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Ernährungsstudie: Schützen Biolebensmittel vor Krebs?
DPA

Wer viele Bioprodukte isst, hat ein geringeres Risiko, an Krebs zu erkranken - zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus Frankreich. Deutsche Forscher sehen die Schlussfolgerungen der Kollegen skeptisch.

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ruhepuls 04.01.2019, 15:21
1. Bio hilft nicht nur dem, der es ist...

Sicher ist es gesundheitlich günstig, wenn man vorwiegend "Bio" isst. WIE günstig ist im Einzelfall immer schwierig zu entscheiden. Schließlich kommt es auch auf die Menge und die Art an. Wer sich von "Bio-Müsli-Riegel" statt "Normal-Müsli-Riegel" ernährt, wird vermutlich kaum Vorteile haben, da beides Zuckerbomben sind. Und ob der Zucker dann bio ist oder nicht, spielt da auch keine Rolle mehr. Und ob der Zuchtlachs nun mit Bio-Soja gefüttert wird oder mit Normal-Soja ändert an seiner schlechten Fettsäuren-Zusammensetzung aufgrund dieser Fehlernährung auch nichts. Dafür müsste man ihn artgerecht halten und füttern (Krill etc.).
Auf der anderen Seite hat "Bio" ja nicht nur für den Vorteile, der es isst, sondern für uns alle. Bio-Landwirte müssen - je nach "Siegel" streng oder weniger streng - deutlich weniger Pestizide und Herbizide verwenden, als konventionelle. Das führt nicht nur zu geringerer Belastung der Produkte, sondern auch generell zu geringerer Belastung der Umwelt - und das nützt allen.
Inzwischen ist "Bio" auch nicht mehr so viel teurer als konventionelle (Ausnahme: Fleisch), weil viele Supermärkte und Discounter zumindest "Euro-Bio" im Angebot haben. Und LIDL seit Neuestem wohl auch "Bioland". Der Trend ist geht klar Richtung Bio-Produkte. Und das ist gut so. Auch wenn man damit keine "Anti-Krebs-Garantie" hat, aber die hat man nie, egal, was man macht.

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quark2@mailinator.com 04.01.2019, 15:22
2.

Intelligentere Menschen, die sich bewußter ernähren und dafür mehr Geld ausgeben (können) erkranken also seltener an Krebs ... Es ist ja immer gut, sowas auch mal exakt zu vermessen, aber die Erkenntnis an sich ist ja nun nicht sooo überaschend. Ob aber z.B. mit massenhaft Kupfer (Schwermetall) statt mit Chemie geschützter Biowein wirklich weniger krebserregend ist ...

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großwolke 04.01.2019, 15:26
3. Falsche Benutzung der Sprache

Es sank bei den Studienteilnehmern nicht das RISIKO für Brustkrebs, sondern das AUFTRETEN der Krankheit. Das ist es, was gemessen wurde. Wenn man das so formuliert, stellt sich die Frage nach der Ursache dieses Befundes fast von selbst. Bitte bemüht euch in der Wissenschaftsredaktion ein bisschen mehr um genaue Sprache. Gerade in Eurem Bereich machen schon kleine Ungenauigkeiten oft einen großen Unterschied.

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equigen 04.01.2019, 15:27
4. Möglicher Grund: Keine Zusatzstoffe

Wer auf die Zutatenliste von konventionellen Lebensmitteln schaut ist ja öfters mal erstaunt, was da an schrägen Dingen alles so drin ist: Künstliche Aromen, Süßsstoffe, Verdickungsmittel seltsamster Art, bedenkliche Farbstoffe usw. Bei Bio-Lebensmitteln ist dagegen sehr oft genau das drin was nach Mutters Originalrezept auch drin wäre. Das ist für mich übrigens auch ein Grund dafür, immer öfter Bio zu nehmen: Man kann sich das Durchlesen der Zutatenliste oft sparen, es gibt meist keine schlechten Überraschungen.

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Pfaffenwinkel 04.01.2019, 15:34
5. Weniger Pestizide in den Lebensmitteln

sind ganz sicher der Gesundheit zuträglich, dazu brauche ich keine Studie. Ob es jedoch Krebs verhindert, steht auf einem anderen Blatt.

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ManRai 04.01.2019, 15:48
6. Sehr interessante Studie

Wirklich gut geplante Studie (habe Original Publikation gelesen) aber mit einigen kleinen Problemen, die Untersuchung beruht auf Befragung der Teilnehmer - und es gibt ein gutes Buch "Everybody Lies" und das gibt für solche Studien schon zu denken. Manche Leute werden ihr Essverhalten/Trinken/Rauchen nicht mitteilen, oder werden es beschönigen. Und dann fehlt mir auch noch Organic Food - aber wo angebaut?

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emil_erpel8 04.01.2019, 15:52
7.

Zitat von quark2@mailinator.com
Intelligentere Menschen, die sich bewußter ernähren und dafür mehr Geld ausgeben (können) erkranken also seltener an Krebs ... Es ist ja immer gut, sowas auch mal exakt zu vermessen, aber die Erkenntnis an sich ist ja nun nicht sooo überaschend. Ob aber z.B. mit massenhaft Kupfer (Schwermetall) statt mit Chemie geschützter Biowein wirklich weniger krebserregend ist ...
Artikel gelesen? Da steht doch eindeutig drin, daß diese Faktoren herausgerechnet wurden. Inwieweit das stimmt, mag dahingestellt sein, die verlinkte Veröffentlichung ist nur gegen Geld einsehbar.

Außerdem steht im "Abstract" der Veröffentlichung auch nur, daß ein statistischer Zusammenhang zwischen Biokonsum und Krebserkrankungsrate besteht. Eine Aussage über die Ursachen oder gar Kausalität dieses Zusammenhangs steht da nicht. Man kann also davon ausgehen, daß die Autoren einen solchen nicht gefunden haben, auch nicht den von Ihnen postulierten.

Leider ist der Artikel - wie üblich, wenn es um Wissenschaft geht - eine wild verquirlte Mischung aus Auszügen der Veröffentlichung, und unsachlichem Weiterspinnen seitens Spon. "Es besteht ein statistischer nachweisbarer Zusammenhang zwischen X und Y" ist nämlich mitnichten dasselbe wie "Wer X befolgt hat ein niedrigeres/höheres Risiko für Y". Welcher Teufel muß einen denn reiten, um Passagen wie diese zu schreiben: "Die Forscher erklären den schützenden Effekt vor allem mit dem geringeren Gehalt an Pestiziden in Biolebensmitteln." In den Absätzen davor wurde doch gerade noch betritten, daß sich eine solche Kausalität finden ließ, und dann macht man einfach fröhlich weiter und stellt Hypothesen über die Kausalität auf, als hätte man sie gerade nachgewiesen.

Allgemein wäre es wünschenswert, wenn diese Art Artikel mehr bei den Fakten blieben und aus "es konnte keine Kausalität nachgewiesen" nicht regelmäßig ein "vielleicht ist das so, weil ..." machte.

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Paul-Merlin 04.01.2019, 15:55
8. Falsche Fragen falsche Antworten

Nun, wer viele Bio-Produkte isst wird in der Regel auch ein höheres Einkommen haben, einen generell gesünderen Lebensstil leben und unter besseren Wohnverhältnissen leben als ein Geringverdiener, meistens noch körperlich hart arbeitender Mitbürger, der wenig verdient, ein schlichtweg unfreundlicheres Lebensumfeld hat und sich die teuren Bio-Produkte einfach nicht leisten kann. Die Fragestellung auf die Bio-Essgewohnheiten zu beschränken ist somit barer Unsinn.

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lionel_hutz 04.01.2019, 16:20
9. Das wirklich Spannende ist hier leider nicht ausgeführt worden ...

Der Artikel zählt einige relevante Faktoren auf, die als Einflussfaktoren für Krebserkrankungen bekannt sind. Es überrascht nicht, dass diese Risikofaktoren mit dem Konsum von Bio-Lebensmitteln korellieren und offensichtlich habe sich ja auch die Wissenschaftler etwas dabei gedacht.

Spannend wäre jetzt, zu erfahren, wie die Studie diese Umstände "herausgerechnet" hat. Dazu steht da aber leider nichts.

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