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Liberalere Drogenpolitik: Schweiz will Cannabis-Regeln lockern
DPA

Schweizer brauchen in Zukunft wohl keine Ausnahmegenehmigung mehr, wenn sie aus medizinischen Gründen Cannabis rauchen wollen. Auch der Freizeit-Konsum könnte einfacher werden.

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Neo89 04.07.2018, 22:00
1. Wohl kaum

"Nach offiziellen Schätzungen rauchen etwa 200.000 Menschen regelmäßig Cannabis in der Schweiz."

Keine Ahnung woher Sie diese Zahlen haben. Mit 29 Jahre gehe ich nun wieder seit einem Jahr Teilzeit ins Studium und ich kann sagen, dass die Quote sowohl in den Firmen (im Bereich Key Account Management) als auch in den Unis weit über 20%, vermutlich eher bei 25%.
Mir ist natürlich auch klar, dass die ältere Generation kaum kifft aber ich hatte über die gesamte Bevölkerung 8-10% geschätzt somit rund 750-820k.

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animalblack 04.07.2018, 22:26
2. Falsche Aussage im Artikel

Im Artikel steht am Ende, dass der Cannabis-Konsum verboten sei. Dies ist falsch!

Verboten und mit Strafe belegt ist der Anbau und Besitz von Cannabis sowie der Handel damit. Der Konsum dagegen ist straffrei. Das ist eine rechtlich wichtige Nuance!

Der Spiegel-Artikel gibt damit die rechtliche Situation in Deutschland falsch wieder.

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die_WahrheitXXL 04.07.2018, 22:27
3. alle nehmen das Thema locker

nur in Deutschland ist man für das Thema noch zu verkrampft. Aber so wie beispielsweise Frauen und Homosexuelle ihre Rechte bekommen haben, genauso werden in wenigen hundert Jahren auch Kiffer ihre Rechte erhalten. Vielleicht sind bis dahin Nikotin und Alkohol zurecht verbannt, da die weit mehr Schäden anrichten als THC.

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Blumentöpfe 04.07.2018, 22:32
4. schlecht recherchiert

Der Konsum von Cannabis ist in Deutschland nicht verboten. Auch Meldungen der dpa können vor Veröffentlichung doch mal auf Richtigkeit überprüft werden, damit derselbe Unsinn nicht immer und immer wieder kopiert wird.

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bakero 04.07.2018, 22:36
5.

Plausible Begründungen für die Verteufelung und letztlich das Verbot von Cannabis gab es noch nie.

Bin gespannt, wie lange sich die internationalen Entwicklungen einer zeitgemäßen Cannabispolitik (und die daraus resultierenden positiven Entwicklungen!) in Deutschland noch ignorieren lassen.

Noch jedenfalls wollen CDU, CSU und AfD die Alkoholindustrie vor der Konkurrenz schützen, Fakten interessieren da wenig. Dass sie dabei in Wirklichkeit vor allem einen riesigen illegalen Markt (2 Tonnen am Tag!) am Leben erhalten, nehmen sie einfach in Kauf. Warum auch immer.

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anselmwuestegern 04.07.2018, 22:41
6.

Liberale Handhabung ist etwas anderes als völlige Freigabe.
Zum einen macht es keinen Sinn einfache Konsumenten zu bestrafen für etwas, mit dem sie niemanden schaden. Auch selbst vielleicht ausgenommen, aber Alkohol, Nikotin und Suizid sind auch keine Straftaten.
Zum anderen könnten Bezugswege geschaffen werden, die dem illegalen Drogenhandel den Zugang zu Kunden/Opfern erschweren.
Lieber sollten Alkohol und Nikotin stärker reglementiert werden.
Ich könnte mir staatliche oder staatlich kontrollierte Läden vorstellen, die diese drei Produktgruppen nach genau festgelegten Richtlinien zu festen Preisen verkaufen.

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manicmecanic 04.07.2018, 22:44
7. Konsum in der BRD verboten?

Warum macht ausgerechnet SPON eine solche juristisch tatsächlich falsche Aussage? Fakt ist daß der Konsum jedweden Mittels nicht illegal ist aber der Besitz.Typisch deutsche Konstruktion.

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tulius-rex 04.07.2018, 23:13
8. was erst jetzt?

Dachte immer die Schweizer kiffen schon lange. So selbstbezogen humorvoll, so viel intelligenter, weitblickender, reicher als die gesamte Restweltbevölkerung zusammen, das muss Gottes auserwähltes Volk sein mit rundherum friedlichen Grenzen, an denen missliebige Elemente munter ausgeschafft (im Wortsinne) werden. In der Schweiz ist man nicht unglücklich und es gibt auch keine Psychodoktoren. Das Konto und die Berge machen's.

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Mancomb 04.07.2018, 23:14
9. Eher friert die Hölle zu

als dass sich Deutschland auch nur einen Handbreit in dieser Frage bewegt.

So lange hier Leute wie Marlene "Cannabis ist verboten weil es illegal ist" Mortler (die gleichzeitig auch noch mit einer an Dreistigkeit nicht zu überbietenden Doppelmoral das Saufen glorifizieren) in Schlüsselpositionen sitzen sieht es zappenduster für eine vernünftige, verantwortungsvolle Drogenpolitik aus.

In Portugal sind z.B. SÄMTLICHE Drogen mehr oder weniger legal - d.h. wer erwischt wird, zahlt in etwa einen Strafzettel, sonst nichts. Und wird beim zweiten, dritten Mal an ein Entzugsprogramm angebunden. Wer hierzulande in Bayern (wo man ja mit zwei Maß Bier noch problemlos Auto fahren kann) mit einem Hauch von Nichts an Cannabis erwischt wird, kann mitunter seiner ganzen Karriere zum Abschied leise Servus sagen. Crystal-User im Bayerischen Wald werden in den Knast gesteckt anstatt in Programme. Die Amerikaner führen mit ihrer knallharten Law-and-Order-Politik den schon längst verlorenen War on Drugs mit einem Milliardenaufwand weiter und ruinieren dabei nebenher noch ihren südlichen Nachbarn.

Klar, THC kann Psychosen auslösen - aber auch nur bei denen, die schon vorher eine latente hatten, die nur nicht bemerkt wurde. Durch Tabak und Alkohol entsteht viel mehr Schaden.

Prävention, Beratung und Behandlung schlägt Kriminalisierung jedes Mal um Längen.

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