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Höchstwerte für Nahrungsergänzungsmittel: Warum viel nicht immer viel bringt
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Viele Deutsche schlucken Nahrungsergänzungsmittel - ohne sie zu brauchen. Weil manche Vitamine und Mineralien in zu großen Mengen schaden können, hat die zuständige Behörde nun die empfohlenen Höchstwerte aktualisiert.

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zila 10.01.2018, 18:36
1. etwas dueftig

"Höchstwerte für Nahrungsergänzungsmittel
Warum viel nicht immer viel bringt"
Man haette einfach Magnesium im Titel erwaehnen koennen statt es so allgemein zu halten, wenn man dann im Grunde eh nicht mehr diskutiert..
Da wird ein Mineral erwaehnt, mit 1000 Einschraenkungen. 250mg ist sicher ausreichend, meine Multivit haben 120mg und ich nehme 200mg zusaetzlich als Kapsel. Dann wird noch ein Vitamin behandelt. Vitamin E kenn ich eigentlich nur in I.U. und nicht Mikrogramm, aber da hat man wohl endlich, endlich die Werte nach oben angepasst.

"Durch die herkömmliche Ernährung nehmen die Menschen bis auf wenige Ausnahmen ausreichende Mengen an Mikronährstoffen zu sich, schreibt das BfR. "
Ausreichend ist schonmal nicht gleich optimal, sondern sagt das man klinisch keinen akuten Befund wie etwa Skorbut hat. Man stirbt auch nicht gleich an B12-Mangel, gesund ist er trotzdem nicht und es ist schwer, Krebs oder Diabetes auf sowas zurueckzufuehren.
Letztendlich, was sind denn jetzt die "bis auf wenige Ausnahmen" ? Die 50% der Bevoelkerung, die an Zinkmangel leiden? Oder Vitamin D im Winter?

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günter1934 10.01.2018, 18:41
2.

Interessanterweise sind es immer Ärzte, die von Nahrungsergänzungsmittel abraten.
Immer mit der Erklärung, normale Ernährung enthält alle notwendigen Stoffe.
Leider wissen die Ärzte nicht, wie ihre Patienten sich ernähren.
Essen sie Salat, Gemüse und Obst? Oder nur Schweineschnitzel mit Bratkartoffeln?
Und genau deswegen bin ich der Meinung, täglicher Verzehr zu den angesagten Medikamenten von einer Multivitaminpille nützt garantiert mehr als sie schadet.
Meine Allerliebste und ich machen das seit mindestens 25 Jahren täglich mit Multivitamin und dazu eine Vitamin C (200 mg) plus Zink Pille.
Geschadet hat es uns garantiert nicht.

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112211 10.01.2018, 20:11
3. Magen-Darm-Krankheiten, Diabetes, Asthma und Alkoholsucht

Na ja, zumindest bei Diabetes und Alkoholsucht gibt es schon mal ziemlich viele Personen, denen dem Artikel zufolge eine Höherdosierung von Magnesium angeraten ist. Besser wäre es natürlich, die Ursachen zu beheben: Alkoholsucht und Diabetes werden auch durch entsprechende Zusatzpräparate nicht weniger gefährlich. Das wäre aber viel zu unbequem, daher lieber täglich irgendwelche Zisch-Blubber-Brausetabletten ...

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hafen 10.01.2018, 21:03
4. Vitamin-D Tagesdosis

Zitat SPON: "Geändert hat das BfR unter anderem die empfohlene Höchstmenge für Vitamin-D-Präparate. Sie liegt jetzt bei 20 Mikrogramm pro Tagesdosis und damit deutlich über der Empfehlung von 2004."
Dieser Satz ist insofern irritierend, da in der BfR Studie diese Tagesdosis speziell für Nahrungsergänzungsmittel genannt wurde, nicht als allgemeine Tageshöchstmenge.
Präparate mit höheren Dosierungen sind als Arzneimittel anzusehen. Bei Vitamin-B Mangel werden z.B. bis zu 100 Mikrogram pro Tag (= 4.000 IE) ärztlich verordnet.
Quelle:
http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2018/01/hoechstmengen_fuer_vitamine_und_mineralstoffe_in_n ahrungsergaenzungsmitteln-203269.html

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MtSchiara 10.01.2018, 21:37
5. Vitamin B1-Mangel ist weit verbreitet

Zitat von Artikel
Knapp ein Drittel der Erwachsenen ... nimmt regelmäßig solche Präparate, ... berichtet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Notwendig ist das in den meisten Fällen nicht.
Notwendigkeit ist eine hohe Hürde. Vielleicht reicht es ja auch, wenn es sinnvoll ist.

Zitat von Artikel
Das BfR empfiehlt für diese Präparate sogar Höchstmengen, um schädliche Überdosierungen zu vermeiden.
Deswegen ist es sinnvoll, daß das BfR die Öffentlichkeit informiert, welche Mikrostoffe schädlich überdosiert werden können und ab welcher Dosis dies der Fall ist.

Zitat von Artikel
Durch die herkömmliche Ernährung nehmen Menschen bis auf wenige Ausnahmen ausreichende Mengen an Mikronährstoffen zu sich, schreibt das BfR.
Zum einen ist nicht wissenschaftlich definiert, was eine herkömliche Ernährung ist, und zum zweiten gibt es für zahlreiche Mikronährstoffe kein analytisches Meßverfahren, mit dem man den Versorgungsstatus eines Menschen durch Blutuntersuchung feststellen kann. Manche Mangelversorgung kann man daher am sinnvollsten durch Einnahme eines Ergänzungsmittels "diagnostizieren".

Zitat von Artikel
Die Nahrungsergänzungsmittel seien deshalb aus Ernährungssicht im Allgemeinen unnötig.
Nicht aus Ernährungssicht, sondern aus Sicht des BfR.

Zitat von Artikel
Wer gesund ist, muss nicht extra Magnesium einnehmen.
Gesundheit ist wissenschaftlich nicht definiert, es gibt kein wissenschaftliches Verfahren, mit dem man feststellen kann, ob ein Mensch gesund ist.

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Das BfR erweckt den Eindruck von Wissenschaftlichkeit, geht aber dabei höchst unwissenschaftlich vor, denn für die Schlüsselbegriffe, um die es hier geht, gibt es keine wissenschaftlichen Definitionen:

1) Gesundheit
2) herkömliche Ernährung
3) Mikronährstoffmangel

Aber man kann daraus einen tautologischen Satz bilden: ein gesunder Mensch, der sich gesund ernährt, hat keinen Mikronährstoffmangel. Klingt irgendwie in sich logisch, enthält aber keine Nutz-Information.

Das BfR sollte sich darauf beschränken, die Mikronährstoffe zu benennen, die überdosiert werden können. Dabei ist nach meiner Einschätzung ein Mangel an folgenden Mikrosubstanzen bei "gesunden" Menschen relativ häufig:

1) Vitamin B1 (der häufigste Mangel überhaupt, und ein Co-Faktor beim Burnaut)
2) Magnesiummangel bei Sportlern
3) Vitamin-D-Mangel im Winter (manche sind sensibel dafür)
4) Eisenmangel bei Frauen durch Regelblutung
5) Vitamin B12-Mangel bei Veganern, die es nicht separat zuführen

B1-Mangel ist dabei zentral. B1-Mangel ist in Asien seit Jahrtausenden bekannt, seit dort Reis angebaut wird, denn eine reisbasierte Ernährung ist eine Risikoernährung bezüglich B1. Alkohol, Kaffee,Cola, Weißmehlprodukte und Junk-Food gefährden ebenfalls die B1-Versorgung. Überdosieren läßt sich B1 nicht (man kann die 100-fache Tagesdosis in Tablettenform nehmen. Die gibt es in jeder Apotheke rezeptfrei), nachweisen im Blutbild läßt sich B1-Mangel nicht, aber man spürt innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Einnahme eines überdosierten Nahrungsergänzungsmittels, ob man einen Mangel hatte oder nicht. B1 wird nur wenige Wochen im Körper gespeichert.

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Sibylle1969 10.01.2018, 21:52
6.

Gängige Magnesiumkapseln im Drogeriemarkt haben 400 mg pro Kapsel, von dieser Dosis krieg ich sofort Durchfall, ist also zu hoch dosiert. Ansonsten nehme ich Vitamin D, 40.000 Einheiten pro Woche, Vitamin K2 sowie Vitamin B12. Vitamin D-Mangel hat in unseren Breiten im Winter fast jeder, insbesondere für Menschen über 45 ist das hochproblematisch, weil Vitamin D eine wichtige Rolle im Calcium-Stoffwechsel spielt. Daher ist Vitamin D das Vitamin, was eigentlich fast alle hierzulande supplementieren sollten.

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wincel 11.01.2018, 01:50
7.

Was mich unglaublich verbluefft ist, dass in diesem Massenmarkt Vitamin- und Zusatzpraeparate es keine Stand-der-Forschung Mittel gibt fuer die ganzen Familien, die mit Unfruchtbarkeit kaempfen und aelter sind.
Es gibt zwar x Mischungen, die alles moegliche enthalten, aber meistens braucht man das meiste nicht und sollte eben nicht ueberdosieren - und es gibt tatsaechlich nicht EIN Produkt, welches die abgesicherten Komponenten enthaelt und in der entsprechend empfohlenen Dosierung. Natuerlich muesste es wohl wegen der Formulierung ein Zwei-Komponenten-Praeparat sein (fettloesliche Produkte in Kapseln mit Emulgierung und wasserloesliche Komponenten in trockenen Tabletten). Aber das kann die Sache doch nicht verhindern? Stattdessen sind Frauen, welche die einzelnen Komponenten haben wollen, aber nicht den ganzen anderen unnoetigen "Kram", gezwungen, sich das aus x exotischen Einzelprodukten zusammenzustellen.
Das muss doch ein Wahnsinnsmarkt sein und kann doch nicht so schwierig sein??

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upalatus 11.01.2018, 02:24
8.

Ein lumpiger Apfel am Tag, auch noch gut für die Zähne, wohlschmeckend und schön anzusehen, in vielen vielen Geschmacksnouancen....... so brüllend einfach, und doch so abseits der allgemeinen Überlegungen....

Es würde mich dabei wirklich mal freuen, in den Läden anstatt chinesischer/französischer/italienischer/südafrikanischer Kullerware viel mehr heimische (echte regionale) Vitaminbomben zum Erwerb vorzufinden. Es gab mal eine Zeit, da haben sich die Leut selbst von den örtliche Baumbeständen runterversorgt. Leider pflanzt kaum mehr wer neu, Pflegen und Lagerung sind aussterbende Kenntnisse, und stören tun scheinen Bäume ohnehin. Bei Birne, Walnuss, Zwetschge, Sauerkirschen und Konsorten ists das gleiche Elend. Ein Rätsel, warum man die eigene regionale Selbstversorgung (was doch ein ziemlich beruhigender Zustand ist) so leichtfertig niedergehen lässt.

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zorngibel 11.01.2018, 07:28
9. Diabetes und Asthma ...?

Gibt es Evidenz dafür (sprich harte Endpunkt-Daten), dass Mg-Supplementation sich bei Diabetes oder Asthma (bei letzterem ist mir das nur aus der Intensivmedizin, hochdosiert und unter striktem Monitoring bei schwerem Asthmaanfall, bekannt) auszahlt? Im Artikel wird geraten: "Betroffene sollten beim Arzt abklären, ob die Einnahme für sie sinnvoll ist" – nach welchen Kriterien soll der Arzt das entscheiden??

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