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Rheuma, Diabetes, Krebs: Was Biologika können
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Biologika entstehen in lebenden Zellen - dank Gentechnik. Die Medikamente wirken sehr gezielt, sind aber extrem teuer und haben zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Deswegen sind sie nicht für jeden Patienten geeignet.

ledmetallica 04.12.2017, 13:40
1. Rheumamedikant

Ich selbst habe Erfahrungen machen müssen mit einem Rheumamedikant dieser Art. Es hat mich mehr Krank gemacht und leider nicht gewirkt. Eine Freundin hatte das Glück dass es bei Ihr geholfen hat. Dieses Medikament war laut Rheumatologen das beste und effizienteste Medikament gegen Rheuma, aber auch das Teuerste und Giftigste seiner Art. Nachdem es abgesetzt wurde, erkannte man die Nebenwirkungen erst: Wachstumsstopp und Angriff des Immunsystems. Da ich damals noch im Wachstum war, habe ich heute noch Beschwerden.
Dem einem Hilft es, dem Anderen nicht.

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georg69 04.12.2017, 16:08
2.

Bei schwerer Psoriasis, die unbehandelt kaum auszuhalten ist und das Leben zur Hölle macht, sind die neuen Biologics ein unschätzbarer Segen. Zu einem sehr hohen Preis kann der Patient nahezu erscheinungsfrei werden, idealerweise ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Wenn man bereits die gesamte Palette an Immunsuppressiva sowie anderen inneren und äußeren Therapien durchhat, bekommt mit den Biologics wieder echte Lebensqualität.

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ralph.lobenstein 04.12.2017, 16:43
3. Psoriasis Arthritis

Bekomme monatlich seit April ein Biologica bzw Monoklonale Antikörper Cosentyx.Das einzige was meine Psoriasis geheilt hat.Leider sind die Spritzen sehr teuer ,fast 1.800?, hoffe für meine Krankenkasse dass es bald Generika gibt.Und noch kann mir kein Arzt definitiv sagen wie lange ich das Medikament noch nehmen muss.

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Faktomat 04.12.2017, 17:39
4. Durcheinander

Im Artikel geht so viel durcheinander, dass man gar nicht weiss, wo anzufangen.
Z.B. ist auch Insulin, welches aus der Bauchspeicheldruese von Schweinen gewonnen wird, ein Biologikum. Auch sind Antikoerper nicht “noch innovativer als Biologika”, sondern es sind ebenfalls Biologika.

Der gemeinsame Nenner ist, dass sie “biologisch” gewonnen werden, aus Pflanzen, Tieren, Menschen (insbesondere Blut), oder (fast immer) genetisch manipulierten Zellen oder Microorganismen wie Hefe oder Bakterien.

Ein weiterer gemeinsamer Nenner ist, dass es sich um Riesenmolekuele handelt, im Gegensatz zu den “small chemicals” konventioneller Arzneistoffe, die chemisch synthetisiert werden koennen. Dadurch ergibt sich noch ein gemeinsamer Nenner: Die Molekuele sind so gross und komplex, dass sie nicht durch analytische Methoden vollstaendig charakterisiet werden koennen; vielmehr ist zusaetzlich die genaue Kenntniss aller Schritte des Herstellungsprozesses erforderlich, um ein Biologikum eindeutig zu charakteriesieren. Deshalb gibt es keine identischen Generika, sondern nur “Biosimilars”, weil die Originalhersteller ihren Produktionsprozess im Detail nicht offenlegen. Und selbstverstaendlich sind auch Biosimilars Biologika.

Ebenfalls irrefuehrend ist der Satz: “Biologika sind Eiweißprodukte, gegen die der Körper sich normalerweise zur Wehr setzt”. Viele Biologika sind Proteine, aber nicht alle. Wenn diese Proteine auch natuerlich im Menschen vorkommen, dann setzt er sich nicht zur Wehr. Und wenn nicht, dann gibt es oft Tricks das Protein so zu verpacken, dass es das Immunsystem zu ueberlistet.

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just_another_one 04.12.2017, 18:58
5. Kosten

"Laut Glaeske liegen die Kosten bei 50.000 bis 100.000 Euro pro Patient und Jahr."

Das ist Blödsinn, die Kosten für die umsatzstärksten Medikamente bei den Biologika wie Humira, Enbrel etc. liegen bei der üblichsten Dosierung bei 20000 - 25000 in Deutschland. Wobei die Kosten wie im Artikel beschrieben aufgrund der zunehmenden Konkurrenz und Nachahmer weiter sinken werden. Die stärker werdende Auswahl ist übrigens nicht nur aus Kostenseite interessant, sondern auch um bessere Wechselmöglichkeiten aufgrund der Antikörperbildung zu haben.

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ManRai 05.12.2017, 00:43
6. Zu 4.

"Die Molekuele sind so gross und komplex, dass sie nicht durch analytische Methoden vollstaendig charakterisiet werden koennen; vielmehr ist zusaetzlich die genaue Kenntniss aller Schritte des Herstellungsprozesses erforderlich, um ein Biologikum eindeutig zu charakteriesieren. "
Das ist leider ziemlich falsch, sie müssen vollständig charakterisiert werden und Lösungen gibt es einige. Bei Antikörper müssen die Zuckerreste bestimmt werden, die Aminosaeuren Sequenz und die Reinheit, Verunreinigungen müssen bestimmt werden. Massenspektrometrie ist da eines, wenn nicht sogar das wichtigste Hilfsmittel. Ich habe selbst schon rekombinante Antikörper analysier und einen Fehler in der Sequenz gefunden, ok noch kein Medikament aber in Entwicklung

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