Forum: Gesundheit
Essstörungen bei Diabetes Typ-1: "Scheiße, was habe ich da getan?"
Sabrina Lutter

Es ist eine gefährliche Kombination: Junge Frauen, die Typ-1-Diabetes haben, erkranken häufiger an Bulimie oder Magersucht. Zwei Betroffene berichten, wie sie ihre Essstörung überwunden haben.

glass88 06.10.2017, 11:15
1. Pizza ohne Insulin?!?!

Ich bin auch Typ-1 aber auf die Idee eine Pizza ohne Insulin zu Essen bin ich noch nie gekommen... Das ist, für mich, eine denkbar schlechte Idee, es kann nur Werte ergeben, die das Messgerät nicht mehr messen kann. Die Nieren werden beansprucht, und wie man liest hat es die auch schon zuviel beansprucht.

Wo kommt denn der (gefährliche) Modebegriff Insulin-Purging? Eine Facebook Marotte? Alleine schon die (kurzfristigen) Nebenwirkungen von hohem Zucker sind ja ein Horror.

Auf Dauer hilft nur vernünftig zu Essen, da kann dann auch ein Stück Kuchen dabei sein, aber immer mit korrigieren...

Ich kann all jenen die von Typ1 betroffen sind nur eine Dauermessgerät empfehlen und eine regelmäßige Diabetesschulung beim Diabetologen. Die Forschung schreitet sehr schnell voran auf diesem Gebiet und Neurungen kommen regelmäßig.

Ach noch eine Frage an die Krankenkassenverhandler, warum ist Insulin in Österreich um die Hälfte billiger?

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leconnecteur 06.10.2017, 11:51
2.

Zitat von glass88
Wo kommt denn der (gefährliche) Modebegriff Insulin-Purging? Eine Facebook Marotte?
Der Begriff wird in der Fachliteratur (auch der deutschsprachigen) bereits seit mindestens Anfang der 1990er-Jahre verwendet. Da ging Mark Zuckerberg noch in die Grundschule...

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chrille_w 06.10.2017, 11:59
3. Nachts ständig unterzuckert

Wenn man Nachts ständig unterzuckert, dann sollte man das Abendessen überprüfen (Menge KH, Korrekturfaktor, Essensfaktor) und/oder die Insulinmenge drosseln, wenn der Bedarf abnimmt. Aber pauschal mit Essen ausgleichen ist mittelfristig keine Lösung.

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???drei??? 06.10.2017, 12:06
4. Zucker und Kohlenhydrate...

vom Speiseplan Streichen. Ich esse seit Jahren weder Brot noch Reis, Nudeln, Kartoffeln und natürlich Zucker. Nach ca. 4 Wochen Abstinenz hat man keine Lust mehr auf diese ungesunden "Füllstoffe". Der Körper kann Proteine zu KH umbauen, aber nicht umgekehrt. Also ernähre ich mich von Gemüse, Salaten, Eiern, Fisch, Fleisch (eher selten). Meine Blutwerte und mein Gewicht sin perfekt. Dazu noch jden Tag 15km laufen. Es ist eine Frage der Einstellung. KH stopppen die Fettverbennung sofort, Krebszellen ernähren sich von KH und dem datraus verstoffwechseltem Zucker. Warum soll man sich das antun???

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hackartgs 06.10.2017, 19:23
5. Leider....

reicht es nicht, auf Kohlenhydrate zu verzichten. Da der Körper Fett und Eiweiß umwandelt, muss man sog. PFE (Protein-Fett-Einheiten) mit Insulin regulieren. Bei mir sind das ca. 1Insulin Einheit pro 100kca.
Ich kann, als langjähriger Typ1er, absolut verstehen, warum Menschen dabei eine Ess-Störung entwickeln.

Tulek

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Lykanthrop_ 07.10.2017, 23:30
6.

Die Ausbildung zum Diabetologen sollte mehr psychologische Komponenten enthalten, einige Ärzte sind auf dem Gebiet leider sehr unsensibel. Ich bin auch Typ 1er und mir hat ein Arztwechsel sehr geholfen. Für einige Ärzte ist die Behandlung vom Diabetes leider zu sehr Mathematik, dabei besteht der Diabetes, bzw. die Behandung dessen m.E. aus einem Drittel Mathematik, einem Weiterem Psychologie und einem Drittel hormoneller Selbststeuerung des Körpers.
Das Purging ist Selbstzerstörung, leider ist es manchmal schwer aus einem Negativstrudel herauszukommen. Diabetes Typ 1 ist eine Behinderung die man nicht sieht und trotzdem extrem belastet, gerade psychisch.

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Miere 09.10.2017, 01:44
7. Das liegt auch am gesellschaftlichen Druck.

Zitat von ???drei???
Ich esse seit Jahren weder Brot noch Reis, Nudeln, Kartoffeln und natürlich Zucker. Nach ca. 4 Wochen Abstinenz hat man keine Lust mehr auf diese ungesunden "Füllstoffe". [...] Es ist eine Frage der Einstellung.
Diabetikern wird in aller Regel unterstellt, sie seien selbst schuld. Sie müssten nur abnehmen und Sport treiben, und schon wären sie wieder gesund. So gut wie niemand weiß, dass Typ 1 Diabetes eine Autoimmunreaktion ist und oft sehr schlanke Menschen befällt, die von da an aber große Probleme bekommen, ihr Gewicht zu halten. Sogar Ärzte, Diabetologen, werfen ihren Patienten gerne gleich als erstes vor, dass sie nicht dünn genug seien. Der Druck, alles zu tun, um abzunehmen, ist sehr groß.

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