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Katharina Saalfrank antwortet: Was tun, wenn der Sechsjährige noch in die Hose macht?
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Immer wieder kommt ein Sechsjähriger mit nasser Hose nach Hause. Die Eltern nehmen ihm zur Strafe sein neues Fahrrad weg. Katharina Saalfrank meint: Geben Sie dem Kind mehr Zeit - weniger Druck.

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Didoxion 07.12.2017, 11:41
1. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein ....

Kind die Prioritäten anders setzt, sich lieber auf das Spiel konzentriert und seine Fähigkeiten zum Aufhalten überschätzt. Wenn Eltern hier die Kontrolle der Konzentration vorziehen, bereuen sie das vermutlich bei den schulischen Leistungen. Die Sauberkeitserziehung geschieht durch sozialen Druck fast von allein. Die Fähigkeit hart, ausdauernd, konzentriert an einem Thema zu arbeiten, ist viel schwerer zu trainieren.

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Teilzeitalleinerzieherin 07.12.2017, 11:42
2. wenn keine organischen Ursachen vorliegen,

würde ich mal fragen, ob es dem Jungen vielleicht im Kindergarten nicht gefällt. Er geärgert wird etc. Kind Nr. 1 stellte beispielsweise mal das Trinken ein, weil es sich nicht auf die als zu groß empfundene Toilette im Kindergarten traute. Kind Nr. 2 hat ab und an Probleme mit der "Steuerung", d.h. er schafft es, sich auf der Toilette sitzend einzunässen. Wenn es dort und auch ansonsten keine Kümmernisse zu entdecken gibt: Abwarten und die Waschmaschine befüllen.

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fin2010 07.12.2017, 11:44
3. chronische/wiederkehrende Blasenentzündung in Betracht ziehen

falls es ausschliesslich um Harnlassen geht. War bei uns so und wurde erst nach vielen Jahren und noch viel mehr Arztbesuchen bemerkt.

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hadriani 07.12.2017, 11:48
4. einnässen oder mehr??

Wenn ein Kind im Alter von 6 Jahren ständig einnässt, dann sind noch einige Fragen wichtiger: War es schon jemals "trocken"?, wie war es mit dem Windeln und Pampers vorher (vielleicht daran gewöhnt???), wurde das Kind schon mal untersucht auf mögliche anatomischen Auffälligkeiten, die ein Einnässen begünstigen? Gibt es möglicherweise in der Familie oder Kindergarten Vorgänge die vom Kind nicht verarbeitet werden können und damit mit Einnässen reagiert? Oder gar in der Familie??? Das Problem jetzt nur dem Kind zu überlassen und mittels "Gesprächstherapie" zu behandeln ist mir nicht ausreichend.

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EvaL. 07.12.2017, 12:31
5. Ich danke Frau Saalfrank

für diesen Artikel. Hoffentlich finden viele Eltern hierdurch Zugang zu einem anderen Umgang mit ihrem Kind in Bezug auf dieses Thema. Für mich kommt es leider zu spät. Als ich in den Kindergarten gehen sollte - ich war damals 4 1/2 (Anfang der 70er Jahre) - und noch immer in die Hose machte, wurde ich von meinem Vater "funktionierend gemacht". Erst nachdem mir meine Mutter - aus welchem Grund auch immer - vor ein paar Jahren erzählte, daß seit dem Moment, an dem mein Vater mich geschlagen hatte, ich nicht mehr in die Hose gemacht habe, war mir klar, warum ich als Kind und auch als Jugendliche nicht mit meinem Vater alleine sein wollte. Unser Verhältnis ist bis heute unklar/schwierig, unterschwellig ist immer noch eine unspezifische Angst vorhanden. Und ich arbeite seit Jahren an meiner (emotionalen) "Unabhängigkeit" von meinen Eltern (zwischenzeitlich erfolgreich).

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Zaunsfeld 07.12.2017, 12:36
6.

Ich habe selbst als Jugendlicher noch alle ein bis zwei Jahre mal nachts ins Bett gemacht. Das kam vor, wenn ich abends vorm Zu-Bett-gehen noch eine größere Menge getrunken habe und dann eingeschlafen bin.
Nachts bin ich dann aber durch den Harndrang nicht aufgewacht, sondern habe nur geträumt, dass ich zur Toilette gehe. Und dann laufen lassen. Dann bin ich natürlich aucfgewacht, aber dann wars zu spät ...
Das Problem hatte sich dann bei mir erledigt, nachdem ich mir angewöhnt habe, jeden Abend vorm zu-Bett-gehen nicht mehr so viel zu trinken und dann konsequent nochmal auf die Toilette zu gehen, bevor ich ins Bett ging.

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whitewisent 07.12.2017, 12:46
7.

In welcher Welt lebt Frau Saalfrank? Ein Sechsjähriger soll immer noch ohne Druck dahinleben können wie es ihm gefällt? Vieleicht ist es solche Einstellung, die Kinder dazu bringt, Probleme zu entwickeln, weil man sich nicht in einem Sozialsystem wie einer Kita mit Regeln und Beziehungen einfügt.

Die Frage wäre doch eher, ob der Sohn den Harndrang im Privaten Bereich zB. am Wochenende oder im Urlaub regulieren kann. Denn dann ist vieleicht einfach mal wieder der unbewußte Hilferuf nach mehr Aufmerksamkeit, den er im Elternhaus erhält.

Ansonsten lasst Jungs vieleicht auch mal endlich wieder Jungs sein, und zuerst lernen, wie man im stehen uriniert. Das mit dem Hinsetzen kann man später immer noch dazulernen. Wenn es in Kitas aber nichtmal mehr Pissoirs gibt, ist es manchmal einfach auch schlichter Ekel, sich auf die selben Pötte mit Anderen zu setzen, obwohl man nur mal Klein muss.

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ColynCF 07.12.2017, 12:57
8.

Zitat von Didoxion
Kind die Prioritäten anders setzt, sich lieber auf das Spiel konzentriert und seine Fähigkeiten zum Aufhalten überschätzt. Wenn Eltern hier die Kontrolle der Konzentration vorziehen, bereuen sie das vermutlich bei den schulischen Leistungen. Die Sauberkeitserziehung geschieht durch sozialen Druck fast von allein. Die Fähigkeit hart, ausdauernd, konzentriert an einem Thema zu arbeiten, ist viel schwerer zu trainieren.
In Ihrem Posting sehe ich 2 kritische Punkte.

1. Das Erlernen von Konzentration ist wichtig, gleichzeitig muss man aber auch lernen trotz Konzentration seine Umwelt wahrzunehmen. Ist Überlebenswichtig (Straßenverkehr). Ein Kind muss auch lernen, dass es sich mit seinen eigenen Interessen nicht über die Interessen der anderen Stellen darf. Das heißt, und da sind wir bei Punkt 2
2. In die Hose machen ist für die Umwelt durchaus ein Problem (Geruch, dreck). Bei Kleinkindern nimmt man das in Kauf. Größere Kinder dagegen können erheblichen sozialen Druck auf den Einnässenden ausüben. Das schlimmste dürfte Auslachen oder Ausschluss aus der Gemeinschaft sein. Kinder untereinander können diesbezüglich bekanntlich sehr grausam sein. Daher finde ich die Empfehlung über sozialen Druck lernen zu lassen, für das Kind äußerst bedenklich. Aber das ist eine typische Einstellung "fortschrittlicher" Eltern, die einfach nur selbst den Problemen mit ihrem Kind ausweichen und mehr Kumpel als Eltern sein wollen.

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krause.bettina 07.12.2017, 13:01
9.

Zitat von whitewisent
In welcher Welt lebt Frau Saalfrank? Ein Sechsjähriger soll immer noch ohne Druck dahinleben können wie es ihm gefällt? Vieleicht ist es solche Einstellung, die Kinder dazu bringt, Probleme zu entwickeln, weil man sich nicht in einem Sozialsystem wie einer Kita mit Regeln und Beziehungen einfügt. Die Frage wäre doch eher, ob der Sohn den .....
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