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Lachen gegen Panik: Neue Methode für Wach-OP am Hirn
DPA/ Bijanki et al, J. Clin. Invest./ Courtesy of American Society for Clinical Investigation

Eine Patientin musste im Wachzustand operiert werden und hatte solche Angst, dass Ärzte dies nicht wagten. Bis sie eine besondere Lösung fanden: Sie stimulierten bei der OP das für Emotionen zuständige Hirn-Areal - und die Frau freute sich.

schmuella 05.02.2019, 20:40
1. Interessante Erkenntnisse

Zitat: "Rechtfertigt Aufwand den Nutzen?"

Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, Angstpatienten optimal durch eine derartige Operation zu führen, ist der Aufwand gerechtfertigt.

Der Fall zeigt jedoch deutlich, wie sehr seelische/geistige Vorgänge von der neuronalen Tätigkeit des Gehirns abhängig sind. Überspitzt formuliert könnte man sagen: Das Gehirn gibt den Ton an, Seele und Geist sind das Produkt neuronaler Prozesse.

Dennoch ist es ein Mysterium, wie aus "einfachen" Nervenzellen (Neuronen), allein durch ihre enorme Anzahl und der Art ihrer Vernetzung etwas hervorgeht (Seele, Geist, Bewusstsein etc.), das sich aus der Untersuchung der einzelnen Bestandteilen nicht erklären lässt. Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile gewissermaßen. Dies betrifft jede Form von Leben, unabhängig vom Grad des Bewusstsein.

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x000mktg 05.02.2019, 20:44
2. Wo ist das...?

"...School of Medicine (US-Bundesstaat Atlanta) in...." - diesen Bundesstaat gibt's nicht, soweit ich weiss...

<i>Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert. Die Redaktion.</i>

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erational99 05.02.2019, 20:54
3. Hirnschrittmacher gegen Depression

Das ließe sich doch ggf. als Hirnschrittmacher bei Depressionen einsetzen? Vermutlich kann man ja über die Stromstärke oder Spannung einstellen, wie mild/stark stimuliert werden soll.
Zeigt übrigens hervorragend, wie wenig bei einer schweren Depression die Psychologie/Psyche eine Rolle spielt und wie sehr einfach nur Hirnareale zu wenig / zu viel feuern. Wir Menschen glauben ja immer noch, die Psyche unterläge so vielen äußeren Einflüssen...

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Newspeak 05.02.2019, 21:30
4. ...

Zitat von schmuella
[...] Dennoch ist es ein Mysterium, wie aus "einfachen" Nervenzellen (Neuronen), allein durch ihre enorme Anzahl und der Art ihrer Vernetzung etwas hervorgeht (Seele, Geist, Bewusstsein etc.), das sich aus der Untersuchung der einzelnen Bestandteilen nicht erklären lässt. Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile gewissermaßen. Dies betrifft jede Form von Leben, unabhängig vom Grad des Bewusstsein.
Es ist ein Mysterium, ja, aber es ist nicht gesagt, dass man es nicht vollstaendig erklaeren koennte, wenn man das vollstaendige Wissen ueber die exakten Details haette. Emergentes Verhalten heisst meistens nur, dass man mit einem huebschen Wort ausdrueckt, dass man die Details nicht wirklich versteht. Nehmen wir ein Beispiel aus der Physik. Temperatur ist emergent. Aber am Ende einfach nur Statistik der thermischen Molekuelbewegungen. Bewusstsein ist sicher sehr viel komplizierter zu verstehen, als Temperatur, aber warum soll es am Ende nicht auch vollstaendig reduzierbar sein?

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schmuella 06.02.2019, 02:23
5. Die Frage nach dem Warum

Zitat von Newspeak
Es ist ein Mysterium, ja, aber es ist nicht gesagt, dass man es nicht vollstaendig erklaeren koennte, wenn man das vollstaendige Wissen ueber die exakten Details haette. Emergentes Verhalten heisst meistens nur, dass man mit einem huebschen Wort ausdrueckt, dass man die Details nicht wirklich versteht. Nehmen wir ein Beispiel aus der Physik. Temperatur ist emergent. Aber am Ende einfach nur Statistik der thermischen Molekuelbewegungen. Bewusstsein ist sicher sehr viel komplizierter zu verstehen, als Temperatur, aber warum soll es am Ende nicht auch vollstaendig reduzierbar sein?
Ist immer die Frage, wie weitreichend, umfassend und wahrheitsabbildend Erklärungen am Ende sind.

Eine unüberwindbare Hürde im Versuch die Welt zu begreifen, ergibt sich aus dem Umstand, dass es dem menschlichen Geist verwehrt ist, einen "direkten" Blick auf die Natur bzw. das Wesen der Welt zu werfen. Denn alles, was unser Weltbild bzw. Wissen von der Welt ausmacht, ist ein Produkt des Gehirns, eine von ihm erschaffene "virtuelle" Realtität.

Einfaches Beispiel "Farbe": Die Rezeptoren für Farbwahrnehmung im Auge (Zapfen) sind nur empfindlich für Rot, Grün und Blau. Alle anderen Farben werden erst im Gehirn "erschaffen". Außerhalb unseres Denkens gibt es keine Farben, sondern nur elektromagnetische Wellen.

Somit sind die Grenzen der Verarbeitungsmöglichkeiten (des Gehirns) auch gleichzeitig die Grenzen der Erkenntnis(möglichkeiten) und der sich daraus ergebenden Erklärungen, Theorien und Modelle.

Erklärungen haben eher den Charakter von Beschreibungen (z. B. der Mechanismen bzw. Wirkungszusammenhänge). Letztlich gibt es keine (naturwissenschaftliche) Antwort auf die Frage nach dem "Warum".

Vielleicht haben sich auch deshalb in dem ständigen Bestreben der Menschen, die Welt zu begreifen und Antworten zu finden, Religionen herausgebildet.

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okrogl 06.02.2019, 08:03
6. Auch wenn es kein schöner Gedanke sein mag

Wer noch an etwas wie eine Seele glaubt, sollte den Artikel gut lesen. Emotionen, Charakter – alles nur biochemische Prozesse. Chemikalien oder Verletzungen unserer „Hardware“ können uns vollkommen verändern.

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herkurius 06.02.2019, 10:53
7. Rechtfertigt der Aufwand den Nutzen?

Bin ich der einzige, dem auffällt, dass der Satz falsch herum formuliert ist? Die Frage ist, ob der Nutzen hoch genug ist, um den Aufwand zu rechtfertigen. Der Aufwand ist das, was gestaltet, also vom Menschen beeinflusst und dann auch kalkulationsmäßig abgewogen werden kann.

Die originale Formulierung würde bedeuten: "Ist es zu rechtfertigen, daß man eine überlebende, gesunde Patientin anstrebt, bloß um den Aufwand für eine vorhergehende Operation zur Plazierung der Elektroden in der sogenannten Gürtelwindung bezahlt zu bekommen". Nicht einmal ich, ärztekritisch, kann mir vorstellen, daß das so gemeint war.

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