Forum: Gesundheit
Schwangerschaft: Hört auf, meinen Körper zu kommentieren
Josephine Neubert

In der Schwangerschaft nimmt man zu, das ist der gesunde Normalfall. Doch viele Frauen fühlen sich unwohl damit, auch Ellen-Jane Austin. Woher rührt das Unbehagen - Eitelkeit oder doch medizinische Risiken?

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mr_mitty 04.09.2017, 17:18
1. Übergriffigkeit ist modern

Es wird übrigens noch schlimmer werden, wenn das Kind erst mal da ist. Wildfremde Menschen mischen sich dann ein, geben ungefragt Tipps und nerven mit gut gemeinten Ratschlägen. Die anderen sowieso. Der Körper, insbesondere der weibliche, ist ein sehr dankbares Feld zum Kommentieren und Ratgeben. Dass das extrem übergriffig ist, ist einigen gar nicht bewusst. Darauf angesprochen, kommt dann auch ein "war doch gar nicht böse gemeint". Viele denken auch nicht weiter als sie ein Klavier werfen können. Die lassen dann auch mal dumme Sprüche ohne zu reflektieren, was sie bedeuten oder wie sie ankommen könnten. Mein ungefragter Rat: entweder Ohren zu oder direkte Ansprache, z.B. "Hab ich dich richtig verstanden, dass du mich fett findest und ich eine Diät machen soll, obwohl du weißt, dass ich schwanger bin?" Im allgemeinen führt so etwas zu sofortiger Relativierung der vorher gemachten Aussage. Alles Gute.

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juju1978 04.09.2017, 17:38
2. Ich fand es auch furchtbar,

mit welcher Selbstverständlichkeit sich teilweise völlig fremde Menschen dazu berufen fühlten mich und meinen schwangeren Körper zu beurteilen. Da ich ca. 5 Liter Fruchtwasser hatte, hatte ich keine schöne Babykugel, sondern sah aus, als hätte ich mindestens einen großen Medizinball verschluckt. Und zu der angeblichen Schwangerschaftsdiabetes sage ich nur, dass es in den meisten Fällen bloße Panikmache ist, um die Blutzuckertestindustrie anzukurbeln. Während meines dritten Aufenthaltes für das sogenannte Tag-Nacht-Profil gab es Spaghetti mit Tomatensauce (verdünntes Ketchup) und meine Werte waren dennoch in Ordnung. Ich denke, dass hier auf dem Rücken der ohnehin schon unsicheren Schwangeren, wie zum Beispiel "werde ich eine gute Mutter", "schaffe ich das", und soziale Ängste, massiv Kasse gemacht werden soll. Und ausserdem, ja es gibt Frauen, die laufen schon ein oder zwei Tage nach der Geburt wieder in ihren Röhrenjeans herum, aber die Mehrheit von uns kämpft die nächsten Monate und Jahre noch mit den Pfunden bzw. damit, dass das Becken breiter ist als zuvor und man (Frau) passt nie wieder in diese Röhrenjeans, auch wenn sie sogar leichter wird als vor der Geburt. Mütter ihr habt einem kleinen Wesen das Leben geschenkt ??. Lasst euch also nicht von den sogenannten gut gemeinten Ratschlägen verunsichern, und sagt euren Freundinnen, wenn sie euch und euren wundervollen Körper beleidigt.

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marvelousgenki 04.09.2017, 17:42
3. Nicht nur verbal

Aber es sind doch nicht nur die lästigen und ungefragten Ratschläge. Man wird von seinem Umfeld permanent kontrolliert. Was isst sie, wie viel, versucht sie trotz Schwangerschaft ab zu nehmen, weil sie plötzlich Lust auf nen Salat hat? Das alles kann man in Grund und Boden diskutieren. Aber schneller als jedes Wort und jeder Konter sind die "Grapscher", welche den neuen Umfang nicht nur kommentieren, sondern gleich befühlen müssen. Ich finde das massiv unangenehm und fühle mich dann immer wie in einem Streichelzoo. "Oh schau mal man sieht schon ein merkliches Bäuchlein" und ZACK ist ne Hand dran. Der eigene Körper wird plötzlich zum Allgemeingut und das Verständnis fehlt völlig, wenn man dies nicht mag.

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zaunreiter35 04.09.2017, 17:57
4. Das ist keine Freundin...

"Hallo Fetti", begrüßt mich eine gertenschlanke Freundin bei einer Umarmung - und ich könnte heulen. Sie meint es nicht böse, sie freut sich für mich und mein erstes Wunschkind. Trotzdem löst die Begrüßung eine Flut an Unsicherheit über meinen expandierenden Körper aus. (...)"
Doch...genauso meint sie es...Wenn das eine Freundin ist, dann weiß sie, dass es Ihnen weh tut. Und wer das dann trotzdem macht, obwohl ich das nicht will, der ist die längste Zeit meine Freundin/mein Freund gewesen.
Für mich ist das eine Übergriffigkeit, die ich für asozial halte. Wenn es eine Freundin von Ihnen ist, dann soll sie mit Ihnen feiern. Feiern, dass Sie den göttlichen Funken weitergeben. Dass Sie für die nächste Generation sorgen.

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lupo62 04.09.2017, 20:28
5.

Da nutzt nichts, Frau Austin, wenn sie die nächsten 20 Jahre einigermaßen glücklich leben wollen, werden Sie sich das zulegen müssen, was man "ein dickes Fell" nennt. Das geht nämlich so weiter. So eine Geburt ist eine recht rustikale Angelegenheit, um es mal sehr zurückhaltend zu formulieren. Und dann haben Sie plötzlich ein neues Familienmitglied, dass sie 24 Stunden am Tag fordert, ohne jede Diskussion. Und wenn der Nachwuchs erst so alt ist, dass man mit ihm diskutieren kann, geht es erst richtig los, 15, 20 Jahre lang.
Aber Sie kriegen auch auch einiges auf der Haben-Seite. Sie werden schon sehen. Am Ende ist die Bilanz ausgeglichen oder sogar positiv.
Ich wünsche Ihnen und ihrem Kind viel Glück.

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stefzeri 04.09.2017, 20:34
6. Gelassen bleiben

Mamas, entspannt euch! Sollen sie doch reden. Na und? Ich war beim ersten Kind (leider) schon 39, auf Grund von Alter und Vorerkrankung Superrisikoschwangere, dann auch noch vorzeitige Wehen. Was hab ich mir alles an guten Ratschlägen anhören dürfen. Mentales Augenrollen und selber entscheiden ist da sicher eine gute Vorgehensweise.

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widower+2 04.09.2017, 21:33
7. Auch und gerade ein schwangerer Frauenkörper ist schön

Zudem verflüchtigen sich die zugelegten Pfunde in den meisten Fällen wieder. Und wenn nicht, ist das auch kein Drama.

Auf der "Beauty-Habenseite" ist außerdem zu vermerken, dass die meisten schwangeren Frauen im Gesicht schöner werden.

Also, lebe Frauen: Lasst Euch nicht verrückt machen und freut Euch auf Euren Nachwuchs.

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rubberducki 04.09.2017, 22:06
8. Mahlzeit Mädel ...

in Ihnen entsteht das Wunder des Lebens. Einfach total genießen und den negativen Quatsch ignorieren. Der kleine Frosch im Uterus hat doch wohl entspannte und positive Empfindungen einer mit sich zufriedenen Mami verdient. Und die verbal übergriffige Freundin soll sich erst mal auf eine eigene Schwangerschaft vorbereiten. Bieten Sie ihr dazu doch dann gleich mal ihre gebrauchte Umstandsmode an ... spaßeshalber sogar schon vor einer eigenen Schwangerschaft. Viel Glück und mal alles Gute für diesen schönen ?Umstand?.

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bb2017 04.09.2017, 22:11
9. Nur auf sich hören

Ich bin 37, in den letzten Wochen schwanger und war vor der Schwangerschaft leicht übergewichtig. Der Schwangerschaftsdiabetes hat bei mir zu einer kompletten Ernährungsumstellung geführt - mit dem Resultat, dass ich bislang nur minimale Kilo zugenommen habe. Bewundernswert? Nein! Sondern auch nicht gut fürs Baby. Und auch wegen mangelnder Gewichtszunahme wird man kritisiert und dazu macht man sich auch noch sorgen. Mein Tipp: wegdrehen, nur sich selbst und Nahestehenden als Ratgebern folgen und der Intuition folgen. Der Körper sagt schon, was er braucht.

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