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Geschäfte mit Diabetes Typ-2: Niedriger Blutzucker, hohe Gewinne
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Diabetiker müssen ihren Blutzucker senken - meist mit Medikamenten. Aber gerade Älteren kann eine strikte Therapie schaden. Trotzdem propagiert der Pharmakonzern Sanofi niedrige Werte, unterstützt von einer Krankenkasse.

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horseshit 16.06.2017, 11:41
1. Bloss weil die Diagnostik immer feiner wird

Muss man ja nicht immer etwas machen. Blutzucker bekommt man auch perfekt mit Ketarischer Ernährung in den Griff, senkt sogleich auch noch die Blutfette... Jedesmal wenn ich irgendwo beim Arzt bin prüft alles gleichbauf Diabetes nur um wieder Umsatz machen zu können.

Schade, diese Entwicklung ist unnötig.

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mapcollect 16.06.2017, 11:43
2. Viel wichtiger wäre es das Körpergewicht zu reduzieren

Diabetes Typ II wird fälschlicherweise oft als "Altersdiabetes" bezeichnet. Korrekter wäre der Ausdruck "Dicken-Diabetes" denn Übergewicht ist meist die Ursache (Die Insulin produzierenden Zellen sind nur für eine begrenzte Körpermasse ausgelegt). Mit einer ordentlichen Gewichtsreduktion bräuchten die meisten Patienten gar keine Medikamente mehr.

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steinbock8 16.06.2017, 12:09
3. hundert verschiedene Personen

hundert verschiedene Stoffwechsel vor Jahren gab es in den USA eine Studie über einen langen Zeitraum unter Diabetikern die Studie wurde abgebrochen weil ein Großteil der insulinpflichtigen gut eingestellten Diabetiker verstorben waren bei insulinpflichtigen besteht immer die Gefahr der unterzuckerung dies ist das hauptrisiko

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Spiegelleserin57 16.06.2017, 12:11
4. Blutzuckertagebuch führen!

wer auch Behinderungen geltend machen will braucht ein Blutzuckertagebuch in dem er die gemessenen Werte einträgt. Es sollte regelmäßig geführt werden. Der HbA1C macht nur Langzeitaussagen, aber bei schwankenden BZ ist dies wohl keine Hilfe wenn man erst Tage später das Ergebnis hat. Natürlich sind die Therapien ein sehr lukratives Geschäft für die Pharmaunternehmen und man muss dies sehr kritisch betrachten.
Laborärzte geben auch Auskunft über die Grenzbereiche der Blutzucker. So genau sind die Bereiche alle nicht da wir Menschen nun mal auch unterschiedlich sind, also kein Grund zur Panik. Wer berechnet wie viel Zucker pro kg Körpergewicht optimal ist...?

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christianf42 16.06.2017, 12:12
5. Störung des Kohlenhydratstoffwechsel ? => Kohlenhydrate weglassen!

Eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsel wegen lebenslang zu viel Zucker und Kohlenhydraten behandelt man am besten mit einer massiven Reduktion von Kohlenhydraten. In den ersten Jahren ist damit sogar noch eine Remission mögliche. Das hört die Pharma-Industrie natürlich nicht gerne und zu den meisten Ärzten ist diese Erkenntnis auch noch nicht durchgedrungen ...

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Oppenheimers Trinity 16.06.2017, 12:14
6. Artikel leistet einen Bärendienst

Für die meisten Typ 2 Diabetiker neigen die Ärzte zu schlimmen Verharmlosungen. Für mich als Typ 1 Diabetiker war es im Krankenhaus mehr als grausam anzusehen, dass Menschen ab 60 aufwärts erzählt wird, dass Werte von 160 bis 200 mg/dl vollkommen in Ordnung seien. Die hatten ständig durst und waren ermattet. Man muss nur auf eine Diabetesmesse gehen und sich die Typ 2 Diabetiker einmal ansehen: so viele schlimm gezeichnete Menschen sieht man selten auf einem Fleck. Das sind Menschen, die noch 20 bis 30 Jahre mit ihrer Krankheit leben müssen. Die Folge sind Amputationen, Nieren- und Augenerkrankungen, die vollkommen vermeidbar sind, wenn ein HbA1c von 6,5 bis 7 angestrebt würde. Alt werden schön und gut, aber die Lebensqualität sollte dabei auch eine gewichtige Rolle spielen. Ab 70 könnte man dann den Schritt auf einen Zielwert von 7 gehen, aber 8,5 - also einen Durschnitt von 190 mg/dl - halte ich für arg zu hoch.

Auch bei den Studien ist das Bild keineswegs so klar wie der Autor (der meiner Meinung nach nur einseitig informiert ist, wenn es sich ausgerechnet auf den Herrn Sawicki beruft) es darstellt. Dazu empfehle ich folgende Stellungnahme: https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Stellungnahmen/ACCORD_ADVANCE_DDG_Stellungnahme_2008_07_09.pdf

Zitat: Für die praktische Therapie folgt aus den Studien, dass eine Absenkung des HbA1c auf 6.5% gegenüber einem Zielwert von 7,0% für den Patienten vorteilhaft sein kann, aber nur dann angestrebt werden soll, wenn
- Hypoglykämien (insbesondere schwere) weitestgehend vermieden werden,
- der therapeutische Effekt nicht mit einer wesentlichen Gewichtszunahme einhergeht,
- wenig untersuchte Mehrfachkombinationen von oralen Antidiabetika (d.h. in der Regel mehr als zwei), und insbesondere die Beibehaltung solcher Mehrfachkombinationen bei zusätzlicher Gabe von Insulin, vermieden werden.

Gerade ACCORD - die Studie, die abgebrochen wurde - hatte einen Designfehler. Es waren hier durchweg makrovaskulär vorgeschädigte Patienten in der Studie. Die Studie hat im Prinzip nur erbracht, dass vorgeschädigte Patienten schlecht auf zusätzliche Stressfaktoren wie Unterzuckerungen reagieren. Die Antwort wieso solche Ergebnisse auf ansonsten gesunde Typ 2 Diabetiker übertragbar sein sollen, bleibt uns der Autor leider schuldig.

Vollkommen falsch liegt der Autor bei folgender Aussage: "Bei einer rigiden Blutzuckersenkung tragen Nierenversagen und Erblindungen nicht seltener auf." Schliesslich kann man im von mir verlinkten Dokument folgende Aussage nachlesen, dass bei einer Absenkung des HbA1c auf unter 6,5 eine signifikante Reduktion der Nephropathie um relativ 21% auftrat.

Ich nehme an, dass dieser Artikel eine neue Entwicklung einleiten soll: Typ 2 Diabetikern soll der Zugang zu kontinuerlichen Blutzuckermesssystemen verwehrt werden. Schliesslich brauchen Sie laut diesem Artikel gar keine so genaue Blutzuckerkontrolle. Schön ins Lobbyhorn der Krankenkassen geblasen!

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chalchiuhtlicue 16.06.2017, 12:18
7. @mapcollect

Zitat von mapcollect
Diabetes Typ II wird fälschlicherweise oft als "Altersdiabetes" bezeichnet. Korrekter wäre der Ausdruck "Dicken-Diabetes" denn Übergewicht ist meist die Ursache (Die Insulin produzierenden Zellen sind nur für eine begrenzte Körpermasse ausgelegt). Mit einer ordentlichen Gewichtsreduktion bräuchten die meisten Patienten gar keine Medikamente mehr.
Ihre Aussage ist nur teilweise richtig: 1. Richtig ist, dass Diabetes mellitus Typ 2 auch bereits bei jüngeren Menschen auftreten kann. 2. Die Aussage, dass DM Typ 2 meist bei Übergewichtigen auftritt, muss man deutlicher formulieren. 67% der männlichen und 53% der weiblichen Typ2-Diabetiker sind übergewichtig, was im Umkehrschluss bedeutet, dass 33% der männlichen und immerhin 47% der weiblichen Typ-2 Diabetiker KEIN Übergewicht und dennoch einen DM Typ 2 haben. Auch muss klar gestellt werden, dass Übergewicht ein begünstigender Faktor für DM Typ 2 ist, aber nicht der Grund dafür. Zugrunde liegen genetische Faktoren. 3. Die Aussage, dass die meisten Patienten mit DM Typ 2 einfach nur ihr Gewicht normalisieren müssten und dann bis zum Sankt Nimmerleinstag ohne Medikamente leben könnten, stimmt so nicht. Selbst eine Normalisierung des Körpergewichtes würde nicht einmal bei der Hälfte der übergewichtigen Typ 2-Diabetiker zu einer so starken, VORÜBERGEHENDEN (!) Besserung führen, dass diese ohne Antidiabetika auskämen. Aber nach einer mehr oder minder großen Zeitspanne würden sich dann die Blutzuckerwerte wieder verschlechtern und so letzlich doch wieder eine medikamentöse Therapie notwendig machen. ALLERDINGS stimme ich ihnen darin zu, dass übergewichtige Diabetiker ihr Körpergewicht zumindest reduzieren, besser noch normalisieren sollten. Dies ist - ob es eine medikamentöse Therapie vorübergehend unnötig macht oder nicht - in jedem Fall besser! Ich möchte nur klar stellen, dass es keine Heilung des DM Typ 2 gibt. Man kriegt ihn und behält ihn bis ans Lebensende und ist bis dahin besser oder schlechter eingestellt und hat weniger oder mehr Folgekrankheiten.

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Augustusrex 16.06.2017, 12:20
8. Erzählen sie nicht so einen Quark

"Die intensive Blutzuckersenkung wird vollkommen überschätzt", sagt er. Ärzte starteten nicht selten sogar eine Insulintherapie bei Menschen mit Diabetes Typ-2, weil sie denken, dass sie ihren Patienten so einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ersparen und ihr Leben verlängern. "Aber bis heute konnte das in keiner einzigen Studie nachgewiesen werden", sagt Uebel.
Mein Bruder ist mit Diabetes Typ 2 blind geworden und ist dabei, einen Fuß zu verlieren, weil er nur mit Glibenclamid behandelt wurde und zu spät auf Insulin umgestellt wurde.

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sPeterle 16.06.2017, 12:31
9. Stress

Zitat von mapcollect
Diabetes Typ II wird fälschlicherweise oft als "Altersdiabetes" bezeichnet. Korrekter wäre der Ausdruck "Dicken-Diabetes" denn Übergewicht ist meist die Ursache (Die Insulin produzierenden Zellen sind nur für eine begrenzte Körpermasse ausgelegt). Mit einer ordentlichen Gewichtsreduktion bräuchten die meisten Patienten gar keine Medikamente mehr.
und oder Stress, ich hatte vor zwei Jahre schwere Diabetes 2 mit einem Wert um die 11. Durch Umstellung der Ernährung und Sport bin ich auf 5,7 herunter gekommen und benötige keine Medikamente mehr.... und bin wieder knackig (15 Kilo abgenommen)

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