Forum: Gesundheit
Kinder-und Jugendpsychiater: "Abhängigkeit von sozialen Medien gibt es nicht"
Getty Images

WhatsApp, Instagram, Facebook: Experten warnen vor der Suchtgefahr des Internets. Der Kinder- und Jugendpsychiater Schulte-Markwort kontert: "Hören wir auf, unseren Kindern Probleme einzureden."

Seite 1 von 8
dbeck90 01.05.2018, 17:37
1. Würde ich nicht andere Beobachtungen machen...

Der durchschnittliche User in der Bahn taktet sich seine sucht so: 15 sekunden in der Hose 20 sekunden in der Hand am checken, ob nachrichten da sind, 10 sekunden zwischen apps hin und her wischen, handy wieder weg stecken. Alle 45 sekunden beginnt dieser Zyklus von vorne. Das Handy wird dabei extrem schnell aus der Tasche gezogen und sehr hektisch entsperrt. Die 15 sekunden in der Hosentasche sieht sich das Individuum in der S-Bahn um, wird sehr unruhig, und verdreht mermals die Augen. Wenn Sie meinen, das ist keine Sucht OK.... Ich finds auf jeden Fall gruselig zu beobachten...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quengelliese 01.05.2018, 18:00
2. Stimme eines Rufers...

...in der Psychowüste! Wenigstens mal einer, der sich nicht mit der Erfindung und Verbreitung immer neuer Tartarenmeldungen über die "Jugend von heute" profiliert und gesundstößt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
medyka 01.05.2018, 18:03
3. Sucht vielleicht nicht, aber...

...der analoge Umgang nimmt deutlich ab und der digitale zu.

In der digitalen Welt gibt es zwar auch Mimiken, aber diese Smileys sind keine Körpersprache.

ich glaube sehr wohl, dass Social Media der Sozialkompetenz schadet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
isar56 01.05.2018, 18:13
4. Ähemmm

es kommen Kinder in die Sprechstunde eines Psychiaters, mit der Bitte ihnen zu helfen, das Smartphone auszuschalten? Sorry, wenn das nicht absolut gestört ist, wenn s DAFÜR einen Psychiater braucht, fällt mir nicht mehr viel zum Thema ein. Und als Sozialarbeiterin, die seit 35 Jahren in einem Jugendamt tätig ist habe ich schon allerlei erlebt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
awes 01.05.2018, 18:19
5. Virtual reality

In meiner psychotherapeutischen Praxis für Erwachsene mache ich durchaus die Erfahrung, dass junge Erwachsenen mit fragilem Selbstwert sich lieber 6 h pro Tag bei world of warcraft aufhalten, statt andere ihres Alters zu treffen und in den realen Kontakt zu fehen. Wo ich Ihnen Recht gebe ist in puncto der Austauschbarkeit: Vermeidung hat viele Facetten, egal ob lesen, Fernsehen oder zocken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frank_n_furter 01.05.2018, 18:42
6. Was bitte ist Abhängigkeit?

Wenn eine Zwölfjährige nach einer Woche "Handyentzug" auf selbigem 1400 neue Nachrichten hat - ist das normal? Anscheinend ja, was auf eine Massenepidemie hindeutet. Anscheinend müssen nur genug mitmachen, dann gilt so etwas nicht mehr als bedenklich oder gar krank.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Indigo76 01.05.2018, 18:51
7.

Als Kind und Jugendlicher hatte ich extreme Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen. Ich konnte einfach nichts mit denen anfangen. Ich habe mich lieber in mein Zimmer verkrochen und habe gelesen. Im zarten Alter von zehn habe ich das erste Mal den Herrn der Ringe gelesen. Eine Schwarte mit 1200 Seiten. Da habe ich quasi wochenlang keine frische Luft bekommen. Da hieß es nur "Toll - wieviel der Junge liest". Wenn heute ein Kind stundenlang vorm Computer sitzt, ist das ein austauschbares Verhalten. Hätte ich bestimmt auch gemacht, wenn es damals das Internet in seiner heutigen Form gegeben hätte. Aber beim Internet schreien gleich alle, dass es krankhaft ist.

Beim Thema soziale Netzwerke und ihre Nutzung sehe ich persönlich nur eine Gefahr. Wenn idiotische Autofahrer während des Fahrens ihr Handy checken und sich und andere in Gefahr bringen. Oder dumme Fußgänger (egal welchen Alters) die Nase nicht vom Handy weg bekommen und alles mögliche umrennen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
isar56 01.05.2018, 19:07
8.

Zitat von quengelliese
...in der Psychowüste! Wenigstens mal einer, der sich nicht mit der Erfindung und Verbreitung immer neuer Tartarenmeldungen über die "Jugend von heute" profiliert und gesundstößt!
Aber zu ihm kommen Kinder, die Hilfe beim Smartphone ausschalten suchen? Die würde ich zu ihren Eltern schicken.
Andrerseits beobachte ich beruflich seit Jahren, dass Eltern mit allerhand Attesten und Rezepten kommen für Logopädie, Psychiatrie, Ergotherapie, ADHS u.a. Asperger usw. usw. Jugendämter sind verpflichtet vor (kostenintensiven oder falschen) Maßnahmen eine sog. Hilfeplankonferenz unter Einbeziehung der Familien und mehrerer Fachkräfte anzusetzen und eine Sozialanalyse durchzuführen. So gut wie immer bräuchten betroffene Kinder schlicht Grenzen, Regeln, Tagesstruktur, Bewegung und die Aufmerksamkeit ihrer Eltern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
foxtrottangohamburg 01.05.2018, 19:21
9. Keine Sucht? Also auch keine Entzugserscheinungen!

Ich teile die Sicht des Professors nicht und finde den Medienkonsum via Smartphone, Tablet oder PC bei Kindern und Erwachsenen höchst bedenklich. Da es kaum herauszufinden sein wird, ob sich das Sozialverhalten der Menschen durch den Konsum und die Nutzung digitaler Medien und Geräte verändert hat, wäre eine simple Annahme doch angebracht: Gibt es keine Sucht, dürfte es auch keine Entzugserscheinungen geben. Eine Klinik dafür als Beispiel zu nehmen, halte ich für nicht repräsentativ, weil die Klienten sich den dortigen Regeln anpassen, um Hilfe zu bekommen. Viel spannender daher die Frage, was die Menschen motiviert, Realitätsflucht zu betreiben, anstatt sich mit ihren Gedanken, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt zu beschäftigen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8