Forum: Gesundheit
Psychologin über Trennung von Familien: "Die Langzeitfolgen sind verheerend"
DPA

US-Präsident Trump will Flüchtlingskinder nicht mehr von ihren Eltern trennen, sondern Familien zusammen einsperren. Eine Psychologin erklärt, warum sich die Situation für die Kinder sogar noch verschlimmern kann.

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kajoter 22.06.2018, 15:56
1. Barbarisch

Es ist und bleibt leider barbarisch, für eine sogenannte westliche Demokratie unwürdig und zutiefst beschämend.
Fakt 1: Donald Trump hat zusammen mit Jeff Sessions den Plan zur Trennung der Kinder von den Eltern entwickelt. Sie maskierten es mit "Zero Tolerance" und gaben vor, dass dieses ein Gesetz der Demokraten sei und nur mit diesen verändert werden könnte. Tatsächlich wurde diese Verschärfung erst von beiden eingeführt und tatsächlich glaubte Trump damit ein Druckmittel gegenüber den Demokraten in der Hand zu haben, dass diese den Etatmitteln zum Bau der Mauer zustimmten.
Fakt 2: Die Lage der bislang etwa 2500 getrennten Kinder hat sich damit überhaupt nicht geklärt. Es sieht so aus, als blieben sie weiterhin getrennt. Die älteren Kinder hat man bereits Foster-Care zugeführt. Dieses wurde von TV-Stationen gefilmt.
Fakt 3: Wie in dem Artikel bereits erwähnt, ist das zukünftige Procedere überhaupt nicht geklärt. Und ich gehe davon aus, dass dieses auch so gewollt ist, d.h. dass Trump wieder einmal eine typische Nebelkerze geworfen hat, um die große Aufregung etwas abzuschwächen.
Fakt 4: Auffällig ist nach wie vor der Umstand, dass die Abwicklung dieser brutalen Maßnahme immer noch einer systematischen Abschottung unterliegt. Journalisten wird kein Zutritt zu den Unterbringungen gewährt, Fotos und Audioaufnahmen dürfen dort generell nicht gemacht werden etc. Warum?
Dieses Vorgehen wird als Demaskierung eines menschenverachtenden, barbarischen Pseudo-Despoten mitsamt seiner ihm hörigen Administration und Partei in die Geschichte eingehen und allen zusammen hoffentlich die nächsten Wahlen kosten. Keine Bevölkerung mit einem moralischen Kompass kann diese Barbarei akzeptieren.

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advocatus diaboĺi 22.06.2018, 16:01
2. Trump ist ein Monstrum

mit seinem Dekret, dass Kinder zusammen mit ihren Eltern in ein Gefängnis gesteckt werden, setzt er sich über ein US-Gerichtsurteil hinweg, das gerade so etwas verbietet. Auch die amerikanischen Kinderschutzorganisation laufen Sturm gegen diese Entscheidung. In Deutschland werden Kinder von Eltern im Strafvollzug oder Untersuchungshaft in besonderen Jungendzentren untergebracht und betreut. Es ist überdies eine Schande, dass dokumentenlose Einwanderer eingesperrt werden. Unter Obama war so etwas nicht möglich. Die USA grenzt sich mit ihrer Einwanderungspolitik, die verzweifelte und verfolgte Menschen kriminalisiert und einsperrt von der zivilisierten Welt aus. In Europa wäre so etwas nicht möglich; das gilt auch für die Abschottung des Landen durch Mauern.

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Ikarus Schmidt 22.06.2018, 16:10
3. So grauenhaft!

Wenn ich mir vorstelle, wie mein kleiner Sohn alleine in so einer Zelle hockt und wimmert, zerreißt es mir das Herz. Wer Kindern so etwas antut ist für mich kein Mensch.

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dasfred 22.06.2018, 16:14
4. Ein Artikel für die Trump Fans

Wieviele Foristen haben hier in den vergangenen Tagen für Trumps Entscheidung plädiert. Der Ruf nach harter Hand und Durchsetzung von Gesetzen hat ihnen völlig den Blick vernebelt für die schwerwiegende Misshandlung die im Auftrag der Regierung von empathielosen Helfern begangen wurde und wird. Als ob man nichts gelernt hat aus den Skandalen um die Heimunterbringung nach dem Krieg bei uns bis weit in die siebziger Jahre. Kinder zu missbrauchen, um die Eltern zu bestrafen und andere abzuschrecken ist barbarische und jeder Demokratie unwürdig. Es gibt auch nicht ein einziges Bibelzitat, mit das zu rechtfertigen wäre.

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t.malinowski 22.06.2018, 16:20
5.

Hier ein paar Links zur Lage.

Democrats verweigern jegliche Mitarbeit um die Probleme an der Grenze zu lösen.
http://thehill.com/homenews/senate/393069-schumer-rejects-gop-proposal-to-address-border-crisis

Das Kind auf der Titelseite von TIME war nie von seiner Mutter getrennt worden. Mutter hat 3 andere Kinder bei ihrem Mann sitzen lassen und sich mit $ 6000.- und der 2-jährigen klammheimlich davon gemacht. Das nennt man auch Kindesentziehung.
https://www.reuters.com/article/us-usa-immigration-photo/father-says-little-honduran-girl-on-time-cover-was-not-taken-from-mother-idUSKBN1JI07W

Die Lage zu Zeiten Obama's (3 Links)
https://www.theguardian.com/us-news/2015/jan/26/migrant-children-border-patrol-ice-boxes

https://www.motherjones.com/politics/2014/06/child-migrants-surge-unaccompanied-central-america/

https://www.google.com/search?q=children+border+migrant&client=firefox-b&tbs=cdr:1,cd_min:2014,cd_max:2016&source=lnms&tb m=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjw4piluufbAhXEZlAKHVx0CvQQ_ AUICigB&biw=1488&bih=980&dpr=1.25

Ich erwarte von der Presse das sie die Wahrheit sagt/schreibt.
Auch das weglassen von Fakten ist im Endeffekt eine Lüge.

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t.malinowski 22.06.2018, 16:25
6.

Zitat von kajoter
Fakt 4: Auffällig ist nach wie vor der Umstand, dass die Abwicklung dieser brutalen Maßnahme immer noch einer systematischen Abschottung unterliegt. Journalisten wird kein Zutritt zu den Unterbringungen gewährt, Fotos und Audioaufnahmen dürfen dort generell nicht gemacht werden etc. Warum?
Aus dem Selben Grund das Kinder nicht in Kinderheimen oder in Jugendstrafanstalten fotografiert werden.
Kinder in der Situation haben es schon schwer genug, da brauchen sie nicht auch noch das Gefühl vorgeführt zu werden.
Sie seinen zu unterstelle daß die Kinder schlecht be- oder sogar mißhandelt werden.
Hierzu sehen sie bitte meinen vorherigen Beitrag, da ist ein Link wie die Obama -regierung gehandelt hat.

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wealthofnations 22.06.2018, 16:26
7. Common sense

Fakt ist, die Leute haben die Grenze wissentlich illegal übertreten. Sie werden daher festgehalten, bis ihr Verfahren abgeschlossen ist und dann wieder abgeschoben. Wenn man sie gleich wieder laufen lässt, tauchen sie im Land unter. Sind Kinder dabei, können diese bei ihren Eltern (so sie es denn sind) bleiben, soweit es entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten gibt (unter Obama abgebaut worden). Ansonsten wird sich um die Kinder so gekümmert, wie um solche von US-Staatsbürgern, die verhaftet werden. Lässt man alle laufen, die Kinder dabei haben, schafft das lediglich einen Anreiz für Wirtschaftsmigranten, aber auch für Kriminelle, sich beim illegalen Grenzübertritt mit Kindern "auszustatten" um gleich wieder auf freien Fuß zu kommen. Das kann nicht Sinn der Sache sein.

Es gibt nur zwei Möglicheiten: Entweder es gibt Gesetze und Einreisebestimmungen, dann müssen diese auch durchgesetzt werden. Oder man schafft alle Grenzkontrollen ab und jeder darf sich hin bewegen, wo immer er will. Letzteres möchten manche Demokraten in den USA (und auch hierzulande manche Linke), die Mehrheit der westlichen Bevölkerungen will das aber nicht. Kann man beklagen, ist aber ein absolut legitimer Standpunkt.

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Dr. Kilad 22.06.2018, 16:46
8. In Deutschland nicht möglich?

Das ist die große Frage. Zumindest wird hier der Rassismus des Trump-Regimes verharmlost. Es gibt zwar ein bisschen verbale Kritik. Aber auch hier treiben die Gegner von Menschenrechten die Politik nach rechts (vgl. die Verfassungsfeinde der CSU, wo sogar Sympathie für das antisemitische Orban-Regime geäußert wird).

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whitewisent 22.06.2018, 16:48
9.

Vieleicht sollte man immer wieder die Ursache betonen, die Armut, bzw. die Unzufriedenheit der Eltern mit dem sozialen Umfeld in ihrer Heimat. Es geht weder um Familien von Kriegsflüchtlingen noch von politisch Verfolgten. Als Einwanderungswilliger hat man sich an die Regeln des Einwanderungslandes halten. Zu denen eben der Grenzübertritt an den dazu vergesehenen Stellen als auch die Berechtigung des Aufenthalts gehören.

Übrigens haben auch wir Deutschen keinerlei Pauschalrechte in die USA einzuwandern oder auch nur gelegentlich zu arbeiten, wenn wir nicht über die entsprechenden Visa verfügen. Wir schreiben 2018, nicht 1918, und das Klischee der USA als Einwanderungsland stimmt bereits seit fast einem Jahrhundert nicht mehr.

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