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Opioid-Epidemie in den USA: Drogentote steigern die Organspende-Zahlen
Getty Images/ Science Source

In den USA steigt die Rate der Drogentoten seit Jahrzehnten kontinuierlich an - und auch die Zahl der Organspenden von Opioid-Opfern. Sind ihre Herzen und Lungen noch funktionstüchtig genug?

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agt69 17.05.2018, 14:53
1. Warum nicht?

Warum sollten diese Organe nicht geeignet sein? Grade die Opiate sind dafür bekannt, dass sie den Körper kaum schädigen.
Interessant wäre es, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Organspende in den USA genauso hoch sind, wie hier. Braucht es auch dort einen Spenderausweis? Wenn ja, dann überrascht mich die große Zahl an Drogenabhängigen, die sich einen solchen Ausweis besorgt haben.

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Ex-Pyro 17.05.2018, 15:18
2. Auch in Deutschland braucht es keinen Spenderausweis

In Deutschland wird aktuell die "erweiterte Zustimmungslösung" angewendet. Ein Spenderausweis ist zwar für alle Beteiligten hilfreich, ist aber keine Voraussetzung für eine Spende. In aller Regel wird über ein Gespräch mit den Angehörigen der vermutliche Wille des Verstorbenen ergründet, und dann entsprechend entschieden. Das Nadelöhr des (brach liegenden) deutschen Organspendewesens ist das "nicht daran denken" und "nicht melden" eines möglichen Organspenders durch die Krankenhäuser an die entsprechenden Koordinierungsstellen. Einen Spenderausweis hatte nur ein Bruchteil aller realisierten Organspender.

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jetbundle 17.05.2018, 15:30
3.

Zitat von agt69
Wenn ja, dann überrascht mich die große Zahl an Drogenabhängigen, die sich einen solchen Ausweis besorgt haben.
Viele der Drogensüchtigen in den USA kommen aus der bürgerlichen Schicht und sind durch Schmerzmittel abhängig geworden. Das sind Leute mit College Abschluss und (ehemahls) bürgerlichem Leben. Wenn Sie mal in Seattle beim Uni-Campus durch die Gegend gehen sehen Sie Menschen auf der Straße leben die Sie normaler Weise im Starbucks treffen.

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Softship 17.05.2018, 15:50
4.

Zitat von agt69
Warum sollten diese Organe nicht geeignet sein? Grade die Opiate sind dafür bekannt, dass sie den Körper kaum schädigen. Interessant wäre es, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Organspende in den USA genauso hoch sind, wie hier. Braucht es auch dort einen Spenderausweis? Wenn ja, dann überrascht mich die große Zahl an Drogenabhängigen, die sich einen solchen Ausweis besorgt haben.
IN den USA werden Menschen bei der Führerscheinvergabe (in der Regel alle 5 - 10 Jahre) gefragt, ob Sie Organspender sind. Wenn ja, wird der Führerschein entsprechend gekennzeichnet. Da die meisten Amerikaner eine Führerschein besitzen, ist es nicht überraschend, dass auch Drogenabhängige Organspender sind. Nebenbei bemerkt, viele Drogenabhängige nehmen ganz normal am Leben teil, also besitzen ein Haus, ein Auto und haben Arbeit.
Und viele der Amerikaner, die Drogensüchtig sind, sind es, weil sie sich verschreibungspflichtige schmerzstillende Medikamente nicht leisten können.

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Pickle_Rick 17.05.2018, 15:52
5.

Zitat von agt69
Warum sollten diese Organe nicht geeignet sein? Grade die Opiate sind dafür bekannt, dass sie den Körper kaum schädigen. Interessant wäre es, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Organspende in den USA genauso hoch sind, wie hier. Braucht es auch dort einen Spenderausweis? Wenn ja, dann überrascht mich die große Zahl an Drogenabhängigen, die sich einen solchen Ausweis besorgt haben.
Jop, auch in den USA läuft es wie in Deutschland. Man muss aktiv zustimmen.

"Ihr Ja oder Nein zur Organspende geben die Amerikaner unbürokratisch. Jeder Bürger, der einen Führerschein macht oder neu beantragt, wird automatisch gefragt, ob er zum Spenden bereit sei. Mehrere Millionen Amerikaner werden auf diese Weise jährlich vor die Wahl gestellt. Bei positiver Antwort wird auf dem Führerschein gut sichtbar ein kleines rotes Herz abgebildet."

https://www.aerzteblatt.de/archiv/147782/US-amerikanisches-Gesundheitswesen-Fast-jeder-Zweite-ist-Organspender

Find ich gut.

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Pickle_Rick 17.05.2018, 15:56
6.

Zitat von Ex-Pyro
In Deutschland wird aktuell die "erweiterte Zustimmungslösung" angewendet. Ein Spenderausweis ist zwar für alle Beteiligten hilfreich, ist aber keine Voraussetzung für eine Spende. In aller Regel wird über ein Gespräch mit den Angehörigen der vermutliche Wille des Verstorbenen ergründet, und dann entsprechend entschieden.(...)
Ein Grund warum gerade Leute die eine Organspende verweigern, einen Organspenderausweis ausfüllen und mitführen sollten. Leider scheitert das an mangelnder Aufklärung. Am Ende haben dann die Angehörigen noch eine Last zusätzlich zu tragen und müssen sich eventeull mit der Frage quälen, ob der Verstorbene es wirklich gewollt hätte. Die USA sind da wesentlich weiter und engagierter.

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justAmoonwalker 17.05.2018, 16:21
7. Immer wieder niedlich

Wenn Donald Trump über desolate Zustände in Europa philosophiert, Schweden z.B. ist ja z.B. kurz davor in den Bürgerkrieg abzurutschen. Während er und sein Gefolge wichtige Probleme der Welt auf Fox News bespricht, die neue Mode seiner Tochter z.B., stirbt ein großer Teil der Bevölkerung in seinem Land an Drogen und Schusswaffen.

Was Organspende betrifft sollte man aber in Deutschland nicht auf dem hohen Ross sitzen. Auch wir haben massiv Probleme Spender zu finden. Nach meiner Meinung sollte man AKTIV widersprechen und nicht anders rum. Denke 80% der Bürger in Deutschland wären eh zu faul dafür, oder ihnen ist schlicht egal.

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_bernhard 17.05.2018, 16:34
8. Kapitalismus pur...

Kapitalismus pur. Erst Geld vom Verkauf der Opioide einsacken (legal mit Rezept), dann ausschlachten und die Organe an Reiche verkaufen (nur die können sich die Transplantate ja leisten). - "Soylent Green" (> Google) ansehen und dann "make Amerika great again".

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jj2005 17.05.2018, 16:43
9. Ein kleines rotes Herz?

Zitat von Pickle_Rick
Jeder Bürger, der einen Führerschein macht oder neu beantragt, wird automatisch gefragt, ob er zum Spenden bereit sei. Mehrere Millionen Amerikaner werden auf diese Weise jährlich vor die Wahl gestellt. Bei positiver Antwort wird auf dem Führerschein gut sichtbar ein kleines rotes Herz abgebildet."
Hmmm... das finden Sie gut? Ich fände es viel besser, wenn diese Information gut versteckt IM Führerschein enthalten wäre, und erst durch Aufbrechen desselben nach offizieller Feststellung des Hirntodes verfügbar würde. Dann, und nur dann, wäre ich bereit, meine Organe zur Verfügung zu stellen.

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