Forum: Gesundheit
Minderwertige Zahnimplantate: Kleine Schraube, großes Problem

Hersteller drücken ihre Implantate in den Markt, die anschließende Kontrolle ist lasch. Obwohl die Medizinprodukte dreimal so oft eingesetzt werden wie künstliche Hüften, weiß man erschreckend wenig.

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Rosenhag 12.02.2019, 11:51
1.

Verstehe sowieso nicht wie man sich den Knochen aufbohren lassen kann um ein Implantat zu implantieren. Mit meiner Prothese bin ich, zahnschmerzfrei für immer, glücklich.

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Rassek 12.02.2019, 12:02
2. Danke

Guter Artikel, Frau Wolf.
Bei Implantaten zahlen die Kassen fast nicht. Daher hat auch niemand Druck zur Kontrolle.

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nichtbesseralsbild 12.02.2019, 12:12
3.

Ein sehr schlecht recherchierter Artikel. Die Autorin hat offenbar die elementaren Grundlagen der Zulassung von Medizinprodukten entweder nicht nachgeschlagen oder nicht verstanden.
1. Medizinprodukte werden sehr wohl zugelassen.
2. Insbesondere seit der letzten Änderungen der gesetzlichen Vorschriften ist die Verfügbarkeit klinischer Daten quais ein Muss. Dies wird zukünftig noch verstärkt. Vereinfacht gesagt: In Zukunft muss ein Hersteller klinische Daten zu seinen Produkten vorweisen können und die Produkte außerdem nachverfolgen.

Einfach mal nachlesen bevor man schreibt:
https://www.tuev-sued.de/produktpruefung/branchen/medizinprodukte/marktzulassung-und-zertifizierung/eu-marktzugang/mdr-eu-medizinprodukteverordnung

https://www.emergobyul.com/de/blog/2017/04/die-10-wichtigsten-fragen-zur-europaeischen-medizinprodukte-verordnung

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Spiegelleserin57 12.02.2019, 12:27
4. mag alles ein ABER...

Zitat von nichtbesseralsbild
Ein sehr schlecht recherchierter Artikel. Die Autorin hat offenbar die elementaren Grundlagen der Zulassung von Medizinprodukten entweder nicht nachgeschlagen oder nicht verstanden. 1. Medizinprodukte werden sehr wohl zugelassen. 2. Insbesondere seit der letzten Änderungen der gesetzlichen Vorschriften ist die Verfügbarkeit klinischer Daten quais ein Muss. Dies wird zukünftig noch verstärkt. Vereinfacht gesagt: In Zukunft muss ein Hersteller klinische Daten zu seinen Produkten vorweisen können und die Produkte außerdem nachverfolgen. Einfach mal nachlesen bevor man schreibt: https://www.tuev-sued.de/produktpruefung/branchen/medizinprodukte/marktzulassung-und-zertifizierung/eu-marktzugang/mdr-eu-medizinprodukteverordnung https://www.emergobyul.com/de/blog/2017/04/die-10-wichtigsten-fragen-zur-europaeischen-medizinprodukte-verordnung
die Infektionsrate besonders nach Implantationen ist definitiv vorhanden. Wer schon Knochenabbau hat kann gleichzeitig an Knochen implantiert bekommen, dann vergrößert sich die OP erheblich. Gerät dann ein Keim in die Wunde und vermehrt sich später entsteht ein großes Problem und dann sollen die Kassen wieder die Therapien bezahlen, ganz zu schweigen wenn der Operateur in eine Kieferhöhle durchbricht und der Keim sich dort festsetzt.
Das sind alles Risiken die durchaus vorkommen!

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Johann2019 12.02.2019, 12:30
5. Probleme liegen nicht nur am Implantat

Als Fachzahnarzt für Oralchirurgie kann ich auch nur oft den Kopf schütteln! Über die mangelnde Kenntnis von zahnärztlichen Kollegen/innen, die der Meinung sind mit einem praktischen Wochenendkurs Ihr Curriculum für Implantologie zu erwerben oder zwei praktischen Wochen und einpaar Onlinevorlesungen ihren Master für Implantologie zu erhalten und dann der Meinung sind sie könnten Implantate setzen. Im Vergleich muss man 3-4 Jahre für den Fachzahnarzt in diesem Bereich arbeiten. Die Politik schützt den Patienten vor dieser irreführenden Titelsammelsucht nicht, die gar nichts aussagen. Das ist das größere Problem! Hier machen die Kollegen/innen bei der Auswahl der Implantate schon große Fehler, weil diese die Ausbildung dafür nicht haben!

Der Spiegel erwähnt in fast allen Artikeln die "ECDI", die nur ein Praxisverbund ist und mehr nicht! Das ist keine Fachgesellschaft! Außer große Versprechen kommt von dieser Gruppe seit Jahren leider nichts.
Das ist auch keine Gruppe von "kieferchirurgischen Praxisverbund". Die Mitglieder sind mitnichten alle Kieferchirurgen. Das vermittelt wieder, dass diese Leute Fachzahnärzte für MKG Chirurgie sind. Hier wünsche ich mir bessere Recherchen.

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soisses1 12.02.2019, 12:31
6. Es

ist korrekt, im Implantatbereich ist immer noch zu viel Grauzone. Aber wenn man sich in einem Artikel auf z.B. die MDR, die Medizinprodukterichtlinie beruft, dann sollte man diese gelesen und vielleicht auch verstanden haben. Es wir nicht einfach nur so ein CE Zertifikat erteilt, wenn ein Notified Body, also eine Benannte Stelle hinzugezogen wird. Die Benannte Stelle ist auch nicht einfach eine dahergelaufene Stelle von der Kneipe um die Ecke, das ist dann z.B. der TÜV Süd. Die Anforderungen durch die benannten Stellen sind seit ca. 1-2 Jahren deutlich gestiegen. Weiter wird über die neue MDR eine öffentliche Datenbank angelegt, in der die schwarzen Schafe gelistet werden.

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docker 12.02.2019, 12:46
7. 1,3 Millionen /Jahr ?

Bei knapp gerechneten 2000€/Implantat macht das 2,5 Milliarden€ Umsatz auf dem Implantatsektor
pro Jahr ??
Da möchte natürlich jeder Zahnklempner sein Stück vom Kuchen abhaben.
Bitte mit beiliegender Gebrauchanweisung einsetzen.

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sgbhd 12.02.2019, 12:46
8. Leider nur ein Problem

von vielen:
Es gibt nicht nur das Problem der fehlerhaften Implantate- auch hochwertige und sehr gute können zu Verlusten und schweren Erkrankungen oder schlimmen Verschlechterungen bereits bestehender Krankheiten führen.

Es wird implantiert auf Deubel komm raus- vorwiegend Titan ( ca.90% aller verbauten Implantate ) . Dabei wird von den Ärzten sorgfältig verschwiegen, dass ca. 15 % der Menschen eine mehr oder weniger grosse Unverträglichkeit auf Titan entwickeln- immer dann, wenn das Material im Körper oxidiert - und das Immunsystem versucht, diese winzigen
Partikel abzubauen.

Daher ist ein Implantat für Immunkranke oder Krebspatienten nicht empfehlenswert, und bei allen anderen sollte vorher getestet werden.

Davon hatte weder mein Zahnarzt noch mein Kiefernchrirug je gesprochen, bin nur über eine Allergie auf das Provisorium durch Zufall an diese Information gekommen. Und laut Stiftung Warentest hatte kein Arzt bei einem Testlauf in den Beratungen daraufhin gewiesen.

Laut einigen Gutachtern liegt die Problemquote bei bis zu 40%

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Ein_denkender_Querulant 12.02.2019, 12:51
9. Freier Markt!

In den Medizinprodukten funktioniert der freie Markt weiterhin perfekt und erlaubt, was der Sinn des freien Marktes ist, Herstellern und Händlern gute Gewinne zu geben.

Und nur um so unwichtige Themen wie Gesundheit zu verbessern, als wenn mit Gesundheit irgendein Profit zu machen wäre, wollen diese Sozioökoromantiker Medizinprodukte verbessern. Wer braucht das? Alleine schon solche sozialen Errungenschaften wie Kranken- und Rentenversicherungen, Mitbestimmung oder Arbeitnehnmerschutz, alles typische Auswüchse der Sozis, die den freien Markt behindern, verhindern hier im Land große Profite weniger.

Die Autoindustrie zeigt zwar, dass es ganz einfach ist, mit sinnvollen Prüfvorschriften die Eigenschaften von Produkten zu testen und die Haltbarkeit trotz geringer Produktionsdkosten massiv zu verlängern. Wir können das, aber wollen wir das und für wen? Umsonst sind die Tests nicht und viel wichtiger ist der Profit.

Es ist für mich unfassbar, nach welchen Qualitätskriterien in Deutschland Medizin im Allgemeinen betrieben wird. Es ist ein Markt mit weit über 250 Milliarden Umfang, merklich größer als der Automobilmarkt und es passiert nichts zur Qualitätsverbesserung. Es ist reiner Raubtierkapitalismus.

Stattdennen schwören die Menschen auf Esoterik. Ich bin gespannt, wann das erste esoterische Auto auf Basis freier kosmischer Kristallenergie verkauft wird. Oder würde Humbug es auf diesem Markt auffallen?

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