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Gesundheitsinfos im Netz: Glauben Sie nicht alles, was Ihre Medizin-App sagt
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Patienten nutzen immer öfter Gesundheits-Apps und googeln ihre Beschwerden. Doch die erhaltenen Informationen sind mitunter fragwürdig.

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UnitedEurope 07.11.2017, 12:33
1.

Wo ist das Problem wenn man ein Röntgenbild oder ein EKG per WhatsApp verschickt? Solange kein Name drauf steht ist es einfach nur ein anonymes Bild. Es erleichtert aber Diagnosen und Therapien enorm weil man sich Expertise von quasi überall auf der Welt in Sekundenschnelle holen kann.

Gerade schweigen EKGs schicken wir häufiger um eine zweite Meinung zu haben, falls wir unsicher sind.

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keine-#-ahnung 07.11.2017, 12:35
2. Diese Apps ...

... sind zu 95% nix als grosse Datensammler. Wer so etwas nutzt ist ... na, bestenfalls selber schuld :-)
Die sog. Telematikinfrastruktur der Gematik ist ein grosses Desaster - datenschutzrechtlich mehr als fragwürdig, technisch nicht durchsetzbar (es stehen bis heute keine notwendigen Geräte für Arztpraxen und Krankenhäuser auf dem Markt bereit, obwohl der roll out in die Masse bereits ab 01. Juli beginnen sollte), von mehr als fragwürdigem Nutzwert für den Patienten.
Aber ein top business für Industrie und Systemhäuser.
Ob ich meine hochsensiblen medizinischen Daten in ihrer Gänze komplett auf den Servern von Privatunternehmen ansammeln lassen würde, ohne das ich mich dagegen wehren kann? Nein.
Muss ich aber auch nicht - ich bin nicht gesetzlich krankenversichert...

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Lisa_can_do 07.11.2017, 12:39
3. Digitalisierung weitgehend verschlafen

Kann ich nur bestätigen. Deutschland hat, trotz allem, das beste Gesundheitssystem der Welt. Aber beide großen Probleme, fehlendes Personal und fehlende Digitalisierung, wird von fast allen Seiten immer noch fast ignoriert. Was im Beitrag fehlt, ist die Eigenverantwortung jedes Einzelnen für seine Gesundheit. App‘s werden das nicht übernehmen. Und auch ein wenig gesunder Menschenverstand ist beim Umgang mit Neuem hilfreich.

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xineohp 07.11.2017, 12:48
4. Wer outet denn ...

... seine Beschwerden ins Internet durch Suchanfragen zu eigenen Krankheiten. Offensichtlich ist es vielen Leuten nicht klar wie schnell solche Informationen gegen Sie verwendet werden können. 'Leider können wir Sie nicht einstellen, - es gibt einen gleichqualifizierten Kandidaten mit weniger Extrasystolen im EKG.' -> Privat muss privat bleiben und der Arzt hat Schweigepflicht. Im Internet wird alles kriminell missbraucht, was geht - insbesondere Daten von Unbescholltenen 'Ich-hab-ja-nix-zu-verbergen'-Verkündern.

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shardan 07.11.2017, 13:13
5. Nun ja.

Früher war es die Nachbarin: "Ich kenn das vonne Omma, die hatte das auch und da hat dies und das geholfen". Ich persönlich traue keiner einzigen dieser "Äpps" und ihren Ratschlägen unvoreingenommen. So lange es nur um das Vorlesen von Blutzuckerwerten geht, kann man doch nichts falsch machen. Sollte man zumindest meinen. In dem Moment, wo das Handy die vorliest, hat man eine Menge Teilhaber. Apple oder Google, je nach Handyhersteller, den Vertreiber der App .... Merke: "Wenn etwas im Internet umsonst ist, bist du die Ware, die verkauft wird." Diese Daten sind bares Geld wert - die ersten, die für diese Daten zahlen werden, sind die Krankenkassen. Und dann kommt der Aufschrei: "Dann und dann hatten Sie zu hohe Blutwerte, demnach sich nicht an Ihre Diät gehalten. Deswegen müssen wir Ihren Tarif anpassen". Das derjenige schlicht erkrankt war und die Werte krankheitsbedingt angestiegen sind - wen interessierts? Diese Äpps sind etwa so vertrauenswürdig wie die Zeitschriften beim Friseur - zuzüglich dem permanent stattfindenden Diebstahls sehr persönlicher Daten. Allerdings muss man auch sagen: Wir wollen es alle möglichst bequem. Gleich hier, auf dem Sofa und sofort, die perfekte Diagnose bitte. Und selbst redend werden wir nur die App nutzen und empfehlen, die genau das berichtet, was wir hören wollen. Auch da leben wir längst in einer Filterblase wie "Frau Walterscheid" mit dem schönen Satz "Herr Doktor, ich brauch eine Krankheit mit einem langen lateinischen Namen - meine Nachbarin hat auch so eine..."

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sametime 07.11.2017, 13:52
6. Nicht nur im medizinischem Bereich

Ich habe immer mehr das Gefühl, dass das Internet verblödet. Besonders auf Suchanfragen bekommt man immer häufiger völlig sinnlose Antworten, die nichts mit dem gesuchten Begriff gemein haben. Im medizinischen Bereich kommen zusätzlich noch die ganzen Scharlatane, die wirkungslose Mittel für viel Geld verkaufen wollen.

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steffen.ganzmann 07.11.2017, 14:06
7. Aha!

Zitat von UnitedEurope
Wo ist das Problem wenn man ein Röntgenbild oder ein EKG per WhatsApp verschickt? Solange kein Name drauf steht ist es einfach nur ein anonymes Bild. Es erleichtert aber Diagnosen und Therapien enorm weil man sich Expertise von quasi überall auf der Welt in Sekundenschnelle holen kann. Gerade schweigen EKGs schicken wir häufiger um eine zweite Meinung zu haben, falls wir unsicher sind.
Ich hoffe, es gibt auch eine App für richtige Interpunktion - seit eben kenne ich einen mehr, der diese dringend brauchen kann ...

Btw., was wollen Sie mit den Wörtern "schweigen EKGs" eigentlich sagen? Schweigt Ihr EKG? Trösten Sie sich, ich kenne noch keines, das sprechen kann!

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bmvjr 07.11.2017, 15:32
8. Nicht so schwer

Es gibt weniger Hesundheits-Apps als Autos und doch werden Fahrzeuge immer wieder vom Tuev ueberprueft und wenn's nicht reicht, muss nachgebessert werden. Wenn man einen strengen Standard anlegt, dann werden ohnehin nur die Apps versuchen, eine Genehmigung zu erhalten, die sich gute Chancen ausrechnen, diesen strengen Standards zu gebuegen. Der grosse Rest faellt durch und bemueht sich gar nicht erst um das Zertifikat. Wer hingegen den strengen Standard erfuellt, wird zugelassen. Wo liegt da das Problem? Laesst man sich von der vermeintlich grossen Anzahl der Gesundheits-Apps abschrecken? Das ist gar nicht noetig, denn das Problem existiert gar nicht. Vielleicht ist es eher der mangelnde Wille, auch hier zeitgemaess zu werden und gute Voraussetzungen in moderner Gesundheitspflege zu schaffen.

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chalchiuhtlicue 07.11.2017, 16:04
9. Schöner Beweis für die Selbstüberschätzung von Menschen

Die hier von etlichen geäußerte Phantasie, dass sie in Zukunft dank "Apps" nicht mehr zum Arzt gehen müssten, zeigt eine extreme (und letztlich sicherlich deletäre) Selbstüberschätzung. Hier wird der Aberglaube zelebriert, ein Laie könne klüger sein als ein Fachmann. Bitte, liebe Laien, wenn ihr euch demnächst mit stärksten Schmerzen hinterm Brustbein, kaltschweißig und mit Atemnot vorfindet, wählt bitte NICHT die 112 und fordert NICHT einen Notarzt an. Seid dann bitte so konsequent und lasst euch von euren Apps behandeln ... ;)

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