Forum: Gesundheit
Eine Hebamme über ihren Beruf: "Magische Momente"
Getty Images

Sabeth Blumreder betreut sowohl Geburten in der Klinik als auch Neugeborene und ihre Eltern im Wochenbett. In ihrem Beruf muss sie einsame Entscheidungen treffen, erlebt brutalen Zeitdruck - und unfassbares Glück.

Seite 1 von 3
Him 04.04.2018, 11:02
1. Danke!

Ein großen Dank an alle, die diesen Beruf ausüben! Leider wird dieser (wie alle Berufe im sozialen Umfeld) viel zu wenig wertgeschätzt, insbesondere finanziell. Dass ein Handwerker oder Bänker für deren materielle Arbeiten SEHR viel mehr verdienen, als jemand, der sich um den Menschen kümmert, ist ein absolutes Unding!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
severus1985 04.04.2018, 11:14
2. meine Hochachtung

Auch von mir als werdendem Vater ein großes Dankeschön allen Hebammen. Man müsste euch das doppelte zahlen oder euch anders entlasten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mhwse 04.04.2018, 11:35
3. Bigotterie gekreuzt mit mangelnder Bildung ..

meine Frau wurde, trotz erheblicher Schmerzen (und abschliessendem medizinischen Befund) - Schmerzen trotz Morphium ..
als Weichei, als vernatwortungslos und unfähig ein Kind auszutragen beschimpft - von Hebammen.

Der Berufsstand gehört abgschafft - die Gynäkologin hat zum Glück die Gesundheit der Mutter und des Kindes geschützt ..(sie hat sich begonnen zu wundern, warum bei einer Dosis, die auch schon einem Junkie gereicht hätte, immer noch Schmerzen vorlagen - und endlich - begonnen wissenschafltich zu arbeiten)

Aber ich werde hier den Eindruck nicht los, dass es mehr ein CDU/evangelische Kirche tageblatt zu werden beginnt..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hermanngaul 04.04.2018, 12:00
4. leider

schwingt in dem Interview auch das Problem mit, dass durch den immer größer werdenden Druck im Krankenhaus die Menschen, welche am Patienten arbeiten sich gegenseitig belasten statt zu solidarisieren.
Jeder versucht über die Runden zu kommen. Und dann mündet das in Konflikten zwischen Kollegen oder Hebamme und Arzt.
Die Druckausübenden aber sitzen fern ab der Dramatik und Belastung im klimatisierten ruhigen Büro.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aleron 04.04.2018, 12:07
5. Ich ziehe meinen Hut!

Ich bin dreifacher Vater, alle unsere Kinder wurden im Kreissaal geboren. Natürlich hat die erste Geburt am längsten gedauert. Aber alle drei Hehbammen haben immer eine unvorstellbare Ruhe ausgestrahlt und an uns Eltern übertragen. Auch die Nachsorge war tatenlos. Also Hut ab für die Frauen die diesen Beruf ausüben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Onkel Uwe 04.04.2018, 12:13
6.

Zitat von mhwse
meine Frau wurde, trotz erheblicher Schmerzen (und abschliessendem medizinischen Befund) - Schmerzen trotz Morphium .. als Weichei, als vernatwortungslos und unfähig ein Kind auszutragen beschimpft - von Hebammen.
Dann sind sie an schlechte Hebammen geraten, dass kann ihnen bei Ärzten aber genauso passieren.
Für mich sagt der Artikel, aber auch ihr Bericht, vielmehr zu der Thematik aus, dass man Geburten vielleicht noch mehr aus dem Krankenhaus heraus bekommen sollte und mehr wieder in Begleitung von Arzt UND Hebamme schon ab frühem Stadium der Schwangerschaft. Weil man dann auch die Hebamme bereits frühzeitig kennenlernt und sich im Fall des Falles für eine andere entscheiden kann!
Wir sind mit diesem Motto bei unseren beiden Kindern im Geburtshaus sehr gut gefahren, auch wenn wir beim "Großen" wegen Geburtsstillstand doch noch ins Krankenhaus mussten. Es hat problemlos funktioniert und er ist trotzdem noch natürlich auf die Welt gekommen. Leider wird durch das unsägliche System der schlechten Versicherungslage für freiberufliche Hebammen die Möglichkeit immer schwerer, außerhalb des Krankenhauses zu gebären. Damit muss man sich dann auch auf sein Glück verlassen, welche Hebamme man bekommt, wieviel Zeit sie für einen hat und ob es nicht zum Schichtwechsel kommt.

tldr; Kreissäle und Geburt im Krankenhaus kann nicht abgeschafft werden, aber die Möglichkeiten der Geburt außerhalb und die Absicherung der freiberuflichen Hebammen gehören verbessert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KatschHH 04.04.2018, 12:17
7.

Zitat von mhwse
meine Frau wurde, trotz erheblicher Schmerzen (und abschliessendem medizinischen Befund) - Schmerzen trotz Morphium .. als Weichei, als vernatwortungslos und unfähig ein Kind auszutragen beschimpft - von Hebammen. Der Berufsstand gehört abgschafft - die Gynäkologin hat zum Glück die Gesundheit der Mutter und des Kindes geschützt ..(sie hat sich begonnen zu wundern, warum bei einer Dosis, die auch schon einem Junkie gereicht hätte, immer noch Schmerzen vorlagen - und endlich - begonnen wissenschafltich zu arbeiten) Aber ich werde hier den Eindruck nicht los, dass es mehr ein CDU/evangelische Kirche tageblatt zu werden beginnt..
Das tut mir sehr leid für Sie und Ihre Frau. Nichtsdestotrotz ist das Ihre ganz eigene persönliche Erfahrung mit EINER Hebamme. Kein Grund, einen ganzen Berufsstand zu verteufeln. Was meinen Sie, was Menschen alles mit Ärzten erleben. Es sind immer ganz individuelle Erlebnisse. Hebammen sind etwas ganz Wunderbares und ich bin meinen zutiefst dankbar!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
misslongstocking 04.04.2018, 12:24
8. Pauschalisierung und Verunglimpfung

Zitat von mhwse
meine Frau wurde, trotz erheblicher Schmerzen (und abschliessendem medizinischen Befund) - Schmerzen trotz Morphium .. als Weichei, als vernatwortungslos und unfähig ein Kind auszutragen beschimpft - von Hebammen. Der Berufsstand gehört abgschafft - die Gynäkologin hat zum Glück die Gesundheit der Mutter und des Kindes geschützt ..(sie hat sich begonnen zu wundern, warum bei einer Dosis, die auch schon einem Junkie gereicht hätte, immer noch Schmerzen vorlagen - und endlich - begonnen wissenschafltich zu arbeiten) Aber ich werde hier den Eindruck nicht los, dass es mehr ein CDU/evangelische Kirche tageblatt zu werden beginnt..
So sehr ich die Wut des Foristen verstehe - deshalb den ganzen wichtigen Berufsstand der Hebamme zu verurteilen ist vollkommen daneben. Die allermeisten Hebammen sind verantwortungsvolle, sehr kompetente und empathische Menschen, die jede Mutter während und nach der Geburt bestärken, helfen, unterstützen. Nur dank unserer ersten Hebamme sind wir und unsere Große so gut durch die schwierige Anfangszeit gekommen. Eine Geburt ist nicht nur wissenschaftlich-medizinisch, sondern eine intensive emotionale Erfahrung - selbst bei einem Notkaiserschnitt, wie er damals bei uns (Geburtsstillstand) leider notwendig war.
Also, nochmal, werter Herr: Es tut mir sehr leid, dass Sie und Ihre Frau mit den Hebammen, die für Sie verantwortlich waren, offensichtlich so negative Erfahrungen gemacht haben. Dennoch gibt Ihnen das nicht das Recht, alles über einen Kamm zu scheren. Hebammen sind wichtig, notwendig und es tut mir um jede werdende Mutter leid, der KEINE kompetente Hebamme zur Seite steht. Auch in der Nachsorge ist eine gute Hebamme unverzichtbar. Meine beiden Hebammen haben es geschafft, mich trotz nicht optimaler Ausgangssituation (ich habe eine ausgeprägte Blutgerinnungsstörung, das kann gerade bei Kaiserschnittgeburten zu Problemen führen, die nicht zu unterschätzen sind) hervorragend durch die anstrengende Zeit nach der Geburt zu bringen. Es sind nicht alle gleich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
polza_mancini 04.04.2018, 12:53
9. Naja...

Zitat von Onkel Uwe
...Leider wird durch das unsägliche System der schlechten Versicherungslage für freiberufliche Hebammen die Möglichkeit immer schwerer, außerhalb des Krankenhauses zu gebären. Damit muss man sich dann auch auf sein Glück verlassen, welche Hebamme man bekommt, wieviel Zeit sie für einen hat und ob es nicht zum Schichtwechsel kommt. tldr; Kreissäle und Geburt im Krankenhaus kann nicht abgeschafft werden, aber die Möglichkeiten der Geburt außerhalb und die Absicherung der freiberuflichen Hebammen gehören verbessert.
...die schlechte Versicherungslage kommt ja nicht von ungefähr sondern hat einen (kalten) versicherungsmathematischen Hintergrund: bei Geburten außerhalb des Krankenhauses wird die Gefahr einer schweren Folge offenbar signifikant höher eingeschätzt oder (weiß ich nicht) es ist nachweislich zu schlimmeren Schäden gekommen (bzw. ist es heute eben medizinisch möglich, auch Leidtragende schiefgelaufener Geburten langfristig am Leben zu halten).
Persönlich würden meine Frau und ich uns NIE für eine Geburt außerhalb des Krankenhauses entscheiden, denn da steht alles zur Verfügung, was man braucht - gerne auch mit Unterstützung von Hebammen (die ich bei unserem Nachwuchs ebenfalls als sehr beruhigend in Erinnerung habe). Wer partout eine Hausgeburt haben möchte, soll eben einen entsprechenden Beitrag aus eigener Tasche reinbuttern, um die Beiträge zu kompensieren, ganz einfach!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3