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Studie: Warum in Deutschland so wenige Organe gespendet werden
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In Deutschland ist die Zahl der Organspender gering. Laut einer Studie liegt das nicht an der Bereitschaft der Menschen - sondern an einem Problem in den Krankenhäusern.

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i.dietz 06.07.2018, 18:22
1. Ich selbst

habe seit Jahrzehnten einen Spenderausweis -
selbstverständlich mit dem Vermerk:
keine Organspende an Millionäre und Milliardäre -
keine Organspende an Menschen, die selbst keinen Spenderausweis besitzen !

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eulenspiegel2014 06.07.2018, 18:27
2. Frage falsch gestellt

Das Problem bleibt die aktive Einwilligung der Hinterbliebenen. Es ist verdammt schwer, die Verwandten nach Feststellung des Hirntodes gleich mit der Frage zu überfallen, ob sie denn einer Organentnahme zustimmen würden. Das ist in einer solchen Situation schockierend und belastend, zumal wenig Zeit bleibt. Davor scheuen viele Ärzte zurück. Die Lösung bleibt die Widerspruchsregelung; ansonsten wird es nicht funktionieren

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karlsiegfried 06.07.2018, 18:33
3. Machen wir es doch wie in Österreich und anderswo

Jeder der nicht per Eintrag beim Amtsgericht oder anderswo eindeutig unterschrieben hat, ich will meinen Körper oder Teile davon, nicht verschenken, ist automatisch ein Organspender. Zitat: 'und wir müssen nicht die Freiheit der Bürger einschränken", findet Schulte. 'Was bildet sich dieser Mensch eigentlich ein? MeinKörper gehört mir und basta. Das sind ja Umgangsformen wie im Mittelalter und der Inquisition!

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DieButter 06.07.2018, 18:34
4.

Tja, den Transplantationsbeauftragten gibt es, meist ein Oberarzt, weil gibt ja Geld dafür.
Der Oberarzt ist den ganzen Tag über in der Funktion, zu Eingriffen, Untersuchungen, etc. jedenfalls nicht auf der Station anwesend. Die betritt er ganz zum Schluß des Tages, um die Visite mit dem Assistenzarzt, der tagsüber die Station führt, durchzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt ist meist seit Stunden eigentlich offizieller Dienstschluß und jeder, der Assistenzarzt, wie auch der OA wollen meist schnell heim, noch etwas essen und dann zügig ins Bett.
Wie auch immer, Transplantationsbeauftragte sind meist einfach die falschen Leute mit zu wenig Zeit. Gleich bleibt überall in den Kliniken der riesige Mangel bei medizinischem Personal. Es mangelt in deutschen Kliniken mittlerweile überall.

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scottbreed 06.07.2018, 18:35
5. Warum? Kann ich euch sagen

Weil laut neusten Wissenschaften eben das Bewusstsein nicht nur im Gehirn verankert ist sonder überall im Körper..
Die Leber oder die Niere ist eben nicht nur nen dummes Organ wie ne lichtmaschiene die man austauschen kann sondern viel mehr und ein Teil des Bewußtsein was den Menschen ausmacht steckt in jedem Organ.

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isar56 06.07.2018, 18:37
6. Dazu kann ich

eine persönliche Erfahrung preisgeben. Ein mir sehr nahe stehender Mensch lag im Sterben. Wir hatten uns in gesunden Zeiten beide für Organspende im Todesfall entschieden, was ich den Ärzten die nachfragten mitteilte.
Die Befragung war behutsam. Was mir damals in meinem Schmerz nicht bewußt war: ich verlasse den Verstorbenen schnell, weil die Organe zeitnah entnommen werden müssen; er atmet noch, wird beatmet.
Und das Prozedere der Entnahme, verbunden mit dem Hirntod und möglicher noch bestehender intakter Zellen, verstörte mich, beim nachlesen.
Zudem werden m.E. dem Empfänger die Konsequenzen, nach gelungener Implantation zu wenig erörtert. Lebenslang müssen massenweise teils krebserregende Medikamente eingenommen werden, bei stetiger Gefahr einer Abstoßung. Ich bin mir nicht mehr sicher, sowohl als möglicher künftiger Empfänger, als auch als Spender.
Vielleicht werde ich ggf der Natur ihren Lauf lassen, mit Anfang 60. Bei Kindern sieht anders aus.

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dasfred 06.07.2018, 18:57
7. Wohl auch eine Kostenfrage

Nun, da immer mehr Kliniken privatisiert sind, gehe ich davon aus, dass der ganze Aufwand bis hin zur Organentnahme nicht hoch genug vergütet wird. Wenn eine Klinik daran gut verdient, wird sie sehen, dass die Meldungen so häufig wie irgend möglich erfolgen. Übersteigen die Kosten allerdings die Einnahmen, wird man viele Gründe finden, warum auch erklärte Spender leider nicht mehr geeignet sind. Wenn Kliniken schon kein Problem kennen, unnütze Operationen zu verkaufen, wird die Hemmschwelle bei Toten noch niedriger angesetzt werden.

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wdiwdi 06.07.2018, 18:58
8. Warum gibt es keine Prämien der Krankenkassen...

für meldende Kliniken, und Beitragsreduktion für (in jungen Jahren eingetragene) Organspender? Dazu noch ein satter Malus auf der Transplantationsrangliste für Nichtspender, und das Problem ist keines mehr.

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quark2@mailinator.com 06.07.2018, 19:03
9.

Ich entsinne mich, mal gelesen zu haben, daß es sich für Kliniken finanziell nicht lohnt, potentielle Organspender am Leben zu erhalten und den vollen Weg zu beschreiten. Kann es sein, daß es reichen würde, dies zu ändern ? Oder würde das dann dazu führen, daß Menschen Organspender werden, die eigentlich eine Chance hätten, es zu schaffen ? Geld ist leider wohl oft ausschlaggebend in unserem reformierten System. Schröder hat eben nicht nur Hartz4 eingeführt und die Soldaten ins Ausland gelassen, sondern auch die Rentenformel demoliert, die Verschreibung von Medikamenten verschlimmert und die Kliniken in ein Profitcenter verwandelt. Kann es sein, daß dies hier das Kernproblem ist ?

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