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Formel für Zufriedenheit: "Glück ist, wenn das Gehirn die Klappe hält"
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Mo Gawdat musste einen schweren Schicksalsschlag verkraften und ist dennoch nicht verzweifelt. Der Ingenieur und Buchautor hat eine Formel aufgestellt, mit der sich Glück trainieren lässt.

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philosophus 19.12.2017, 17:00
1. Eudämonie-Wiederkäuer ...

Dieser Herr sagt nichts anderes als das was Aristoteles vor über 2000 Jahren mit seinem ?eudaimonistischen Axiom? beschrieben hat. Das Ziel war (ist) die Eudämonie = Glückseligkeit und galt als prinzipiell erreichbar. Der Trick dabei: Selbstgenügsamkeit (Autarkie). Als Kennzeichen des guten Lebens galt, dass man das ?Glück? nicht von äußeren Faktoren erhofft, sondern es in sich selbst findet, indem man sich dem Leben richtig positioniert und in allen Lebenslagen, eine unerschütterliche Gemütsruhe bewahrt. Damit ist alles gesagt...dazu braucht man keine bibeldicken Lektüren...

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dasfred 19.12.2017, 17:03
2. Wilhelm Busch hat es schon mal zusammengefasst

Ach das schönste weit und breit ist doch die Zufriedenheit. Genau das versucht der Autor uns zu vermitteln. Glück ist ein flüchtiges empfinden, Zufriedenheit sollte ein anzustrebendes Leben ausfüllen. Dazu muss man nicht zwangsläufig die Erfahrung anderer nachlesen sondern nur seine Wünsche in Einklang mit den Möglichkeiten bringen. Mehr Geheimnis steckt da nicht hinter. Die eigenen Möglichkeiten kennt man, man kann sie eventuell ausbauen und wenn die Wünsche realistisch sind wird ein angenehmes Leben aus eigener Kraft gestaltbar.

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syracusa 19.12.2017, 17:46
3.

Zitat von dasfred
Ach das schönste weit und breit ist doch die Zufriedenheit. Genau das versucht der Autor uns zu vermitteln. Glück ist ein flüchtiges empfinden, Zufriedenheit sollte ein anzustrebendes Leben ausfüllen.
Das kann man auch diametral anders sehen. Einerseits hängt das natürlich von der jeweiligen Definition der Begriffe Glück und Zufriedenheit ab, andererseits aber von der subjektiven Haltung. Ich neige eher der IIRC von Horst Stern geäußerten Meinung zu, dass Glück und Zufriedenheit sich weitgehend widersprechen, ja, dass sie geradezu Antagonismen sind. Zufriedenheit sieht er als den Zustand der Freiheit von Verantwortung, wie man ihn als behütetes, geborgenes Kind erlebt, oder als braver Untertan eines wohlwollenden Herrschers (so wie es der Biedermeiermensch Busch in Ihrem obigen Zitat ausdrückte). Glück ist für Stern der seltene Moment, in dem das verantwortungsvolle, selbstbestimmte eigene Handeln zum Einklang mit der eigenen Umwelt führt.

Wer nach dieser Definition ein zufriedenes Leben anstrebt, der schließt zwingend das mögliche Glück aus. Und wer selbstbestimmt lebt, der wird öfter scheitern als Erfolg haben, und wird deshalb überwiegend unzufrieden sein. Die wenigen Momente des Glücks müssen diese fast ständige Unzufriedenheit dann aufwiegen.

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dasfred 19.12.2017, 18:34
4. zu syracusa

Unsere Betrachtungsweisen liegen gar nicht so weit auseinander. Es ist nur die Definition von Glück, welche wir mit unterschiedlichem Begriffsinhalt gefüllt wurde. Für mich schließt Zufriedenheit ein selbstbestimmtes Handeln nicht aus, es ist im Gegenteil Voraussetzung. Was ich eigenständig ausführe unterliegt zuerst meiner eigenen Bewertung, meinen eigenen Wertmaßstäben. Damit habe ich in der Hand, zu beurteilen, ob ich mit meiner Leistung zufrieden sein kann. Auch Rückschläge schließt ein zufriedenes Leben nicht aus, ebenso wie schicksalhafte Ereignisse. Glück findet sich in der Übererfüllung der eigenen Erwartung. Die Gegensätzlichkeit von Glück und Zufriedenheit kann ich daher für meinen eigenen Seelen Zustand nicht erkennen. Zufriedenheit kann ebenso aus der Überwindung von Rückschlägen aus eigener Kraft empfunden werden.

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murksdoc 19.12.2017, 20:19
5. Ganz was neues

Die ersten, die sowas erzählt haben, waren die Hippies. Dann die Jesus-People, dann die Baghwans, die Poonas, die Hare-Krishnas und auch die Scientologen. Der alte deutsche Spruch: "Es sprach der Fürst zum Kirchenmann, halt' du sie dumm, ich mach sie arm" passt da auch gut dazu. Alle können dann glücklich werden. Was will man mehr?

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emobil 19.12.2017, 20:31
6.

Zitat von murksdoc
Die ersten, die sowas erzählt haben, waren die Hippies. Dann die Jesus-People, dann die Baghwans, die Poonas, die Hare-Krishnas und auch die Scientologen. Der alte deutsche Spruch: "Es sprach der Fürst zum Kirchenmann, halt' du sie dumm, ich mach sie arm" passt da auch gut dazu. Alle können dann glücklich werden. Was will man mehr?
Wenn der Affenverstand mal - zumindest für eine Weile - aufhört zu schnattern, hat das nicht das Geringste mit "dumm" zu tun. Ganz und gar im Gegenteil! 99% dessen, was da ständig durch die Birne rauscht ist nämlich ziemlich unproduktiv.

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Haudegen 19.12.2017, 20:52
7. Der Antrieb zum Menschsein ist die Unzufriedenheit gewesen ...

sonst würden wir ja alle immer noch auf den Bäumen hocken. Die Unzufriedenheit sollte man also nicht so negativ bewerten, sondern durchaus begrüßen. Ich bin mit meiner Unzufriedenheit glücklicher, als das ich je mit irgendeinem Glück zufrieden sein könnte. MfG

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Horst aus Wien 20.12.2017, 23:19
8. Versuch macht klug

Zum selbst bestimmten Handeln zitiere ich noch die amerik. Maxime "Succeed or die trying" - ausgelegt als "Man muss es wenigstens versucht haben". Denn sogar ein Scheitern kann ein Glücksgefühl aus dem Gedanken schöpfen dass man sein bestes gegeben hat. Und - oh Wunder - bei genügend häufigen Versuchen nimmt die Zahl der gescheiterten Versuche statistisch ab. Wenn man ein wenig aus den Erfahrungen lernt. Nicht ganz dabei vergessen das Glück das zurückstrahlt wenn man es anderen bereitet und das eines der schönsten ist.

Ich persönlich habe eine gute Zufriedenheit mit meinem Leben. Und bin dabei glücklich an selbigem (Leben) zu sein.

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spontifex 20.12.2017, 00:06
9. Glück ist, wenn Mo die Klappe hält

Wohlfeiles Opium fürs Volk, das Spiegel online anbietet, um die postmodernistische, repressiv - faschistische 'Wildschweinplage', in Deutschland endemisch und folgerichtiges Resultat eines schon lange schwächelnden Rechts - und Verfassungsstaats im Übergang zum failing state, ziemlich zynisch als schicksalhaft und als perönliches Problem zu verkleiden, das jeder Bürger selbst und alleine in den Griff bekommen kann und muss.

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