Forum: Gesundheit
Innere Uhr: Diktatur der Frühaufsteher
Corbis

Gerade im Winter fällt es vielen Menschen schwer, morgens aus dem Bett zu kommen. Warum müssen Schule und viele Jobs so früh beginnen? Weil eine Gruppe von Frühaufstehern über die Allgemeinheit bestimmt, meint Kolumnist Frederik Jötten.

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MoorGraf 19.01.2015, 06:52
1. was für ein Quatsch!!!

Wirklich alle (ernsthaften, wissenschaftlichen) Studien zum Thema Schlafrhythmus zeigen, dass die innere Uhr eher einen 25 Stunden Rhythmus hat und sich an externen Signalen (Tageslicht, Wecker, Arbeitsstress) immer wieder neu ausrichtet. Wer also morgens müde ist, muss einfach nur ein paar Tage pünktlich aufstehen, auch wenn das Bett gerade schön warm ist. Und er muss abends pünktlich in´s Bett gehen. Es gibt 0-10% der Menschen, die tatsächlich physiologische Schlafstörungen haben (sagt das Max Planck Institut, das sich mit Schlaf beschäftigt) und die müssen abends ein paar zusätzliche Regeln beachten (nix essen ein paar Stunden vor dem Schlafen, keinen Alkohol, ein bisschen Bewegung den Tag über ...) aber dass es für Kinder unzumutbar seil, um 8 Uhr in der Schule zu sein ist einfach pseudowissenschaftlich verbrämter Popularquatsch!

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chjuma 19.01.2015, 07:13
2. da könnte was dran sein

Ich bin auch eine so genannte Eule. Am kreativsten bin ich Nachmittas bis in die Nacht hinein. Und das schon immer. Auch ich habe die Hölle wenn ich zuweilen vor 8 aufstehen muss. Und eher ins Bett bringt nix...man kann einfach nicht schlafen...So bin ich Spät- und Nachtarbeiter geworden, ich hätte das Glück

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fitpit 19.01.2015, 07:16
3. vielen geht es genauso

Da kann ich nur zustimmen - der Artikel dramatisiert zwar, trifft den Nagel aber auf den Punkt. Als typische "Eule" war ich zwischen 14 und 18 Jahren in der Schule tot. Schlafen gehen um 5, Aufstehen um 7, zuspätkommen in die Schule, durchschlafen bis um 12 auf der Bank.
Nun, viele Jahre später bin ich selbst Lehrer und absolut machtlos gegen das System. Zu spät kommende Schüler behandle ich zwar wohlwollend, verlange trotzdem Aufmerksamkeit - wie soll das denn sonst gehen?

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sikasuu 19.01.2015, 07:27
4. Innere Uhr, ist ja so zwingend?

Komisch, bei Zeitverschiebung ist die Uhr nach ein paar Tagen wieder im Takt! Da stellt sie sich dann um.
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Mit dem hell-dunkel Rythmus hat das auch nur bedingt zu tun, weil Sommer-Winter unterschiede gibt es kaum....
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Mir ist mal aufgefallen, das es so etwas wie einen 25-26Std Rythmus zu geben scheint, auf den sich der Körper einzupendeln scheint, wenn man sich mal von der Uhr emanzipieren kann.
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Da sagen "Schlafforscher" aber wenig zu?

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fahrgast07 19.01.2015, 07:41
5. Der frühe Wurm...

...wird vom Vogel gefressen.

Alles eine Frage der Perspektive.

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Baldaran123 19.01.2015, 08:09
6. Gruppe von Frühaufstehern = Kinder

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass es unsere Kinder sind die den Schlafrhythmus wesentlich beeinflussen? Diese Gruppe von Frühaufstehern, die Sie hier nennen sind vermutlich zu einem großen Teil Mütter oder Väter, deren Kinder die Nacht sehr früh beenden. Wenn das Kind ab 06:00 Uhr oder noch früher wach ist, muss man sowieso mit aufstehen. Entsprechend kann man auch früh zur Arbeit gehen. Eigentlich muss man es sogar, wenn man nach der Arbeit noch etwas Zeit mit seinen Kindern verbringen will.

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ens00002 19.01.2015, 08:11
7. Ich glaube das nicht

Bin in dieser turbulenten Zeit (Pubertät) auch zum Langschläfer geworden. War oft bis spät in der Nacht auf (wenn ich von meinen Eltern nicht erwischt wurde :-)) und noch immer ist es so, dass ich gerne länger schlafe (was sich aber aufgrund der Geburt unserer Tochter verändert hat). Ich freue mich aber über jeden Tag, an dem ich nicht so lange im Bett bleibe, sondern schon früh aufstehe. Es gibt viele Sprichwörter, die das frühe aufstehen preisen. Der frühe Vogel..., Morgenstund hat Gold im Mund. Und ich finde das passt.

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the_savior 19.01.2015, 08:12
8. Verzerrte Wahrnehmung

Die Wahrnehmung der Autorin geht völlig an der Realität vorbei. Gerade im Dienstleistungssektor ist ein später Arbeitsbeginn weit verbreitet. Dort legt man nämlich Wert auf die sogenannte "Facetime", d.h. entscheidend ist nicht nur die tatsächliche Arbeitszeit (meist im Bereich 10-12 h/Tag), sondern vor allem, dass man sich spätabends noch im Büro blicken lässt.
Man kann sich vorstellen, wie viel Raum noch für Hobbys, Familie etc. bleibt, wenn man erst um 10 Uhr zur Arbeit erscheint und dann 10-12 h drauf packt. Aus diesem Grund würden selbst viele "Eulen" einen früheren Arbeitsbeginn durchaus vorziehen.

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bluebill 19.01.2015, 08:28
9. Willkommen im Club!

Auch ich gehöre zu der unterdrückten ...nicht mal Minderheit, gefühlt eher Mehrheit... der "Eulen". Habe in der Schule todmüde in den Möbeln gehangen und wenig mitbekommen. Und habe letztlich meinen Beruf so gewählt und gestaltet, daß ich halbwegs klarkomme. Aber ich habe mich schon sehr oft gefragt, woher es eigentlich kommt, daß ausgerechnet in Deutschland das Frühaufstehen als Tugend gilt. Wahrscheinlich weil hier eben die preussische Disziplin zu Hause ist. Der ideale Mensch ist von früh an fleissig und strebsam, Ausschlafen gilt als Faulheit und Verweigerung. Wobei langes, arbeitsintensives Durchhalten am Abend kaum Pluspunkte bringt, weil die machthabenden Lerchen dann ja schon im Bett ratzen und nichts davon mitbekommen. Dass die Hälfte der Menschheit viel Potential verschwendet und dazu Folterqualen leidet, ist wohl egal, ja sogar gewünscht. Und als i-Tüpfelchen hat man uns auch noch die Sommerzeit aufgedrückt, nach der wir ein Dreiviertel des Jahres noch früher aufstehen sollen. - Die Attraktivität von Arbeitsplätzen gestaltet sich zunehmend auch danach, ob man seine Arbeitszeit individuell gestalten kann oder sklavisch an den überlieferten Fühaufsteherrhytmus anpassen muss. Es gibt ja keine Notwendigkeit mehr, sein Tagwerk mit dem ersten Sonnenlicht zu beginnen. Auch der Einzelhandel hat sich längst darauf eingerichtet, zumindest in urbanen Gegenden. Und ich kann mir vorstellen, daß es auch einen gewissen Konkurrenzkampf unter Schulen geben wird, Stichwort sinkende Geburtenrate. Und daß angepasste Unterrichtszeiten zu einem großen Wettbewerbsvorteil werden. Ebenso wie z.B. die Rathäuser vieler Städtchen heute schon mindestens einen Nachmittag in der Woche für das Nicht-Lerchen-Publikum geöffnet haben.

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