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Erste Hilfe: Nur jeder Fünfte traut sich Wiederbelebung zu
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Die meisten Menschen in Deutschland wollen anderen in einer Notsituation helfen - eine Herzdruckmassage aber trauen sich nur die wenigsten zu. Das kostet Leben.

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al2510 14.09.2017, 20:12
1. Bitte Aufkleber verbreiten

In meinem Erste Hilfe Kurs 82 könnte man einen Aufkleber erwerben, wo alles anschaulich noch mal dargestellt war. Das Auto haben wir nicht mehr, ich hatte es an die Fahrertür geklebt. Würde aber gerne noch so einen Aufkleber haben. Vielleicht kann das ja in alle Autos ab Werk eingebaut werden. Den Kurs sollte man auch alle 20 Jahre wiederholen müssen. Gott sei Dank, musste ich nie helfen.

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zeichenkette 14.09.2017, 20:46
2. Herzmassage ist verdammt anstrengend

100mal pro Sekunde den Brustkorb eines Erwachsenen 5cm eindrücken schafft man allein nur länger, wenn man recht fit und sportlich ist.

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ansv 14.09.2017, 21:17
3. Merkt das keiner?

"Das Interesse am Thema und die grundsätzliche Bereitschaft zu helfen sind groß, aber das Wissen lückenhaft, und vor lebensrettenden Maßnahmen scheuen viele aus Angst, etwas falsch zu machen, leider zurück" - wenn das Interesse groß wäre, wäre das Wissen wohl nicht lückenhaft, oder? Glaubt der Kardiologe wirklich jemand würde laut sagen, dass in das Leben eines anderen absolut nicht berührt?

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sportbuy 14.09.2017, 21:32
4. Einsatz von Defis den Profies überlassen!

Wichtig ist eine gute durchgehende Herzdruckmassage. Von einem Laien in einer Extremsituation zu erwarten, dass er sich mit einem Gerät auseinandersetzt, das er noch nie in seinem Leben bedient hat ist vermessen. Und je mehr Krankheiten und Symptome wir Teilnehmer in Erste-Hilfe Kursen um die Ohren hauen, desto weniger werden sie in einer Notfallsituation in der Lage sein etwas zu tun. Lasst uns endlich diese Kurse in Trainings verwandeln, wo nur das trainiert wird was ein Laie wirklich für den Notfall braucht. Denn das sind nur ein paar ganz wenige wichtige Punkte!

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asentreu 14.09.2017, 21:43
5. @Zeichenkette

Ja, es ist anstrengend und ja die Drucktiefe nimmt messbar ab wenn man allein länger reanimiert. Aber:

1.) etwas insuffiziente Reanimation ist wesentlich besser als keine Reanimation.
2.) man ist da doch selten allein. Kommandieren sie einfach. Sprechen Sie beim Reanimieren Personen konkret an, wenn Sie niemanden kennen ("Sie da im roten Shirt! Herkommen!"), die sind fast alle zu feige um abzuhauen. Mit denen können Sie sich zyklisch abwechseln.
3.) Sie reanimieren als Laie ja i.d.R. eine auf dem Boden liegende Personen. Setzen Sie beim Reanimieren ihren Oberkörper als Gewicht ein. Das spart Kraft
3.) Wenn es um ein Menschenleben geht, darf es auch mal anstrengend sein. Gegen Schweiß hilft Duschen, gegen Herz- Kreislauf- Stillstand und evtl. bleibende Schäden nur eine sofortige Reanimation.

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bissig 15.09.2017, 00:45
6.

Zitat von sportbuy
Wichtig ist eine gute durchgehende Herzdruckmassage. Von einem Laien in einer Extremsituation zu erwarten, dass er sich mit einem Gerät auseinandersetzt, das er noch nie in seinem Leben bedient hat ist vermessen.
Eine gute Herzdruckmassage können wahrscheinlich die wenigsten - oft liegt der letze (und einzige) Erste-Hilfe-Kurs schon laaange zurück und wurde lediglich als Pflichtveranstaltung für den Führerschein betrachtet. Ich finde, das Gerät kann den Stress sogar verringern (zugegeben, ich durfte schonmal damit üben und gehöre damit zu einer Minderheit). Spätestens, wenn die Elektroden angelegt sind (wie, das zeigen Piktogramme), erzählt das Gerät einem, was zu tun ist (es gibt nicht die Massage-Frequenz vor oder sagt einem, wann genau man zu beatmen hat, aber alles andere schon: Massieren, Loslassen, Knopf drücken, weitermachen). Der Defi macht einem das Leben einfacher, und wenn es nur um das Gefühl geht, etwas richtig zu machen. Als Laie erwarte ich nicht, mit einem solchen Gerät Leute wieder ins Leben zurückzuholen, aber man erhöht die Überlebenschance und verringern mögliche schwere Folgeschäden. Sowie der Rettungsdienst da ist, übernehmen die (oder lassen einen sogar noch ein bischen weiter arbeiten) - und nur darum geht es: die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Die wenigsten werden einer am Boden liegenden helfen, noch weniger einen Defi einsetzen, so er verfügbar ist, die meisten werden einfach weitergehen, und der traurige Rest zuschauen oder eventuell sogar noch filmen.

Persönlich interessant (bzw. erschreckend) finde ich die Diskussion, ob man zusätzlich beatmen soll oder nicht. Ich habe schon des öfteren gehört, dass eine Massage des Brustkorbs für eine minimale Sauerstoffversorgung ausreicht, aber auch schon von einem Rettungs-Sani gehört, dass eine Person beim Eintreffen des Rettungsdiesntes zwar noch einen hervorragenden Blutdruck hatte, nur leider mangels Sauerstoff nicht überlebt hat ...

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phoenix68 15.09.2017, 02:31
7. Unterschaetzen Sie sich nicht

Zitat von zeichenkette
100mal pro Sekunde den Brustkorb eines Erwachsenen 5cm eindrücken schafft man allein nur länger, wenn man recht fit und sportlich ist.
Wenn das Leben eines Menschen davon abhaengt, ob ich bei der Herzdruckmassage durchhalte oder nicht, dann habe ich die Kraft - Sie auch. Mit meinen 70 Jahren, bin ich nicht mehr die Juengste und meine Knie moegen auch nicht mehr. Jedoch als jemand vor mir kollabierte, waren meine Knie vergessen, bis die Ambulanz da war und ich (mit Hilfe) aufstehn konnte.

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arunge 15.09.2017, 07:51
8. nicht wirklich überraschend, oder ?

Meinen Führerschein (und damit auch den ersten 1.Hilfe-Kurs) habe ich vor über 40 Jahren gemacht. Meine Kenntnisse sind nur deswegen nicht dem Vergessen anheim gefallen, weil ich im Beruf alle paar Jahre einen Auffrischungskurs mache. Daß man sich - nach ggf. ein paar Jahrzehnten - eine echte Hilfe nicht mehr zutraut ist nun wirklich kein Wunder.

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ede_wolf 15.09.2017, 09:01
9. Den Profis überlassen?

Dass man ein zur Verfügung stehenden Mittel zur Reanimation den Profis überlässt, ist korrekt. Sobald sie vor Ort sind und man dazu aufgefordert wird.
Bis dahin setzt man sie ein. Sofort und ohne Pause.
Man kann nichts kaputtmachen. Der Mensch vor einem ist tot. Wenn man nichts tut, bleibt er es. Egal was man tut - und sei es noch so wenig professionell - gibt dem Patienten eine Chance.

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