Forum: Gesundheit
Tumoroperation: Neuer Stift erkennt Krebsgewebe in Sekunden
DPA/ Vivian Abagiu/ UT

Wo hört der Tumor auf, wo fängt gesundes Gewebe an? Bei Krebsoperationen kann es auf Millimeter ankommen. Ein neues Gerät soll Ärzten künftig in Sekundenschnelle Antworten geben - ohne einen Schnitt.

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sa7ra9 08.09.2017, 19:32
1. x

Solche Meldungen sind so typisch für, die Laienpresse - es wird der Eindruck erweckt, dass demnächst einfach mal so ein bisschen Gewebe in Sekunden auf Tumorgewebe gescannt wird - never ever.
Wenn genau, dieses beschriebene Produkt jemals auf den Markt kommt - sodass es Standard in mindestens jeder Deutschen Uni Klinik ist - werden locker 10 Jahre !!! vergehen.

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Newspeak 08.09.2017, 21:52
2. ...

Zitat von sa7ra9
Solche Meldungen sind so typisch für, die Laienpresse - es wird der Eindruck erweckt, dass demnächst einfach mal so ein bisschen Gewebe in Sekunden auf Tumorgewebe gescannt wird - never ever. Wenn genau, dieses beschriebene Produkt jemals auf den Markt kommt - sodass es Standard in mindestens jeder Deutschen Uni Klinik ist - werden locker 10 Jahre !!! vergehen.
Mag sein. Es wird vor allem deshalb so lange dauern, weil erst tausend Ethikkommissionen tagen und entscheiden muessen und noch eine und noch eine und noch eine Studie gemacht werden muss. Technisch gaebe es bei einem Massenspektrometer eigentlich keinen Grund, warum es nicht morgen schon im OP stehen koennte, die Technik ist "uralt" und die Geraete sind halbwegs ueberschaubar komplex und "billig", verglichen mit vielem Anderen, was in deutschen Kliniken herumsteht.

Vielleicht muss man aber auch davon wegkommen, dass alles immer ueberall rumzustehen hat. Es waere durchaus sinnvoll manche Dinge zu buendeln und Expertenzentren aufzubauen, als jeden selbsternannten Experten irgendwo sitzen zu haben, der gar nicht auf die Fallzahlen und die Erfahrung kommt.

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keinguternamemehrfrei 09.09.2017, 23:54
3.

Hm, mag sein. Schreit aber nach Engpass und Wartezeit. Sinnvoll wäre auch ein Gerät, mit dem ganz normale Chirurgen erkennen, wo Krebszellen sind und wo nicht.

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Newspeak 09.09.2017, 10:52
4. ...

Zitat von keinguternamemehrfrei
Hm, mag sein. Schreit aber nach Engpass und Wartezeit. Sinnvoll wäre auch ein Gerät, mit dem ganz normale Chirurgen erkennen, wo Krebszellen sind und wo nicht.
Tun sie doch mit diesem Stift. Da wertet doch keim Chirurg irgendwelche Massenpeaks aus. Das Massenspektrum wird aufgenommen, stellt in seiner Gesamtheit einen charakteristischen Fingerprint dar, wird mit einer Datenbank verglichen, es wird eirgendein Uebereinstimmungsscore berechnet und der wird dann graphisch ausgegeben, am Besten als Ampel (gruen ok, gelb unklar, rot Krebs), oder Smiley, etc. Evtl. auch detailierter, je nachdem was der Experte im OP moechte und womit er etwas anfangen kann. Das geht alles in allem in Sekunden.

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mrotz 09.09.2017, 11:03
5.

Und weil man dann lieber noch 10 Jahre mit Bürokratie vergeudet, kostet das Gerät, das sich in den nächsten 10 Jahren nicht großartig verändern wird, am Ende so viel, daß es aus Kostengründen weder angeschafft noch eingesetzt werden wird....

mfg

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ManRai 09.09.2017, 11:23
6. zu 1 3 5

Neue Massenspektrometer sind klein und einfacher zu bedienen. Man wertet in einem solchen System keine Spektren mehr aus sondern identifiziert gezielt Moleküle die mit der Erkrankung in direktem Zusammenhang stehen. Wird seit Jahren mit Dried Blood Spots von Neugeborenen gemacht um Stoffwechsel Erkrankungen früh zu erkennen. Das Problem bei allen anderen sind die Biomarker, die Identifizierung von Molekülen oder deren Veränderungen die in direktem und belegtem Zusammenhang mit der Erkrankung stehen. Bei Krebs wurden leider immer wieder nur Entzuendungsmarker entdeckt und die können überall herkommen.

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Faktomat 09.09.2017, 13:50
7. Zulassung geht schnell

Zitat von sa7ra9
Solche Meldungen sind so typisch für, die Laienpresse - es wird der Eindruck erweckt, dass demnächst einfach mal so ein bisschen Gewebe in Sekunden auf Tumorgewebe gescannt wird - never ever. Wenn genau, dieses beschriebene Produkt jemals auf den Markt kommt - sodass es Standard in mindestens jeder Deutschen Uni Klinik ist - werden locker 10 Jahre !!! vergehen.
Die Zulassung von "Devices" geht in Deutschland geradezu fahrlässig schnell. Da füllt man ein Formular aus, geht damit zur Dekra oder zum TÜV, holt den Techniker unter dem gerade inspizierten Auto hervor und seinen Stempel ab, und fertig (ok. leicht übertrieben). Der Verbraucherschutz in den USA ist bei Medical Devices (auch Schrittmacher etc.) ungleich höher (deshalb schade, dass TTIP nicht kam).
Bei Arzneimitteln liegt man mit 10 Jahren Prüf- und Zulassungszeiten eher richtig.

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steffen.ganzmann 09.09.2017, 14:08
8. Eine Gretchenfrage an die Kollegen:

Wem würden Sie mehr vertrauen? Dem guten, alten Schnellschnitt oder diesem Pen?

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ruhepuls 09.09.2017, 15:15
9. Zu früh ist auch nichts...

Zitat von Newspeak
Mag sein. Es wird vor allem deshalb so lange dauern, weil erst tausend Ethikkommissionen tagen und entscheiden muessen und noch eine und noch eine und noch eine Studie gemacht werden muss. Technisch gaebe es bei einem Massenspektrometer eigentlich keinen Grund, warum es nicht morgen schon im OP stehen koennte, die Technik ist "uralt" und die Geraete sind halbwegs ueberschaubar komplex und "billig", verglichen mit vielem Anderen, was in deutschen Kliniken herumsteht. Vielleicht muss man aber auch davon wegkommen, dass alles immer ueberall rumzustehen hat. Es waere durchaus sinnvoll manche Dinge zu buendeln und Expertenzentren aufzubauen, als jeden selbsternannten Experten irgendwo sitzen zu haben, der gar nicht auf die Fallzahlen und die Erfahrung kommt.
Jede Technik hat auch potentielle Risiken. Wie groß wäre das Geschrei, wenn dann 4% falsch beurteilt würden? Falsch beurteilt heißt im günstigen Fall falsch positiv und es wird mehr entfernt, als notwendig, aber im ungünstigen Fall auch falsch negativ - und Krebsgewebe wird nicht entfernt.
In der Chirurgie, gerade in der Onkochirurgie ist Erfahrung und Praxis entscheidend für den Erfolg. Daher sind Spezialzentren hier durchaus sinnvoll. Das muss keineswegs zu Engpässen führen, da derartige Zentren entsprechend ausgestattet und ausgelastet werden können.

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