisch lediglich verwandt, aber nicht identisch, und natürlich in keinster Weise explosiv. Ansonsten würden täglich weltweit Notarztwagen und kardiologische Abteilungen in die Luft fliegen.

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