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Erste-Hilfe-Angebote: Was Menschen in psychischen Krisen hilft
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Wenn jemand auf der Straße umfällt, ruft man einen Notarzt. Doch wenn jemand neben uns weint, apathisch oder verzweifelt wirkt, was dann? Ein Projekt will vermitteln, wie man erste - psychische - Hilfe leistet.

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Sibylle1969 03.10.2017, 19:55
1.

Meine Schwester leidet seit einigen Jahren an Depressionen verbunden mit einer Angststörung. Zwischenzeitlich ging es ihr immer wieder mal besser, doch im Sommer hatte sie wieder eine akute Phase. In dieser Zeit rief sie mich mehrmals an, und ich merkte sofort, dass sie in einem schlechten Zustand war. Ich war total unsicher, wie ich mich in dieser Situation verhalten sollte. Eine solche Schulung würde ich sofort mitmachen, das wäre in dieser Situation sicher hilfreich gewesen.

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Nicole1975 03.10.2017, 20:46
2.

Super Idee. Unsere Gesellschaft ist sowas von blind, wenn es um psychisches Wohlbefinden geht .... von Krankheit will ich da gar nicht reden, jeder kann irgendwann in seinem Leben in eine Ausnahmesituation gelangen, in der er nicht mehr weiterweiss. Wenn jemand auch nur einen Hauch von Ahnung hat, wie man dann reagiert, statt sich von seiner eigenen Unsicherheit getrieben einfach wegzudrehen, ist unter Umstaenden schon sehr viel geholfen.

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freigeistiger 03.10.2017, 20:51
3. Ein vel größeres Problem

Eine richtige fachgerechte Hilfe gibt es durchweg nicht. Die nominalen Fachkräfte und nominalen Facheinrichtungen machen mit durchweg angelerntem Wissen eine Bearbeitung der offensichtlichen Symptome. Auf der Grundlage vom "gesunden Menschenverstand" mit Forderungen stellen und Erwartungshaltung haben gegenüber dem/der Hilfesuchenden. Der Patient hat die Erwartungshaltung von Therapeuten und sozial? Arbeitern zu erfüllen, anstatt dass an den Bedürfnissen des Patienten gearbeitet wird. Wobei gerade bei sozial? Arbeitern ein Klientel mit verbreitet eigenen Problemen und sozialen Defiziten ist. Zusammengefasst, es fehlt durchweg der Bildungshintergrund und fundiertes verinnerlichtes Wissen, um Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen und zu erkennen, und dass dann entsprechend zu bearbeiten. Mit wirklichen Erfolgsaussichten. Dass lernt man nicht in der Ausbildung. Das jetzige Erfolgsziel ist, wenn es ordentlich aussieht, dann ist die Welt in Ordnung. Nur der oberflächliche Anschein wird gesehen.

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Newspeak 03.10.2017, 20:58
4. ...

Ich habe einmal eine manische Phase bei einem bipolaren Mitmenschen erlebt, und den Umschwung in die Depression. Das hat mich in keinster Weise darauf vorbereitet, als ein Arbeitskollege dasselbe erlebte. Ein Kurs kann sicher viele Anregungen geben, unterstuetzend kann man sicher taetig werden, aber wieso glaubt man, man koenne das mit einem vollwertigen Psychologie/Psychiatriestudium vergleichen? Abgesehen davon, dass viele ernste psychische Erkrankungen auch medikamentoes behandelt werden muessen. Wenn sich jemand bei einem Unfall den Arm abtrennt, kommt auch keiner auf die Idee, durch einen Kurs ausgebildeten Laien die Behandlung zu ueberlassen, aber bei psychischen Erkrankungen schon? Das zeigt nur, dass offenbar selbst Experten ihr eigenes Fach zu gering schaetzen. Ebenso wie es bei anderen Erkrankungen eine Notfallambulanz gibt und dann zeitnah therapiert wird, muss sich das auch bei psychischen Erkrankungen durchsetzen, die sind, wenn man an Suizide denkt, vielleicht in manchen Faellen ebenso akut lebensbedrohend wie ein Herzanfall oder Krebs.

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ansv 03.10.2017, 21:02
5. Wer will das denn wirklich?

Wie oft sieht man, dass Menschen sich von Freunden abwenden, wenn dort jemand schwer krank wird oder wenn jemand trauert. Dabei muss man so oft einfach nur da sein und zuhören, um einem anderen zu helfen.

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chaisari 03.10.2017, 21:22
6. tja

Ich leide an verschiedenen Formen der Dissoziation. So auch Trancezustände. mir hat nie jemand geholfen. abgestempelt wurde ich als Drogensüchtige. Ich trinke nicht Mal Alkohol. Einmal kam die Polizei zu mir nach Hause wegen Suizidgefahr. Einer der ersten Drohungen des Polizisten war er knalle meinen Hund ab. Genau so haben mir auch Fremde auf einer Brücke gesagt spring doch endlich. Als traumatisierter Mensch habe ich selten Hilfe erfahren und den Staat mit seinem lächerlichen Opferentschädigungsgesetz bin ich auch sch* egal. Alles was ich mir heute aufgebaut habe musste ich alleine machen mit Steinen im Weg die monströs waren und sind. Ein wenig mehr Empathie und zuhören kann sicherlich manchen Suizid verhindern.

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eFred 03.10.2017, 21:50
7.

Zitat von Newspeak
Ich habe einmal eine manische Phase bei einem bipolaren Mitmenschen erlebt, und den Umschwung in die Depression. Das hat mich in keinster Weise darauf vorbereitet, als ein Arbeitskollege dasselbe erlebte. Ein Kurs kann sicher viele Anregungen geben, unterstuetzend kann man sicher taetig werden, aber wieso glaubt man, man koenne das mit einem vollwertigen Psychologie/Psychiatriestudium vergleichen? Abgesehen davon, dass viele ernste psychische Erkrankungen auch medikamentoes behandelt werden muessen. Wenn sich jemand bei einem Unfall den Arm abtrennt, kommt auch keiner auf die Idee, durch einen Kurs ausgebildeten Laien die Behandlung zu ueberlassen, aber bei psychischen Erkrankungen schon? Das zeigt nur, dass offenbar selbst Experten ihr eigenes Fach zu gering schaetzen. Ebenso wie es bei anderen Erkrankungen eine Notfallambulanz gibt und dann zeitnah therapiert wird, muss sich das auch bei psychischen Erkrankungen durchsetzen, die sind, wenn man an Suizide denkt, vielleicht in manchen Faellen ebenso akut lebensbedrohend wie ein Herzanfall oder Krebs.
Im Artikel geht es eindeutig nur um Erste Hilfe in psychischen Notfällen. Es wird an keiner Stelle gesagt, dass man glaubt, ein Laie der einen Kurs absolviert hat könne die Behandlung eines psychisch kranken Menschen übernehmen. Ich kann Ihre Ansicht aus diesem Grund nicht nachvollziehen. Und um Ihr Beispiel mit dem Unfall aufzugreifen: Der Mensch, dem der Arm abgetrennt wurde wird im nachhinein froh über den Ersthelfer sein, der mit einem Druckverband eine starke Blutung stillen und damit ein eventuelles verbluten verhindern konnte.

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lahozdeoro 03.10.2017, 21:52
8. Problemlösung ist immer ein sinnvoller Versuch

@freigeistiger (wirklich??) - "Eine richtige fachgerechte Hilfe gibt es durchweg nicht." - Ich weiß, auf welche Problematik sie anspielen und sie ist auch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dennoch lohnt es sich, sich über wirkungsvolle Therapien zu informieren und es gibt (z.B. hier in Hamburg) wirklich gute Zentren und Therapeuten. Sie dürfen nicht aus einigen problematischen Therapeuten-Beziehungen auf alle schließen.

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widower+2 03.10.2017, 21:56
9. Fürchterliche Krankheit

Zitat von Newspeak
Ich habe einmal eine manische Phase bei einem bipolaren Mitmenschen erlebt, und den Umschwung in die Depression. Das hat mich in keinster Weise darauf vorbereitet, als ein Arbeitskollege dasselbe erlebte. Ein Kurs kann sicher viele Anregungen geben, unterstuetzend kann man sicher taetig werden, aber wieso glaubt man, man koenne das mit einem vollwertigen Psychologie/Psychiatriestudium vergleichen? Abgesehen davon, dass viele ernste psychische Erkrankungen auch medikamentoes behandelt werden muessen. Wenn sich jemand bei einem Unfall den Arm abtrennt, kommt auch keiner auf die Idee, durch einen Kurs ausgebildeten Laien die Behandlung zu ueberlassen, aber bei psychischen Erkrankungen schon? Das zeigt nur, dass offenbar selbst Experten ihr eigenes Fach zu gering schaetzen. Ebenso wie es bei anderen Erkrankungen eine Notfallambulanz gibt und dann zeitnah therapiert wird, muss sich das auch bei psychischen Erkrankungen durchsetzen, die sind, wenn man an Suizide denkt, vielleicht in manchen Faellen ebenso akut lebensbedrohend wie ein Herzanfall oder Krebs.
Bei bipolaren Störungen oder Manischdepressiven ist der Leidensdruck für alle Beteiligten unglaublich groß und die Todesrate höher als bei manchen heute gut zu behandelnden Krebsarten.

Jede Hilfe von jeder Seite ist daher zu begrüßen. Das Niveau bewegt sich allerdings auf dem der DGzrS, als diese noch mit Ruderbooten zur Rettung Schiffbrüchiger aufgebrochen ist. Ob es wirklich zielführend ist, jetzt auch noch Leute mit dem Freischwimmer in die stürmische See zu schicken, wird sich zeigen.

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