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Mehr Daten, mehr Diagnosen: Google will die Medizin revolutionieren
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Krankheiten früher erkennen dank Algorithmen und künstlicher Intelligenz - so will Google die Medizin zur Datenwissenschaft machen. Aber hilft das auch den Patienten?

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Lisa_can_do 01.09.2018, 17:51
10. Eigenartige Kritik

eine fast religiöse Verehrung geniessen doch vor allem seit Jahrhunderten Ärzte, egal, ob sie gut sind oder nicht, insbesondere "der Herr Professor". Und Übertherapie dürfen auch heute schon Privatpatienten geniessen - nachweislich. Das Buch ist wirklich gut und spannend. Die Quintessenz wird hier im Artikel nicht erklärt: es wird nicht die eine Therapie gegen Krebs geben, sondern der Ansatz der Zukunft ist eine deutlich verbesserte Diagnostik u.a. Dank einer Datenmenge, die ein ärztliches Hirn gar nicht haben und verarbeiten kann. 5 Mio Datensätze zu möglichen Ausprägungen zu einer Art Melanom kann ein Hautarzt nicht im Kopf haben, aber ein Screening-System mit Zugriff auf eine Datenbank schon. Je besser und früher die Diagnostik, desto eher Chancen bei der Therapie. Der Patient würde natürlich profitieren, wenn er denn versteht, dass er immer die Hauptrolle spielen wird und wenn er nicht mitspielt, dann hilft auch die beste Diagnostik und noch so viele Daten nix. Und warum man solche technischen Errungenschaften immer im kompletten Gegensatz zur ärztlichen Leistung setzen muss, liegt wohl eher im Bereich des Sensationsjournalismus. Es wird auch weiterhin Ärzte brauchen und die Abwehrhaltung von so genannten Koryphäen ist völlig überflüssig.

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murksdoc 01.09.2018, 22:22
11. Hau wech, die Kacke...

Na klar, Google bekommt jetzt auch noch meine Daten, wie oft ich Depressionen habe, von wem ich mir im Urlaub den Tripper geholt habe und welche theoretische Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich aufgrund meines privaten Risikoprofiles innerhalb der nächsten 5 Jahre berufsunfähig, arbeitsunfähig oder vorübergehend krankgeschrieben werde. Brühwarm geliefert an die um meine Gesundheit "besorgten" bezahlenden Großkunden von GOOGLE: die Schnittstellen der Human Resources Abteilung des Unternehmens, bei dem ich mich gerade bewerbe, die Krankenversicherung zwecks Risikozuschlag, die Lebensversicherung zwecks Vertragskündigung, die Bank zwecks Kündigung langlaufender Kredite. Und weil Patienten bei Fragen nach ihrem Lebenswandel, ihrer körperlichen Belastungsfähigkeit und ihrem Drogen- Alkohol und Zigarettenkonsum immer und überall lügen, wird das ganze Datenpaket direkt da abgegriffen, wo es generiert wird: am Patienten selbst. Aber GOOGLE hat eine "Mission", GOOGLE will kleine Kinder und kranke Kätzchen heilen. Und das alle gesünder leben. Und sanfte, alternative Medizin. Kostenlos für alle. Die ganze Welt liebt sich plötzlich. Nur wegen GOOGLE.

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gladwyne 02.09.2018, 05:38
12. ach sensoren!

da schaut man dann suc die knie und vergisst den grossen Zeh. man kann ja nicht alles beobachten. man versucht das such in der pathologie. einen komputer die diagnose erraten zu lassen. wenn da ein tumor ist, gehts ja vielleicht, aber das ist ja einfach. was da ist, ist da. aber sicher zu sagen dass da kein tumor ist oder welche entzuendliche krankheit etc vorliegt, dann wirds schwer. was nicht da zi sein scheint muss ja nicht unbedingt wirklich nicht da sein. das koennen computer in100 jahren noch nicht. wir werden weiterhin mit wasser kochen.

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aliof 02.09.2018, 09:20
13. Es wird auch damit mehrheitlich so sein

.., wie es schon seit Anbeginn der Ausübung ärztlicher Kunst war .

Nämlich was Hippokrates unter dem Begriff Dietetik an den Mann bzw. an die Frau zu bringen anbot : seine Patienten auf einen Weg gesunder Lebensführung zu verhelfen. - Durch individuelle Analyse krankmachender Faktoren der Lebensführung , und Anleitung zu Änderung der gelernten unangepaßten Verhaltensmuster.

Das ist vermutlich auch der Hintergrund der Skepsis des hier zitierten Arztes und Biometrikers Prof.Dr. Antes.

Nur hatte es Hippokrates ungleich einfacher, da es in seiner Zeit die Hauptursachen unserer heutigen Zivilisationskrankheiten nicht gab :

Nämlich Zucker (weiß oder bio) , nikotinhaltigen Tabak , Fernsehen und Bundesliga , Internet , und Alkohol auch nur in deutlich geringeren Konzentrationen .

Fazit : Wissen ist das Eine , Therapie das Andere . Erfolg ist weiterhin nur bei Einsicht und Kooperation des Patienten möglich.
DNA-Analysen können lediglich helfen, das je passendere Medikament schneller herauszufinden, was zudem je nur etwa ein Drittel auf dem Weg zum Therapieerfolg ausmacht.

Ausnahmen : Gentherapien sind ein heute noch teures Verfahren, Einzelnen oder kleinen Gruppen Betroffener zu helfen, wofür es aber keine Big-Data , sondern (noch menschliche) Arbeitsgruppen braucht.

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fatherted98 03.09.2018, 07:51
14. lachhaft...

...nachdem es noch nicht mal klappt ein Rezept auf einer Datenkarte (Gesundheitskarte den Kassen) zu speichern.....wir leben im analogen nirgendwo....was alles möglich sein könnte hat nicht aber auch gar nichts mit der Realität zu tun.

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neowave 03.09.2018, 20:05
15. Google verabschiedet sich von "Don't be evil"

Zitat von ProbeersEinfach
Typisch Deutschland, alles erstmal schlecht reden und in Frage stellen anstatt selbst wieder mit Mut etwas in die Hand zu nehmen. Und dann auch noch der Datenschutz. Noi, des wolle ma nid. Wann ist Deutschland eigentlich so ein Bremsklotz geworden? Die meisten Krankheiten haben nunmal eine ganze Palette von Leitsymptomen und weniger bekannten Symptomen, ein intelligenter Algorithmus, kann daraus durchaus einen verlässlichen Score für das Risiko einer Erkrankung geben. Wenn nicht Google, wer dann? Deren momentane Suchalgorithmen sind doch dazu längst in der Lage. Ich habe eher das Gefühl, das mächtige Lobbygruppen das Ganze versuchen zu bremsen.
Typisch Schlichtdenker, um mal in Ihrem Duktus weiter zu machen. Was genau gleuben Sie, warum macht Google sich die Arbeit und investiert darüber hinaus 1000 Mio.+? Damit es Ihnen besser geht? Seien Sie nicht naiv, solche Überlegungen/Parameter existieren bei solchen Entscheidungen nicht Es geht um Macht und Profit - um nicht mehr und nicht weniger. Unter @-murksdoc #11 werden einige naheliegende mutmassliche Motivationen/Konsequenzen beschrieben. Und, was ansonsten noch mit den Daten gemacht wird bzw. wohin uns diese ZUNÄCHST privatwirtschaftlich organisierte amerikanische Datenaggregation in der Folge führt, darüber werden wir vom nächsten Edward Snowden informiert. Vielleicht. Und wenn wir Glück haben, noch rechtzeitig. $+NSA rulez.

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holtadipolta 16.09.2018, 09:54
16.

Zitat von ProbeersEinfach
Typisch Deutschland, alles erstmal schlecht reden und in Frage stellen anstatt selbst wieder mit Mut etwas in die Hand zu nehmen. Und dann auch noch der Datenschutz. Noi, des wolle ma nid. Wann ist Deutschland eigentlich so ein Bremsklotz geworden? Die meisten Krankheiten haben nunmal eine ganze Palette von Leitsymptomen und weniger bekannten Symptomen, ein intelligenter Algorithmus, kann daraus durchaus einen verlässlichen Score für das Risiko einer Erkrankung geben. Wenn nicht Google, wer dann? Deren momentane Suchalgorithmen sind doch dazu längst in der Lage. Ich habe eher das Gefühl, das mächtige Lobbygruppen das Ganze versuchen zu bremsen.
nee, das ist leider zu naiv gedacht. So einfach ist Medizin nicht. Jedes Krankheitsbild ist anders und nicht die Summe seiner Symptome. Die Kunst ist es, die Symptome richtig untereinander und im Kontext zu anderen Krankheiten, und den Lebensumständen (Lebenssituation, psychische Situation, Medikamenteneinnahme, körperliche Aktivität, Pflegebedürftigkeit ...) des Patienten zu bewerten. Da gibt's keinen einfachen Algorythmus und dies läßt sich schon garnicht über statistische Auswertung von big data erreichen. Sorry, google !

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