Forum: Gesundheit
Trennungsschmerz: "Niemand hat einen Anspruch, geliebt zu werden"
DPA

Der Paartherapeut Hans Jellouschek hat viele Menschen durch Trennungen begleitet. Hier erklärt er, wie aus schmerzhaften Abbrüchen Aufbrüche werden können.

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biber01 04.01.2018, 11:50
1. Geschwurbel

Hört sich schwer nach...."dann halte auch noch die andere Wange hin...".an

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Sibylle1969 04.01.2018, 12:31
2.

Ich vermisse den Link zu „Alles ist besser als ein weiterer Tag mit dir“ von Fleischhauer, das würde auch zum Thema passen.

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hannibalanteportas 04.01.2018, 12:48
3. Normal und Gesund

Nein Bieber, das hört sich nicht nach Geschwurbel und "die andere Wange hinhalten" an, das hört sich nach erwachsen sein an.
Nur leider ist das sich einfinden in die passive Opferrolle sehr bequem und "normal". Erlebe ich im therapeutischen Arbeitsalltag genauso wie er das beschreit, sogar unabhängig davon ob das Paar getrennt oder noch zusammen ist. Da will jeder recht haben anstatt eine Beziehung zu führen, den anderen aus Frust bestrafen anstatt nach Lösungen zu suchen usw.
Gesund wäre es sich anzuschauen(mit Unterstützung), was die paardynamik so schiefgehen lässt und dann etwas an sich zu ändern anstatt vom anderen Änderung zu fördern. Wenn das beide machen, kann sich was bewegen, auch wieder unabhängig davon ob ein paar noch zusammen oder getrennt ist.
Insgesamt schönes Interview

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emobil 04.01.2018, 12:51
4.

Im Grunde ist es eigentlich ganz einfach:
Von Anderen geliebt werden - das ist der [b] Bonus[/] im Leben (auf den es aber keinen Anspruch gibt).
Sich selbst zu lieben, oder zumindest zu mögen - das ist der Hauptgewinn .
Alles andere findet sich!

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dasfred 04.01.2018, 13:00
5. Erst mal mit sich selbst klar kommen

Zuerst mal ist der Partner kein persönlicher Besitz über den man nach Lust und Laune verfügen kann. Er ist auch kein Haustier, das man erziehen muss um ihn an sich zu binden. Der Partner ist ein freier Mensch, der aus eigenem Antrieb gemeinsam etwas aufbauen möchte. Sollte sich einer von beiden über die gemeinsamen Werte falsche Vorstellungen gemacht haben, ist es sein Recht, die Beziehung zu beenden. Wenn der andere Teil nicht damit klar kommt, sollte er erst mal sehen warum der Partner etwas hat, was man nicht in sich selbst finden kann.

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Angelheart 04.01.2018, 13:14
6. Jellouscheks Bücher...

...haben mir nach Trennung und Scheidung sehr viel gegeben - insbesondere seine Interpretationen von Märchen sind äußerst lesenswert, sich damit und sich selbst auseinander zu setzen ist allerdings auch harte Arbeit und hat mit Geschwurbel nicht das Geringste zu tun...nicht wahr Biber...

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gantenbein3 04.01.2018, 13:15
7. Loslassen ist nicht immer richtig

Was Jellouschek zum Thema Scheidung sagt, ist vertretbar. Dazu, wie er den Abschied durch den Tod von seiner zweiten Frau erlebt hat, sagt er in dem Interview fast nichts. Aber er scheint ein Vertreter des „Loslassens“ zu sein.
Zitat:
„Wenn man den Trauerprozess und das Bedauern darüber, dass ein wichtiger Mensch nicht mehr im eigenen Leben ist, nicht zulässt, verhindert man die Loslösung. Gefühle sind ein wesentlicher Teil des Loslassens. Man sollte ehrlich zu sich sein und den Verlust eingestehen.“

Zitatende
Sein Kollege, der Psychologe Roland Kachler, wurde nach dem Tod seines Sohnes ganz anderen Sinnes:
Zitat:
„Anstatt die emotionale Verbindung zum Verstorbenen abzuschneiden, zu beenden, sollten Trauernde sich in eine andere Beziehung zu ihm stellen - die Liebe will weitergehen und nun auf eine andere Weise gelebt werden.“

https://www.rundschau-online.de/interview-trauer-darf-nicht-einsam-machen-10232238

Zitatende
So sehe ich das auch. Und darin zeigt sich unter anderem auch die Unterschiedlichkeit zwischen einem Abschied unter Lebenden und einem Abschied von Todes wegen. Für den Abschied aus einer gescheiterten Beziehung ist das Loslassen eine plausible Strategie; für den Abschied von einem Partner oder einer Partnerin, der/die einen bis zum letzten Atemzug geliebt hat, meiner Meinung nach eher nicht, schlicht, weil die Liebe über den Tod hinaus weitergelebt werden will und auch weitergelebt werden kann, wenn auch auf andere Weise.

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Japhyryder 04.01.2018, 13:22
8. Liebe

Ehrlich gesagt, habe ich viele unglückliche Paare kennengelernt. Und ein paar, wo ich das Gefühl hatte, jo, das passt. Wenn Du das Glück hast, schon als Kind geliebt zu werden, einfach, weil du da bist und bist wie du bist, dann ist das unglaublich klasse. Die glücklichen Paare schaffen es irgendwie, sich ihre Ecken und Kanten zu lassen. Bei den unglücklichen habe ich immer wieder beobachtet, dass die gegenseitig an sich "herumdoktern", sich das, was sie zu Anfang mal am Gegenüber attraktiv und anziehend fanden, abzuschleifen. Und irgendeiner passt sich dem bis zur Konturenlosigkeit an und dann ist alles nur noch tot. Langweilig. Hohl. Und verlogen. Und dann wird es für alle Beteiligten nur noch unangenehm.

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mother_sky 04.01.2018, 13:30
9. Opfer entwickeln sich nicht weiter

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, nach einer (ungewollten) Trennung nicht abzustürzen, die Lust am Leben nicht zu verlieren, sich selbst nicht als Opfer und im Partner nicht den allein Schuldigen zu sehen. Aber erst wenn man bereit ist, das Tal der Tränen zu durchschreiten und dieses Durchschreiten "auszukosten", so leidvoll es sein mag, und erkennt, dass die Lösung des Problems nicht darin besteht, sich in eine neue Partnerschaft zu stürzen, in dem Glauben, dass nun alles ganz anders und viel besser wird, wenn man also bereit ist, an sich zu arbeiten und sein eigenes Verhalten zu überdenken, erst dann, meine ich, ist man einen Schritt weiter - geläutert, reifer, weiser. Viele Jahre später - wenn man die Verflossene wieder trifft und selbst wieder eine neue Lebensgefährtin hat - dankt man Gott vielleicht sogar für die damalige, so schmerzvoll empfundene Trennung, weil man erkennt, wie grundverschieden man doch ist, und den ehemaligen Partner, in den man über beide Ohren verliebt war, nun in einem ganz anderen Licht sieht - nüchterner, weniger verblendet.

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