Forum: Gesundheit
Streit um Pockenerreger: "Die Viren werden mit Waffen bewacht"
AP / CDC

Gefahr durch Bio-Terrorismus oder Lagerung für die Forschung? Die letzten Pockenviren sollten längst vernichtet werden. Doch Forscher debattieren über den Sinn der Aufbewahrung in zwei Hochsicherheitslabors.

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fbdgbd 25.05.2016, 13:39
10. Verpflichtung

Ich denke wir Menschen (als Dominante Spezies) sollten jegliches Leben (Viren/Bakterien/Pilze/Flora/Fauna) als Schützenswert betrachten! (ist vielleicht auch nur meine alte Trekkie Ader, die da spricht)
(ich meine mich zu erinnern, dass ein solches unterfangen bereits betrieben wird... aber wie immer sind hauptsächlich Wirtschaftliche Interessen im Spiel - es werden hauptsächlich Getreide bzw. Saatgut-Proben gelagert um im Notfall darauf zugreifen zu können - sollten die vorhandenen Steril werden...)

Außerdem bedeutet es nicht, dass wir damit herumspielen/experimentieren sollten. (aber was spricht gegen einfrieren und Archivieren?)
Ich als "Misanthrop" finde auch, dass Viren generell einen wichtigen Zweck erfüllen...
Überbevölkerung ist ein ernst-zunehmendes Problem.
Früher (vor der Schulmedizin) hat die Natur durch diverse Mechanismen selektiert und auslese betrieben.

Man soll mich nicht falsch verstehen: ich halte jedes Leben für Wertvoll - aber da wir Menschen nicht in der Lage sind vernünftige Entscheidungen zu treffen und das Bildungsniveau von über 90% der Menschen zu niedrig ist, sind solche Natürlichen Mechanismen für den Planeten existenziell. (aber das werden nur die wenigsten so sehen)

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metastabil 25.05.2016, 16:35
11.

Zitat von Robeuten_II
Hmmmm - für Terroristen wäre es einfacher, diese Viren "synthetisch nachzubauen", aber das Killerargument, die eigenen Stämme zu behalten, wäre, sollte man sie - wofür auch immer - einmal brauchen, müsse man sie nicht erst synthetisieren??? Entweder bin ich noch nicht richtig wach, oder der Herr widerspricht sich. Spricht klar für eine "hidden agenda"!
Viren aus dem Lager holen ist durchaus einfacher als das künstliche Synthetisieren, wenn man deren bewaffnete Bewachung nicht ausschalten muss, und man ohne größere Probleme durch die Sicherheitsschleusen kommt.
Evans widerspricht sich also keineswegs.

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CancunMM 25.05.2016, 18:55
12. klau5000

wieso ? wieviel menschen kennen sie, die nach z.b. 1980 geboren wurden und eine pockenimpfung haben ? richtig, keinen. angenommen es tritt doch irgendwo ein wildtyp auf oder eine der seiten lässt seine als waffe auf den anderen los. wollen sie dann erst warten bis man einen impfstoff mühsam nach anzucht hergestellt hat ?

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Newspeak 25.05.2016, 20:41
13. ....

Na ja, dem Planeten wird es ehrlich gesagt egal sein, wieviele Menschen auf ihm herumkreuchen. Und die Überbevölkerung ist nur deshalb ein Thema, weil wir es nicht schaffen, alles gerecht zu verteilen. Produziert würde mehr als genug für alle. Aber es gibt ja diese Sorte Mensch, die meint, sie müsste alles bei sich akkumulieren. Nebenbei, Überbevölkerung ließe sich z.B. durch Bildung und viele andere Dinge stark reduzieren.

Einfrieren und Archivieren klingt gut, aber funktioniert so nicht. Erstens weil es immer jemanden gibt, der doch damit herumspielen will (Peter Jahrling in den USA z.B. hat die Dinger erst vor ein paar Jahren aufgetaut, um damit Affen zu infizieren und ein Tiermodell zu etablieren), zweitens, weil man, denke ich, in regelmäßigen Abständen die Proben erneuern muss. Ich weiß nicht genau, wie es bei Viren ist, da ist es, denke ich, nicht so tragisch bzw. vielleicht auch gar nicht nötig. Aber selbst tiefgefrorene biologische Proben unterliegen einer sehr langsamen biologischen Degradation, weshalb man z.B. Bakterien zwischendurch auch immer mal wieder in Kultur anzüchtet und vermehrt und dann wieder neue Proben besitzt. Selbst wenn biologische Gründe keine Rolle spielen, irgendjemand muß das Wissen transferieren. Und das geht vermutlich ebenfalls am Besten am wirklichen Objekt. Ein erfahrener Virologe muß also einem jungen Virologen zeigen, wie man sicher mit den Dingern umgeht. Sonst haben wir zwar irgendwann die Pocken im Tiefkühler, aber keinen mehr, der sich da ran traut. Es gibt vermutlich noch dutzend andere Szenarien, die begründen, warum die Dinger nicht einfach nur irgendwo herumliegen, sondern in regelmäßigen Abständen irgendetwas damit gemacht wird.

Dabei besteht jedes Mal ein Risiko der Freisetzung, der Laborinfektion eines Mitarbeiters, vielleicht aufgrund der langen Inkubationszeit unbemerkt, oder des Diebstahls bzw. des schlampigen Verbummelns.

Dieses Risiko mag sehr klein sein. Winzig. Verschwindend. Aber die Konsequenzen wären dramatisch. Diesen Fall gab es vermutlich noch nicht, daß die Pocken auf eine völlig de-immunisierte Bevölkerung trifft. Vielleicht war es bei den nordamerikanischen Indianern so. Sind aber dann auch 90% gestorben.

Bis man feststellt, daß es die echten Pocken sind, kann man davon ausgehen, daß man die Krankheit durch Quarantänemaßnahmen allein nicht mehr eindämmt.

Ich stimme ja zu, daß man alles tun sollte, um vorher die genetische Struktur von allen Varianten zu bestimmen und soviel Wissen, wie irgend möglich zu sammeln. Aber dann sollte vielleicht wirklich der Moment gekommen sein, die Proben zu vernichten. Wir brauchen diese Spezies nicht. Es gibt noch mehr als genug tödliche Viren, die wir nie loswerden, weil es tierische Reservoire gibt. Dieses Virus können wir loswerden. Endgültig. Das sollte man tun.

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Newspeak 25.05.2016, 20:41
14. ....

Na ja, dem Planeten wird es ehrlich gesagt egal sein, wieviele Menschen auf ihm herumkreuchen. Und die Überbevölkerung ist nur deshalb ein Thema, weil wir es nicht schaffen, alles gerecht zu verteilen. Produziert würde mehr als genug für alle. Aber es gibt ja diese Sorte Mensch, die meint, sie müsste alles bei sich akkumulieren. Nebenbei, Überbevölkerung ließe sich z.B. durch Bildung und viele andere Dinge stark reduzieren.

Einfrieren und Archivieren klingt gut, aber funktioniert so nicht. Erstens weil es immer jemanden gibt, der doch damit herumspielen will (Peter Jahrling in den USA z.B. hat die Dinger erst vor ein paar Jahren aufgetaut, um damit Affen zu infizieren und ein Tiermodell zu etablieren), zweitens, weil man, denke ich, in regelmäßigen Abständen die Proben erneuern muss. Ich weiß nicht genau, wie es bei Viren ist, da ist es, denke ich, nicht so tragisch bzw. vielleicht auch gar nicht nötig. Aber selbst tiefgefrorene biologische Proben unterliegen einer sehr langsamen biologischen Degradation, weshalb man z.B. Bakterien zwischendurch auch immer mal wieder in Kultur anzüchtet und vermehrt und dann wieder neue Proben besitzt. Selbst wenn biologische Gründe keine Rolle spielen, irgendjemand muß das Wissen transferieren. Und das geht vermutlich ebenfalls am Besten am wirklichen Objekt. Ein erfahrener Virologe muß also einem jungen Virologen zeigen, wie man sicher mit den Dingern umgeht. Sonst haben wir zwar irgendwann die Pocken im Tiefkühler, aber keinen mehr, der sich da ran traut. Es gibt vermutlich noch dutzend andere Szenarien, die begründen, warum die Dinger nicht einfach nur irgendwo herumliegen, sondern in regelmäßigen Abständen irgendetwas damit gemacht wird.

Dabei besteht jedes Mal ein Risiko der Freisetzung, der Laborinfektion eines Mitarbeiters, vielleicht aufgrund der langen Inkubationszeit unbemerkt, oder des Diebstahls bzw. des schlampigen Verbummelns.

Dieses Risiko mag sehr klein sein. Winzig. Verschwindend. Aber die Konsequenzen wären dramatisch. Diesen Fall gab es vermutlich noch nicht, daß die Pocken auf eine völlig de-immunisierte Bevölkerung trifft. Vielleicht war es bei den nordamerikanischen Indianern so. Sind aber dann auch 90% gestorben.

Bis man feststellt, daß es die echten Pocken sind, kann man davon ausgehen, daß man die Krankheit durch Quarantänemaßnahmen allein nicht mehr eindämmt.

Ich stimme ja zu, daß man alles tun sollte, um vorher die genetische Struktur von allen Varianten zu bestimmen und soviel Wissen, wie irgend möglich zu sammeln. Aber dann sollte vielleicht wirklich der Moment gekommen sein, die Proben zu vernichten. Wir brauchen diese Spezies nicht. Es gibt noch mehr als genug tödliche Viren, die wir nie loswerden, weil es tierische Reservoire gibt. Dieses Virus können wir loswerden. Endgültig. Das sollte man tun.

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mobmob 26.05.2016, 23:22
15. Impfung

Zitat von CancunMM
wieso ? wieviel menschen kennen sie, die nach z.b. 1980 geboren wurden und eine pockenimpfung haben ? richtig, keinen. angenommen es tritt doch irgendwo ein wildtyp auf oder eine der seiten lässt seine als waffe auf den anderen los. wollen sie dann erst warten bis man einen impfstoff mühsam nach anzucht hergestellt hat ?
Leider sind Ihre Aussagen nicht korrekt.
Die Impfung unter Benutzung von Pockenviren wurde bereits im 18. Jahrhundert aufgegeben. Jenner (https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Jenner) und seine Nachfolger haben Vacciniavirus bzw. abgeleitete Viren zur Impfung benutzt. Diese Viren sind leicht verfügbar und können durchaus als Grundlage für entsprechende genetische Modifikation benutzt werden um aus den bekannten Gensequenzen das "echte" Pockenvirus wieder zu generieren. Noch ist die entsprechende Technologie extrem teuer und extrem aufwändig, also nichts für "schnell am Küchentisch" zusammengemixt.
Diese Viren werden aber auch für aktuelle Impfstoffe verwendet und die US-Armee (und wahrscheinlich auch andere) haben 2002 wieder mit der Pockenschutzimpfung begonnen. Einige Staatsoberhäupter haben sich angeblich mit MVA (https://en.wikipedia.org/wiki/Modified_vaccinia_Ankara) impfen lassen (hat weniger Nebenwirkungen ist aber teurer als der ursprüngliche Impfstoff). Sicher nur Gerüchte.

Das echte Variolavirus braucht keiner und es sollte endlich vernichtet werden.

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sparrenburger 26.05.2016, 09:29
16. pocken und der Osterhase

wer glaubt dass das die einzigen Bestände sind, kann mal den Osterhasen ganz lieb von mir grüssen. Nee mal im Ernst- wenn in Afrika noch '77 ein Ausbruch war - kann man wohl davon ausgehen das sich dort einige Staaten versorgt haben. Und in den Geheimlaboren von USA & Russland liegen sicherlich auch noch Bestände. Viel interessanter ist doch dass man nachdem die Proben in den USA vergessen wurden, nie sagen können wird ob wirkl. alles vernichtet wurde. Und da liegt auch die grössere Gefahr!

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kzs.games 30.05.2016, 12:26
17.

Zitat von quark2@mailinator.com
Es dauert eh nicht mehr lange, bis synthetische Viren gefährlicher sind als alles, was die Natur hervorbrachte. So wie Drohnen und Softwareviren wird man es in Zukunft vermutlich für OK halten, Viren zu produzieren, die präzise genau einen Menschen umbringen (oder halt seine Leistungsfähigkeit dauerhaft herabsetzen) ... vielleicht wird das ja .......
Es ist wie schon oft diskutiert und wissenschaftlich bewiesen im Moment (und auch der nächsten Zukunft) unmöglich Viren oder Bakterien zu entwickeln die nur eine "Sorte" Mensch erkranken lassen. Weil es schlicht und ergreifend keine genetisch großen Unterschiede gibt die sowas erlauben würde. Und das mit Drohnen zu vergleichen halte ich für Unsinn.
Dass Terroristen oder Staaten die diese unterstützen an Viren/Bakterien gelangen halte ich für möglich, aber das wir uns vor Anschlägen mit Drohnen fürchten müsssen - einfach nein!

Und doch ich glaube, dass genug Leute darum Bescheid wissen, aber was soll man ändern? Die Forschung stoppen? Dann wandern uns wieder sämtliche Forscher ab und gehen in die USA, nach Russland oder sonst wo.
Es weis zwar niemand was bei sowas rauskommen kann, aber es kann nicht nur schlecht sein. Evtl entdeckt man ja auch Bakterien/Viren die so modifiziert werden können, dass sie HIV/Krebs/AIDS angreifen und bei der Heilung helfen.

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