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Pflegemangel: Chirurgen warnen vor mehr Komplikationen nach OPs
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In Deutschland versorgt ein Pfleger oft 13 Patienten, in anderen Ländern sind es nur zwischen sechs und acht. Das hat Folgen.

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dreamrohr2 20.03.2017, 16:33
0.

Man gewinnt den Eindruck, dass die Einsparungen der Pfleger auf Kosten der Patienten dahingehend ausgelegt ist, als man der Meinung ist, man hat genügend Alte Menschen die ein horrendes Geld in der Pflege kosten und die Rentenkassen eh nicht mehr hergeben, daher muss es eben irgendwo einen Schwund geben, damit man die Finanzen irgendwie in den Griff kriegt.
Eine Schande, angesichts der Abermilliarden an Beiträgen für das Gesundheitssystem. Es wird ausgebeutet von der Pharmaindustrie und teils auch von den Krankenkassen, welche in Palazzos ihre Angestellten walten lässt. Für eine ordentliche Gesundheitspolitik ist genügend Geld vorhanden, aber man verschwendet es indem man den Wolf als Schäfer in der Schäfchenherde gewähren lässt...Wucherpreise für Medikamente und täglich neue "Patente" von teils alten Medikamenten, welche nur neu benannt werden... nur weil man eine zufällig andere Erkenntnis auf mögliche Behandlung anderer Gebrächlichkeiten durch Vergabe an den Patienten gefunden hat.

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Nordstadtbewohner 20.03.2017, 16:43
1. Finanzierungrundlage des Gesundheitssystems erneuern.

Natürlich könnten mehr Pflegekräfte angestellt werden, um damit den Betreuungsschlüssel zu verbessern. Die Frage ist nur, wie das allerdings finanziert werden soll. Ein großes Problem der gesetzlichen Krankenkassen ist das Missverhältnis zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern. Den Beitragszahlern steht eine stetig steigende Anzahl an Leistungsempfängern gegenüber. Das führt dann zu solchen Auswüchsen. Um mehr Pflegekräfte anzustellen, müsste die beitragsfreie Mitversicherung abgeschafft werden.

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telos 20.03.2017, 17:04
2. Wer selbst.....

in der Pflege gearbeitet hat, aus Erfahrung weiß, was es heißt bei Fehlzeiten von Kollegen/innen sehr oft einspringen zu müssen, sich während der ganzen Schicht nur noch gehetzt fühlt, kann nachempfinden, weshalb so viele ihren Beruf aufgegeben haben. Und ich möchte nicht wissen, wieviele Pfleger/innen innerlich schon gekündigt haben, es aber nicht fertigbringen, endgültig auszusteigen wegen fehlender Alternativen oder auch finanzieller Abhängigkeit. Die Krankenhäuser verdienen ihr Geld mit Diagnosestellung und Operationen, Pflege ist zeitaufwendig und daher teuer. Rentabilität und die schwarzen Zahlen stehen im Vordergrund- nicht aber die Menschen. Mit kranken und betagten Menschen auch noch reichlich viel Kohle scheffeln, solange sie noch leben. Jeder, der in diesem irrsinnigen Gesundheitswesen noch tätig ist trägt dazu bei, dass diese Mißstände weiter Bestand haben. Ist es daher erstrebenswert, alt und hilfebedürftig zu werden?

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steffen.ganzmann 20.03.2017, 17:25
3. Vorbild Schweiz

Man könnte natürlich auch - wie in der Schweiz schon lange üblich -, Pflegekräfte nach ihrem Können bezahlen. Warum muss eine Schwester, die ständig nur Betten rumschiebt, Essen verteilt und Steckpfannen leert , genauso viel verdienen, wie eine Schwester, die ihrem Arzt in der Notaufnahme den Rücken freihält (mit grossem Dank an alle meine Schwestern dort, insbesondere Joceline und die kleine Kaschka), die Verbände erneuert und dabei auch die Wundheilung registriert oder Blutkonserven anhängt (ja, in der Schweiz darf das eine so hoch ausgebildete Pflegekraft durchaus, nur der erste Verband, die erste Opiat-, Antibioticum- und Blutgabe sind obligate Aufgaben des behandelnden Arztes, ansonsten sieht man die Wunde nur nach Wunsch)?

Als Funktionsoberarzt zum Beispiel bekommt auch man ja zurecht mehr Geld als sein sich noch in der Fachausbildung befindender Kollege, da man ohne Aufsicht arbeiten/operieren darf, aber eben weniger als ein "Planstellen"-Oberarzt ...

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sam07 20.03.2017, 17:35
4. Es geht immer nur ums Geld

Wir haben kein Gesundheitswesen mehr, sondern eine Gesundheitsindustrie. Wir haben keine Patienten mehr, sonder Kunden. Wir haben keine Ärzte und Pfleger mehr, sondern Dienstleistungspersonal. Usw. Wenn im sozialen Bereich nicht mehr das Soziale, sondern nur noch der Gewinn zählt - wozu die "Reformen" und Privatisierungen erheblich beigetragen haben - dann hat der Staat bei seiner primären Aufgabe, für das Wohl und die Sicherheit des Volkes zu arbeiten, versagt. Da alles gewinnorientiert arbeiten muss (wer kassiert übrigens die Gewinne?), bleibt das Personal als wichtigster Kostenfaktor auf der Strecke. Das liegt nicht an der Gesundheitsindustrie, sondern am System.

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Lars65 20.03.2017, 18:10
5. Pflegemangel / Ärztemangel / Problemlösung

In Deutschen Krankenhäusern herrscht beides: Pflege- und Ärztemangel. Das liegt schlicht an den viel zu niedrigen Pauschalen, die die Krankenkassen für einen Krankheitsfall zahlen und an der viel zu zeitraubenden Bürokratie, die notwendig ist, um diese Pauschalen auch zu kriegen. Die Lösung wäre also schlicht: bessere Honorierung der Krankheitsfälle (und damit der im Krankenhaus Arbeitenden) und massive Reduktion der Bürokratie (in diesem Fall der sogenannten Codierung). Aber woher das Geld nehmen? Natürlich von den Krankenkassen. Da arbeiten 160 000 Mitarbeiter: astreine Arbeitszeiten, kein Druck, Frühpensionierung, Dienstwagen etc.. In Frankreich reichen 4000 Mitarbeiter für die Krankenkassen.

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wernerz 20.03.2017, 19:24
6. Höchste Zeit für gravierende Verbesserungen!

Zitat von telos
in der Pflege gearbeitet hat, aus Erfahrung weiß, was es heißt bei Fehlzeiten von Kollegen/innen sehr oft einspringen zu müssen, sich während der ganzen Schicht nur noch gehetzt fühlt, kann nachempfinden, weshalb so viele ihren Beruf aufgegeben haben. Und ich möchte nicht wissen, wieviele Pfleger/innen innerlich schon gekündigt haben, es aber nicht fertigbringen, endgültig auszusteigen wegen fehlender Alternativen oder auch finanzieller Abhängigkeit. Die Krankenhäuser verdienen ihr Geld mit Diagnosestellung und Operationen, Pflege ist zeitaufwendig und daher teuer. Rentabilität und die schwarzen Zahlen stehen im Vordergrund- nicht aber die Menschen. Mit kranken und betagten Menschen auch noch reichlich viel Kohle scheffeln, solange sie noch leben. Jeder, der in diesem irrsinnigen Gesundheitswesen noch tätig ist trägt dazu bei, dass diese Mißstände weiter Bestand haben. Ist es daher erstrebenswert, alt und hilfebedürftig zu werden?
Wie Sie richtig feststellen, führt heute leider auch hier sträflicherweise ein Realitätsdenken zu einer im Grunde unmenschlichen Verhaltensweise. Wenn man als Krankenhaus-Patient die aufopferungsvollen Bemühungen des pflegenden Personals, trotz des erkennenbaren Pflegenotstandes, sieht, muss man die Einstellung der Politik, gleich welcher Couleur, als Schande empfinden. Ganz zuletzt kann hier das fadenscheinige Argument einer nicht finanzierbaren Verbesserung herangezogen werden.

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Chilango 20.03.2017, 21:17
7. Es ist eigentlich ganz einfach

Beamten und Politikern ist es verboten sich in Privatkliniken behandeln zu lassen. Sie müssen die Kliniken in öffentlicher Hand benutzen.
Alternativ. Jeder JEDER zahlt in die staatliche KV ein. Privatversicherte zahlen nur ein Zusatzbeitrag, also zusätzlich zu staatlichen KV.
Schon würde die Finanzierung der Kliniken auf ganz andere Wertschätzung treffen.

Weitere Vorschläge? Strafen oder Knöllchen gegen Vergehen im Strassenverkehr anteilig zum Einkommen.
Ich glaube beides hatte/hat Schweden. Da durfte der Ericson-Chef damals eine siebenstellige Strafe zahlen als er mit 70 km/h innerorts erwischt wurde.
Strafen sollen erzieherisch weh tun. Dem Einkommensmillionär genauso wie dem Mindestlohnempfänger.

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mens 20.03.2017, 22:11
8.

Die PflegerInnen leisten sehr viel und sind dabei fast immer noch erstaunlich emphatisch und engagiert bei der Sache. Aber die Nerven liegen blank. Wenn kurz vor den Weihnachtsfeiertagen Namen von vermeintlich krankfeiernden Kollegen (anscheinend gibt es auch genügend Gründe) von der Pflegeleitung quer durch die Station anderen Pflegern an den Kopf geworfen werden, auf Verdacht und mit Amtsarzt-Drohung, die den Betreffenden bitte mitgeteilt werden soll, dann ist da was ziemlich in Schieflage. Und diese beunruhigende Stimmung scheint tatsächlich kein Einzelfall zu sein - mit medizinischen Auswirkungen für die Patienten. Die Prioritäten des Staates stimmen nicht mehr - das höchste Gut des Menschen wird mit Füßen getreten.

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