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Studie zu Intensivstationen: Sterberisiko steigt bei Einlieferung am Wochenende
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Patienten können es sich meist nicht aussuchen - aber wer am Wochenende auf die Intensivstation kommt, stirbt eher als bei Einlieferung an einem Werktag. Das zeigt eine Studie aus Österreich.

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spon-facebook-10000255064 08.09.2017, 12:46
1. Ärztemangel

Dieses Problem triftt ebenso die Normal- und Wachstationen. Selbst in dem großen Haus in dem ich gearbeitet habe(c.a. 1000 Betten) war am Wochenende ein Internist und ein Chirurg für das gesamte Haus zuständig. Hinzu kamen noch Ärtze die von Morgens bis Nachmittags auf einer Wach oder Intensivstation arbeiteten, dies waren häufig jeweils einer. Unter der Woche hatte man auf der Intensiv mindestens 3 Ärtze + Oberarzt gleichzeitig im Dienst, ebenso auf der Normal und Wachstation.

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coroona 08.09.2017, 13:37
2.

Zitat von spon-facebook-10000255064
Dieses Problem triftt ebenso die Normal- und Wachstationen. Selbst in dem großen Haus in dem ich gearbeitet habe(c.a. 1000 Betten) war am Wochenende ein Internist und ein Chirurg für das gesamte Haus zuständig. Hinzu .....
Ich habe während meiner Facharztausbildung an einem deutschen Uniklinikum gearbeitet. Davon 6 Monate auf Intensivstation.
An Wochenenden war ich für 10 Intensiv-Betten alleine zuständig, unter der Woche haben wir uns immerhin zu zweit die 10 Betten geteilt, also 5 Betten je Arzt + Oberarzt/Chefarzt vor Ort. An Wochenenden hatte der Oberarzt/Chefarzt meist nur Rufbereitschaft.
Bei 10 üblen Fällen kann man natürlich nicht überall sein, wenn dann mal 2-3 Alarme an den Maschinen gleichzeitig losgehen.

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undutchable 08.09.2017, 14:28
3. Mehr Notfall-OPs = Mehr Risiko

Wenn es am WE eigentlich nur Notfall-OPs gibt, waehrend in der Woche der Großteil der OPs geplant ist ergibt sich fuer mich automatisch eine Wahrscheinlichkeit, das das Sterberisiko aus der generellen Betrachtung der OPs am WE hoeher sein muss.
Ich nehme auch an, dass dies auch fuer viele andere Bereiche der Studie gilt, dh dass die "geplanten" Intensiv-Aufenthalte weniger Risiko enthalten als die reinen "ungeplanten"Aufenthalte. Evtl sollte man das mal aufdroeseln nach reinen "Notfall"-Aufnahmen, dh nicht aus geplanten OPs kommend, sowie die Entsprechenden Verletzungs- und Patienten-relevanten Risiken (Alter, Vorerkrankungen etc) beruecksichtigt.

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quark2@mailinator.com 08.09.2017, 14:35
4.

Das hab ich in meiner Familie 3x erlebt. Einlieferung am Freitagabend oder am Sonnabend ... Keine Ahnung was die sich im Krankenhaus denken. Kommt etwa die Feuerwehr auch erst am Montag ? Mit so Sprüchen wie "Am Montag haben wir dann die Laborwerte". Ich könnte mich unglaublich aufregen, weil uns das so viel fortdauerndes Leid gebracht hat. Ich fordere, daß jeder Tag in der Klinik gleich zu sein hat. Sowas wie ein Wochenende ich einfach kein Konzept in der Medizin und das muß einfach jedem, der da einsteigt klar sein. Und ja, ich halte es in meinem Beruf auch so, weil es eben nötig ist - Tag, Nacht, Weihnachten, piep-egal. Einfach unfaßbar, was ich da hilflos beobachten mußte.

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kratzdistel 08.09.2017, 14:42
5. nicht ein problem des ärztemangels, sondenr von spezialisten

wenn das krankenhaus nur einen Spezialisten hat, muss dieser auch mal frei machen. es gibt genug Ärzte, aber nicht genug Spezialisten. wer außerhalb der regelarbeitszeit in eine stroke unit nach einem Schlaganfall eingeliefert wird, hat auch risiken, weil das vorhalten eines multiprofessionellen ärzteteams rund um die Uhr am mangel von experten scheitern kann.das ist nunmal so. früher gab es auch selten Neurochirurgen in größeren städt. kliniken und die kranken mussten dann weit in unikliniken transportiert werden.so gut die intensivmedizin heute ist, haben aber auch die wachkomapatienten zugenommen.

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Elora. 08.09.2017, 14:48
6. elora.

@3. unduchtable - das war auch mein erster Gedanke. Unter der Woche häufig elektive Eingriffe mit kalkuliertem und geringerem Risiko, am WE Notfälle, per se schon kränker und kein geplanter u. entsprechend risikominimierender Eingriff. Wenn ich mir so anschaue, was am WE so alles in den Notaufnahmen aufläuft...
Das sollte aber alles aus solchen Statistiken herausgerechnet werden.
Und dann dieser nette Satz im Text, man solle sich lieber am WE nicht auf die Intensiv aufnehmen lassen. Also was, lieber bis Mo warten?

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menty 08.09.2017, 15:08
7. Studie zu undifferenziert (dargestellt?)

1. Frage - Differenzierung zwischen internistischen und operativen Notfällen?
2. Frage -Ist der Schweregrad der Notfälle untersucht worden?
Im der Regel kommen als echte Notfälle außerhalb der normalen Dienstzeiten (abends und am Wochenende)
Patienten mit schwereren Krankheitsbildern und oft in schlechterem Allgemeinzustand. In der Regel gibt es wie es schon erwähnt wurde, keine geplanten Operationen/Eingriffe außerhalb der Dienstzeiten. Die dann eingelieferten Patienten sind in meist schwerer erkrankt und haben damit automatisch ein höheres Risiko.
Das Personalproblem kommt als ein weiterer Faktor sicherlich hinzu, ist aber nicht allein für die vermehreten Todesfälle an den Wochenenden verantwortlich.
Es ist wie meist im Leben! ein multifaktiorelles Geschehen.

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robin_of_locksley1 08.09.2017, 18:15
8. Deutsches System

Ich bin über 70. Ich habe manchmal Angst, dass ich am Mittwoch-Nachmittag oder am Wochenende gesundheitliche Probleme bekomme. Dann haben unsere Arztpraxen seit meiner Geburt geschlossen. In den Krankenhäusern arbeiten zumeist Assistenzärzte. Die Chefärzte haben Hintergrund-Dienst. Viele Assistenten haben Angst ihre Chefs zu benachrichtigen, denn die wollen auch ihre wohlverdiente Ruhe. Ich bin zur Zeit in Thailand. Da ist der Wochentag nicht entscheiden für die Arbeitszeit. Die Ärzte teilen sich ihre Ruhetage unabhängig von Wochenenden oder Wochentagen auf. Das "christliche Wochenende" ist bei uns sehr unchristlich, und die Nachmittage des Mittwochs sind mir sowie nicht erklärlich. Jeder Arzt sollte seine Ruhetage haben, aber die Aufteilung sollte nicht nur für alle gleichzeitig zu diese Zeiten erfolgen.

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robin_of_locksley1 08.09.2017, 18:22
9. Vergleich zu Thailand (nur ein Beispiel) - Nachtrag

Ich habe Medizin studiert. Ich fühle mich aus genannten Gründen in Thailand wesentlich besser aufgehoben, zumal sich die Ärzte auch wesentlich mehr Zeit nehmen und die mir dort bekannten Ärzte auch sehr gut ausgebildet sind.

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