Forum: Gesundheit
Stress im Job: Deutlich mehr Krankschreibungen wegen Überlastung
DAK / Wigger

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland leiden an Überlastung und Erschöpfung. Die Folge: mehr als 30 Millionen Krankschreibungen im Jahr. Die Linke fordert nun eine Anti-Stress-Verordnung.

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varlex 05.05.2018, 11:47
1.

Interessant wäre jetzt zu wissen:

1. Ob diese Steigerungen nur auf mehr Stress auf der Arbeit zurückgehen.
2. Ob Aufgrund der zunehmenden Aufklärung über psychische Krankheiten und deren geringere Stigmatisierung mehr Leute eher zum Arzt gehen. (Bevor es zu ernsthaften Ausfallerscheinungen kommt)
3. Ob die Ärzte sensibler auf die Thematik reagieren und eher und länger krank schreiben.

Einfach nur ein paar Zahlen hinklatschen und irgendwas fordern ist mir zu populistisch.

Interessant wären auch absolute Zahlen, wieviele Patienten es betrifft und ob es da eine ähnliche starke Steigerung seit 2012 gibt.

Ich selbst habe im Bekanntenkreis so einen Fall. Da ist man dann schnell mal ein halbes Jahr krank geschrieben. Danach erfolgt eine Wiedereingliederung in den Betrieb, den die Krankenkassen bezahlen. Dies kann ebenfalls 3-6 Monate dauern.

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Spr. 05.05.2018, 11:51
2. Logische Folge!

Die zunehmende Überforderung und der daraus folgende stark ansteigende Krankenstand ist eine logische Folge der immer stärkeren Verdichtung der Arbeit durch die Arbeitgeber! Wer sein Arbeitspensum in der vorgegebenen Zeit nicht mehr schaffen kann, sobald etwas auftaucht, dass auch nur geringfügig von der Routine abweicht, steht immer unter immensem Druck. Dieser Druck führt aber nicht wie offensichtlich gehofft zu besserer Leistung in kürzerer Zeit, sondern zu psychischem sowie physischem gesundheitlichem Versagen der Arbeitnehmer.

Leider gibt es im Extremkapitalismus unter unseren neoliberalen Regierungen nur noch viel zu wenige ehrbare Unternehmer, denen die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer wichtig ist. Viel mehr der heutigen Arbeitgeber sehen es als ihr naturgegebenes Recht an, die seelische und körperliche Gesundheit ihrer Arbeitnehmer auf dem Altar der kurzfristigen Renditensteigerung zu opfern, um diese dann auf den Müllhaufen des Arbeitsmarktes zu werfen und durch frische Kräfte zu ersetzen.

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dragondeal 05.05.2018, 12:51
3. @alexander001

Millionen von Gästen haben diese Land mit aufgebauten, weil "wir" das alleine gar nicht geschafft hätten oder schon vor 50 Jahren bis ans Lebensende hätten arbeiten müssen. Naja, weder Dankbarkeit noch das Hinterfragen der eigenen Lebensleistung werden "wir" je lernen,dafür sind "wir" viel zu gut darin, die Schuld bei anderen zu finden.

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freigeistiger 05.05.2018, 13:04
4. Vorsätzliche Belastung Anderer ist gang und gäbe

Es sind nur Sonntagsreden von einer gebildeten Gesellschaft mit Wertschätzung, Moral, Mitgefühl und Respekt. Dass wäre ein Ausdruck von Bildung als Ergebnis von Erziehung. Das Niveau der Gesellschaft ist seit Jahren stark rückläufig. Ein fachliches Wissen reicht für eine Leitungsfunktion nicht aus. Vor dem Einsetzen von Menschen in Leitungsfunktionen ist deren Persönlichkeit und Leitungsfähigkeit nachzuweisen. Schlechte Mitarbeiterführung ist Körperverletzung. Für ein Mofa braucht man einen Führerschein. Abteilungsleiter darf Jeder. Autos haben mehr Menschenrechte als Menschen.

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varlex 05.05.2018, 13:38
5.

Zitat von freigeistiger
Schlechte Mitarbeiterführung ist Körperverletzung. Für ein Mofa braucht man einen Führerschein. Abteilungsleiter darf Jeder. Autos haben mehr Menschenrechte als Menschen.
Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.

Zum einen muss der Führerschein erworben werden, damit man andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet...

Zum anderen kommt es immer auf die Unternehmen an. Führungspersonen haben bei uns verpflichtende Schulungen zur Mitarbeiterführung und regelmäßige Weiterbildungen.
Das geht schon beim Meister/Techniker los (eigentlich sogar bei dem normalen AN, wenn er Azubis betreut (da gibts ne Schulung dafür)) bis hin zum oberen Management.

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Sensør 05.05.2018, 14:23
6. @varlex #7

Zitat von varlex
Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich. Zum einen muss der Führerschein erworben werden, damit man andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet... Zum anderen kommt es immer auf die Unternehmen an. Führungspersonen haben bei uns verpflichtende Schulungen zur Mitarbeiterführung und regelmäßige Weiterbildungen. Das geht schon beim Meister/Techniker los (eigentlich sogar bei dem normalen AN, wenn er Azubis betreut (da gibts ne Schulung dafür)) bis hin zum oberen Management.
Da leben Sie aber im Paradies.
In meinem Betrieb winken verantwortungsbewusste Mitarbeiter den Wahnsinn mit der tollwütigen Geschäftsführung ab und verantwortungsresistente Leute übernehmen die Führungsposten. Da krankt dann schnell mal eine halbe Abteilung, woran natürlich die bösen Billigangestellten selber schuld sind.

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Zaunsfeld 05.05.2018, 14:30
7.

Zitat von varlex
Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich. Zum einen muss der Führerschein erworben werden, damit man andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet... Zum anderen kommt es immer auf die Unternehmen an. Führungspersonen haben bei uns verpflichtende Schulungen zur Mitarbeiterführung und regelmäßige Weiterbildungen. Das geht schon beim Meister/Techniker los (eigentlich sogar bei dem normalen AN, wenn er Azubis betreut (da gibts ne Schulung dafür)) bis hin zum oberen Management.
Ich sehe tagtäglich, was bei solchen Schulungen herauskommt. Da geht es nämlich nicht um wirkliche Mitarbeiterführung, denn die kann man nicht auf einer Schulung lernen, sondern einfach nur durch Lebens- und Arbeitserfahrung. Sondern bei diesen Schulungen geht es einzig und allein um ein paar Psychotricks, wie man die Untergebenen dazu bringt, das zu tun, was man von ihnen will. "Denn nur ein produktiver Mitarbeiter ist ein zufriedener Mitarbeiter!" ...

Unser Abteilungsleiter (U35) hat ein Dutzend solcher Schulungen besucht, aber ansonsten keinen blassen Dunst von gar nichts (Unternehmen im Ingenieursbereich). Ergebnis ist, dass in den drei Jahren, seit er das Zepter übernommen hat, mittlerweile über ein Drittel der Abteilung geflüchtet ist. Einige haben sich in andere Standorte versetzen lassen, aber die meisten haben gleich ganz gekündigt. Und es sind nicht gerade die faulsten und dümmsten, die da kündigen und zur ärgsten Konkurrenz gehen. Davor unter dem alten Abteilungsleiter hat 5 Jahre lang überhaupt niemand gekündigt. Am produktivsten und gleichzeitig am zufriedensten ist die ganze Abteilung, wenn der Abteilungsleiter Urlaub hat oder auf einer seiner "Führungskräfteschulungen" ist. Und genau das ist auch das einzige, was diese Führungskräfteschulung letztlich Positives bewirkt.

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Lorah 05.05.2018, 14:39
8. Zunehmende Doppelbelastung

In diesem Zusammenhang ist auch immer wieder auf die Doppelbelastung aufgrund des Spagats zwischen Familie und Berufsausübung hinzuweisen. Das heißt ein, in der Regel, mäßig bezahlter Teilzeitjob in dem man, will man die Karriereleiter nicht ganz beiseite stellen, genauso viel zu leisten hat, wie der Kollege in Vollzeit und daheim geht's dann nahtlos mit Hausaufgaben, Fahrdiensten, Abendessen usw. weiter. Das hält kein Mensch lange gesund aus. Ist doch klar.

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freigeistiger 05.05.2018, 14:45
9. Sie bestätigen mich, teilweise

Der Vergleich mit dem Mofaführerschein ist also zutreffend. Schlechte Mitarbeiterführung gefährdet andere Menschen, die Mitarbeiter. Teilweise massiv. Das Problem ist, Mofa mit Straßenverkehr ist etwas konkretes, der Umgang mit Menschen ist etwas Abstraktes. Und mit Abstraktem haben viele Leute keine Antenne. Das Vermögen Abstraktes zu denken ist ein Ausdruck von Bildung. Ein Ausbildungszertifikat ist etwas andres. Für die Ausbildung von Auszubildenden ist eine Ausbildereignungsprüfung nötig. Darin werden Arbeitsschutzbestimmungen gelernt. Ich rede über den kultivierten und wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern und Unternehmenskultur. Ein Kennen von Rechtsvorschriften ist etwas Anderes. Damit kann man nur eventuell Auswüchse verhindern.

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