Forum: Gesundheit
Ein rätselhafter Patient: Wie Parkinson, nur anders
Getty Images

Eine Frau klagt über Beschwerden, die normalerweise bei Parkinson auftreten. Doch einige Symptome der Krankheit fehlen. Am Ende untersuchen die Ärzte auch den Sohn der Patientin - und stellen die richtige Diagnose.

carinesophie 19.03.2017, 18:28
1. Wie immer: gute med. Diagnose ist wichtig

Das Häufige ist häufig - aber das Seltene kommt auch vor; da braucht es dann aber auch ein diagnostisches Umfeld, neben der richtigen Fährte bei den Blutwerten dann die richtige Apparatemedizin beim CT oder Kernspin - und natürlich auch die passenden Ärzte, die die Befunde auch richtig übersetzen können und eine wissenschaftlich nachvollziehbare Behandlung durchführen. Da hat es der Quacksalber leichter: er suggeriert jedem Kunden erst einmal eine Krankheit, die es oft garnicht gibt oder nicht vorhanden ist, dann kommt eine vielleicht schädliche bzw. nicht wirksame Behandlung und die echte Krankheit wird verschleppt... Hier hätte ja keine sog. Chin. Medizin oder eine Kräutermischung geholfen; für westliche Leser wohl fast schon erstaunlich, daß gerade China ja auf echte Medizin setzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
l.michael 19.03.2017, 22:59
2. Echte Medizin?

Für Sie ist die klassische Chinesische Medizin keine echte Medizin?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Christian Svenssson 20.03.2017, 03:36
3. Ct

Man sollte wissen, das alle medizinischen Untersuchungen und Konsultationen, also auch CT, gegen Vorkasse gemacht werden. Ein CT kostet zirka 150€. Ein Drittel eines normalen Monatseinkommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chalchiuhtlicue 20.03.2017, 06:57
4.

Zitat von carinesophie
Das Häufige ist häufig - aber das Seltene kommt auch vor; da braucht es dann aber auch ein diagnostisches Umfeld, neben der richtigen Fährte bei den Blutwerten dann die richtige Apparatemedizin beim CT oder Kernspin - und natürlich auch die passenden Ärzte, die die Befunde auch richtig übersetzen können und eine wissenschaftlich nachvollziehbare Behandlung durchführen. Da hat es der Quacksalber leichter: er suggeriert jedem Kunden erst einmal eine Krankheit, die es oft garnicht gibt oder nicht vorhanden ist, dann kommt eine vielleicht schädliche bzw. nicht wirksame Behandlung und die echte Krankheit wird verschleppt... Hier hätte ja keine sog. Chin. Medizin oder eine Kräutermischung geholfen; für westliche Leser wohl fast schon erstaunlich, daß gerade China ja auf echte Medizin setzt.
Oh, China setzt nicht nur auf traditionelle Medizin. Die moderne evidenzbasierte Medizin wird in China auf einem Niveau praktiziert, das dem der westlichen Welt entspricht. In entlegenen ländlichen Regionen mag die Verfügbarkeit moderner Medizin erheblich schlechter sein, aber in städtischen Bereichen kriegt man die gleiche Diagnostik und die gleichen Therapien wie bei uns auch. Was den Fall anbetrifft: Bei Basalganglienverkalkungen dachte ich sofort an (Pseudo)Hyperparathyreoidismus, weil ich als in der Inneren Medizin tätiger entsprechend denke. Die Kollegen, auf die die Patientin zuerst traf, waren aber wohl Neurologen und dachten zuerst an Verkalkungen von vormals nekrotischen (abgestorbenen) Arealen. Dies zeigt, dass die frühzeitige Erkennung einer Erkrankung auch sehr davon abhängt, ob man gleich zu Ärzten des richtigen Fachgebietes kommt. Ein auffällig niedriger Kalziumwert wäre in einer internistischen Abteilung in weniger als einer Stunde erkannt worden, evtl. sogar schon nach Minuten (Blutgasanalyse mit Elektrolybestimmung oder auch spezifische Veränderungen im EKG).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
isikat 20.03.2017, 08:35
5. Bei uns

würde niemals so gründlich und umfangreich untersucht werden - und es würden schon gar nicht Familienangehörige einbezogen werden. Kommt man heute zum Beispiel mit tierischen Schulter-Arm-und Rückenschmerzen sowie starken Bewegungseinschränkungen ins Krankenhaus, wird einem eine Magen- und Darmspiegelung angeboten sowie evtl. noch ein Herzecho, bestenfalls noch eine Röntgenaufnahme vom Rücken und ein Gespräch mit einem Rheumatologen - alles Dinge, die mit den vorhandenen Schmerzen in keinem Zusammenhang stehen. Das wars dann aber auch und man wird als gesetzlich Versicherter mit "Verdacht auf somatoforme Störung" nach einer Woche entlassen. Auf dieser "somatoformen Störung" ruhen sich danach sämtliche ambulanten Ärzte aus und drängen einen dazu, Psychopharmaka zu nehmen. Das ist die Folge der "Fallpauschalen". Die KH-Untersuchungen richten sich nach der Höhe der Fallpauschale. MRT wird meistens im KH verweigert, da zu teuer. Nach einem Jahr unerträglicher Schmerzen und Kämpfe mit unwilligen ambulanten Fachärzten um MRTs stellt sich dann heraus: 3 Bandscheibenvorfälle in der HWS, beginnende Rückenmarkschädigung, Schleimbeutelentzündungen in den Schultern, Sehnen-Teilruptur, Sehnenentzündungen etc. Von wegen "somatoforme Störungen" Zu allem Übel wird man auch noch als Patient mit schwieriger Persönlichkeit eingestuft, wenn man die Einnahme von Psychopharmaka verweigert, weil man selbst ja ganz genau weiß, dass man psychisch keinesfalls labil ist.....So ist das bei uns seit der Gesundheitsreform dank Rösler........ Wird man wirklich krank, ist man aufgeschmissen - ganz besonders, wenn mehrere Dinge zusammenkommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ruhepuls 20.03.2017, 09:01
6. Kommt drauf an....

Zitat von carinesophie
Das Häufige ist häufig - aber das Seltene kommt auch vor; da braucht es dann aber auch ein diagnostisches Umfeld, neben der richtigen Fährte bei den Blutwerten dann die richtige Apparatemedizin beim CT oder Kernspin - und natürlich auch die passenden ......
Es ist schon eigenartig, dass immer so getan wird als müsse man sich entscheiden: traditionelle oder moderne Medizin. Dabei ist das kein Widerspruch. Beides hat Stärken und Schwächen. Früher starben die Leute eher an Infektionen und Unfällen - heute an verschleppten chronischen Krankheiten, die sich oft aus funktionellen Störungen entwickeln, die kein bildgebendes Verfahren - und oft auch kein Labor - erklären kann oder die man mit Laborwertekosmetik nicht verhindert. Da ist dann eben der "Quacksalber" gefragt - und nicht der Medizin-Techniker. In China existiert die moderne Medizin - und die traditionelle Medizin zusammen - und das in der gleichen Klinik. Und auch bei uns ist "integrative Medizin" inzwischen keine Fremdwort mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
static2206 20.03.2017, 15:18
7. Schade das Dr. House eingestellt wurde

solche Krankheiten wären auch passend in der Serie gewesen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
willibaldus 23.03.2017, 17:48
8.

Zitat von isikat
würde niemals so gründlich und umfangreich untersucht werden - und es würden schon gar nicht Familienangehörige einbezogen werden. Kommt man heute zum Beispiel mit tierischen Schulter-Arm-und Rückenschmerzen sowie starken Bewegungseinschränkungen ins Krankenhaus, wird einem eine Magen- und Darmspiegelung angeboten sowie evtl. noch ein Herzecho, bestenfalls noch eine Röntgenaufnahme vom Rücken und ein Gespräch mit einem Rheumatologen - alles Dinge, die mit den vorhandenen Schmerzen in keinem Zusammenhang stehen. Das wars dann aber auch und man wird als gesetzlich Versicherter mit "Verdacht auf somatoforme Störung" nach einer Woche entlassen. Auf dieser "somatoformen Störung" ruhen sich danach sämtliche ambulanten Ärzte aus und drängen einen dazu, Psychopharmaka zu nehmen. Das ist die Folge der "Fallpauschalen". Die KH-Untersuchungen richten sich nach der Höhe der Fallpauschale. MRT wird meistens im KH verweigert, da zu teuer. Nach einem Jahr unerträglicher Schmerzen und Kämpfe mit unwilligen ambulanten Fachärzten um MRTs stellt sich dann heraus: 3 Bandscheibenvorfälle in der HWS, beginnende Rückenmarkschädigung, Schleimbeutelentzündungen in den Schultern, Sehnen-Teilruptur, Sehnenentzündungen etc. Von wegen "somatoforme Störungen" Zu allem Übel wird man auch noch als Patient mit schwieriger Persönlichkeit eingestuft, wenn man die Einnahme von Psychopharmaka verweigert, weil man selbst ja ganz genau weiß, dass man psychisch keinesfalls labil ist.....So ist das bei uns seit der Gesundheitsreform dank Rösler........ Wird man wirklich krank, ist man aufgeschmissen - ganz besonders, wenn mehrere Dinge zusammenkommen.
Ich habe da unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ein Arzt, der meiner Frau am Schlüsselbein herummeisseln lassen wollte, was der andere mit einer Cortisonspritze langfristig beheben konnte.
Andererseits schnelles Erkennen meiner Lungenembolie beim Hausarzt in Zusammenarbeit mit den anderen Ärzten im Ärztehaus. War in Nullkommanichts mit Ambulanz im Krankenhaus.
Eine Vermieterin, der das falsche Knie operiert wurde.
Im großen Ganzen bin ich mit der Kassenversorgung total zufrieden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren