Forum: Gesundheit
Katharina Saalfrank antwortet: Mein Sohn isst nur noch Fast Food - was kann ich tun?
Getty Images

Der pubertierende Sohn zieht Fettiges und Süßkram der ausgewogenen Ernährung der Eltern vor. Die reagieren mit Ermahnungen und Strafen. Katharina Saalfrank meint: "Hören Sie auf zu erziehen."

Seite 1 von 6
Atheist_Crusader 28.12.2017, 18:46
1.

"Häufig geht es dem Jugendlichen vor allem um das Bedürfnis der Selbstwirksamkeit: Ihr Sohn will selbst entscheiden, wann und was er isst, und es ist wichtig, dass Sie ihm hier einen Raum zur Autonomie und Selbstbestimmung zur Verfügung stellen. Er muss sich noch ausprobieren und dabei ist es ihm manchmal egal, ob sein Verhalten sinnvoll oder gesund ist."

Mich wundert, dass die Frau an der Stelle nicht einfach vorschlägt, dem Jungen mal das Kochen beizubringen. Damit gewinnt der Jugendliche nämlich ein gutes Stück Unabhängigkeit über die Ernährung, ohne dass er immer gleich nen Burger kaufen muss. Denn je nachdem wo man lebt kann das mitunter eine Frage der Bequemlichkeit sein, dass Fastfood schnell verfügbar ist und gesünderes Essen eben nicht.
Außerdem erweitert es den Horizont für Dinge die die Eltern bisher immer nur versucht haben aufzudrängen. Anders gesagt: was man selbst gekocht hat, ist plötzlich gar nicht mehr so igitt. Man kann ja klein anfangen: ein paar Maggi-Tüten und ein bisschen Fleisch und Gemüse zum Schnippeln. Und wenn das klappt, dann den Schwierigkeitsgrad hochdrehen.

Außerdem ist das generell eine wichtige Fähigkeit im Leben. Und eine - was pubertierende Jungen durchaus interessieren dürfte - die bei den Damen ziemlich gut ankommt (oder je nachdem: deren Fehlen schlecht aufgenommen wird).

Im besten Fall hat der Junge dann ein neues Hobby und einen viel besseren Sinn für gesunde Ernährung - im schlimmsten Flal hat er "nur" die Grundlagen einer Fertigkeit erworben die ihm sein ganzes Leben lang helfen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
womo88 28.12.2017, 18:52
2. Zu Frau Saalfrank fällt mir nichts ein ...

Sie hat jahrelang als Super-Nanny in einer Dokusoap gearbeitet, was sie nun gewinnoptimierend verarbeitet. Ich gönne ihr das, aber als Eltern würde ich sie nicht zu Rate ziehen. Davon kann ich nur abraten.
Ich selbst habe auch 30 Jahre lang mit Jugendlichen und Kindern gearbeitet, mit Kindern/Jugendlichen aus dem Bildungsbürgertum wie auch in sozialen Brennpunkten.
Frau Saalfranks Ratschläge sind für mich heiße Luft. Dokusoaps sind ja nun nicht unbedingt die Realität.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
max-mustermann 28.12.2017, 19:08
3.

"Hören Sie auf zu erziehen."
Falsch, hören sie vor allem nicht auf die, in der Regel völlig lächerlichen und an der Realität vorbeigehenden, Ratschläge von Frau S.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mimas101 28.12.2017, 19:10
4. Meine Therapie

Taschengeldentzug, PC-Konsum-Rationierung (und PC-Ration erst dann wenn mindestens 30 Minuten pro Tag Anfahren am Berg mit einem Hollandfahrrad trainiert wurde), Kleidung kaufen die chronisch mindestens 3 Nummern zu klein ist und mal ein paar Clips und Reportagen aus den USA guggen lassen die die dicken Amerikaner beinhalten.
Dann wird's schon... - Vermutlich aber erst dann wenn seine Kumpels ihm nicht mehr Kredit zum Kauf von Fastfood und anderem süßem Krimskrams geben werden weil mangels Taschengeld...
Und der Nachwuchs samt seinen Eltern lernen so nebenbei auch gleich was fürs Leben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
womo88 28.12.2017, 19:10
5. Antwort auf Papa

Ich würde das mal nicht so eng sehen. Ändern können Sie es sowieso nicht. Mit dem Schulwechsel von der Grundschue zum Gymnasium findet in aller Regel auch eine Erweiterung des sozialen und räumlichen Umfelds statt. Jugendliche finden es dann schick, wenn sie sich an der Dönerbude oder der Pommesbude treffen können. Außerdem sind diese Essen so gestrickt, dass die schmecken. Die Hersteller wissen, wie man das macht. Wenn ich mit Jugendlichen unterwegs war, fanden die auch McDoof besser als mein frisch gekochtes Essen. Ich habe sie nicht gerügt, aber weiter frisch gekocht. Ein auf viele Jugendliche passender Satz lautet: "Ja, aber es darf nicht zu gesund sein." Sagt übrigens mein 60 jähriger Nachbar auch ... Ich kann mich noch an eine Jugendfreizeit erinnern, wo einige Jugendliche zu mir kamen und fragten, ob sie mal selbst kochen dürften. Ich habe dem sofort zugestimmt und sie auch zum Supermarkt gefahren. Sie wollten Sie wollten Hähnchenfilet mit Reis und Pilz-Sahnesoße kochen. Alles gut! Ich habe vor dem Supermarkt gewartet. Heraus kamen sie mit 12 Dosen Ravioli. Ich habe das nicht weiter kommentiert, bin aber Essen gegangen. Also Ruhe bewahren!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Matthge 28.12.2017, 19:23
6. hilft nicht wirklich weiter

egal wer oder was Frau Saalfrank ist und ob Sie nun in Dokusoaps gearbeitet hat oder nicht: fest steht, dass hier (wie aus dem Pädagogischen Lehrbuch abgeschrieben) mit Allgemeinplätzen um sich geworfen wird, die zur konkreten Problematik keine einzige Hilfe sind!!
Wir haben hier oft auch Gespräche mit anderen Eltern gehabt und dass ganz unabhängig von unseren Kindern. Da wurde dann auch alles so genau gemacht , wie es Frau Saalfrank vorschlägt!
Dennoch hat sich nichts geändert - nach Jahren!!
Manche Kinder, denen man in dieser Form die Freiheiten gelassen hatte, sind in vielen Fällen fast unumkehrbar fettleibig geworden, bis zu den deprimierenden Nebeneffekten im Bezug auf Fortentwicklung und sozialem Umfeld, die diese Umstände mit sich bringen.

Gerade da, wo Eltern "frühzeitig " einschreiten müssten- und Sie es aus pädagogischen Gründen nicht getan haben, wurden teilweise die Entwicklungen der Kinder unumkehrbar gestört.
Ich bin schockiert über soviel Unwissenheit und Gleichmut von Frau Saalfrank, bei so schwierigen Themen.
Ich finde das passt ganz und gar nicht zum Spiegel. Wo sind die Therapeuten und Soziologen mit "tatsächlichen Wissen" geblieben??

Beitrag melden Antworten / Zitieren
asdfjkkl 28.12.2017, 19:30
7.

Die Frage ist doch, woher bekommt er das Geld für all den Fraß?
Ich würde ihm keine Vorschriften machen, hier die Luft aber auch das Geld rausnehmen.
Und selbst natürlich konsequent Vorbild sein (gemeinsames Essen, gutes Essen).
Er sollte die Freude am Essen finden. Vielleicht können Sie ihn auf humorvolle Weise
in die Zubereitung des Essens einbinden? Vielleicht kann er für Sie kochen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sam.schiebert 28.12.2017, 19:30
8. Sprachpanscher

Als Diplompädagogin sollte Frau Saalfrank des Deutschen mächtig sein. "Erinnern Sie sich an Ihre eigene Pubertät zurück" ist ein waschechter Pleonasmus. Die Erinnerung ist immer rückwärts gerichtet, also ist das "zurück" nicht nur überflüssig, sondern auch schlechter Stil. Und: Wem sollen solche "Ratschläge" nutzen, wenn man die individuelle Situation nicht kennt? Jeder Fall hat andere Umstände, Voraussetzungen und Zusammenhänge. Gerade in Erziehungsfragen müssen wir uns vor Pauschalisierungen hüten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
womo88 28.12.2017, 19:31
9. Erziehungsberatung als Fastfood!

Ist das nicht das Gleiche?
Papa holt sich von Frau Saalfrank, die m. W. außer in einer Dokusoap noch keinen Kontakt mit Jugendlichen hatte, Erziehungstipps in Fastfood-Norm ab.
Und Sohnemann isst gerne Fastfood.
Also Fast-Food-Pommes und Fast-Food-Dönner gegen Fast(-Food)-Erziehungsratschläge von Frau Saalfrank! :-))
Nimmt sich nichts. Wir leben alle in einer Fast-Food-Welt. Es muss schnell gehen und es muss schmecken bzw. richtig klingen. :-))

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 6