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Verhütung: Bitte schön still sein. Und schlucken
DPA

Bestürzt zeigt sich der Frauenärzteverband angesichts gestiegener Abtreibungszahlen. Wer sich das Statement zu möglichen Ursachen anschaut, entdeckt vor allem ein erschütterndes Frauenbild.

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vincent-april 08.03.2018, 18:40
1. Geringe Risiken geht ein Mensch eher ein

das betrifft nicht nur Frauen. Insofern kann es schon sein, dass Frau sich auf die Pille danach verlässt und der Verhütung davor und dabei weniger Beachtung schenkt.

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m82arcel 08.03.2018, 18:40
2.

"Das ist keine schöne Nachricht und es sinnvoll, mögliche Ursachen für diese Zunahme zu ergründen."
Und was sind die möglichen Ursachen, wenn es dem Kommentar zufolge auf jeden Fall nicht an den Frauen selbst liegt? Heute darf man ja natürlich nur absolut positiv über Frauen reden, denken und schreiben, weshalb mich die Ansätze der Kommentatorin wirklich interessiert hätten - mir fällt so spontan der Grund nicht ein, aus dem Männer die Schuld an dem Anstieg der Abbrüche tragen.

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squidy 08.03.2018, 18:52
3. Etwas einseitig

Der gesamte Beitrag ist eine einzige Kritik an Frauenärzten bzw. ihrer Interessenvertretung. Die Art und Weise, wie diese hier vorgetragen wird und wie die Autorin sich vom eigentlichen Thema, nämlich der Problematik zunehmender Abtreibungen, entfernt, um Argumente zu kreieren, ist bemerkenswert.

Der Berufsverband der Frauenärzte bzw. die Ärztinnen und Ärzte selbst kommen einem nach der Lektüre des Artikels geradezu als Feindbild der Autorin rüber. Es scheint stark so, als würde eine subjektive Abneigung dieser Berufsgruppe vorliegen.
Dabei sind es gerade die Frauenärztinnen und Ärzte, die oft mehr als fast alle anderen die Interesse der Frauen vertreten. Und im übrigen auch gut an einer zunehmenden Abtreibungsrate verdienen (würden).
Etwas mehr Balance wäre dem Thema würdig.

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hwdtrier 08.03.2018, 18:57
4. Es gibt leider viele

Paare die, anstatt zu verhüten , auf die Pille danach setzen.
Und natürlich gibt es laut BVerfG kein Abtreibungsrecht sondern lediglich eine unter bestimmte Umständen nicht bestrafbare Kindestötung.

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Nania 08.03.2018, 19:00
5.

Ich finde, der Artikel springt im zweiten Teil ein bisschen zu kurz.
Sicherlich gibt es Alternativen zur Pille, die bei korrekter Durchführung einen ähnlich hohen Pearl-Index haben. Aber eben: bei korrekter Durchführung und Beachtung aller Eventualitäten und da sehe ich das Problem, insbesondere für Frauen, die nicht schwanger werden wollen, darin, dass diese Eventualitäten schwierig zu berücksichtigen sind. Die Zeit, die es braucht, damit man den eigenen Körper so gut kennt, dass die Methodensicherheit der Anwendungssicherheit entspricht, ist schon relativ lange. Wer dann noch über eine eher instabile Gesundheit verfügt, geht da ein in meinen Augen recht hohes Risiko ein, erst recht, wenn man auf keinen Fall schwanger werden möchte.

Apps und auch Kalendermethoden suggerieren aber (jungen) Frauen, dass diese Methoden einfach, natürlich und sicher seien, was sie eben nicht für alle sind. Und statt dann zur Pille zu greifen (oder einer alternativen hormonellen Verhütungsmethode), wird auf die natürliche Verhütung zurückgegriffen. Ich finde die Kritik des BVF daher gar nicht so unbedingt falsch. Die gestiegenen Schwangerschaftsabbrüche könnten durchaus (!) damit zu tun haben, dass medial (in meinen Augen übrigens unnötigerweise) Panik geschürt wird, dass jetzt jeder, der die Pille nimmt, an einer Lungenembolie stirbt oder Depressionen bekommt. Ja, die Pille KANN diese Nachwirkungen haben. Ja, dann MUSS man auf ein anderes Mittel zurückgreifen.
Für Frauen, die unter gar keinen Umständen im Augenblick schwanger werden wollen, ist sie aber einfacher zu handhaben als natürliche Verhütungsmethoden.

Und ich finde, dass so mancher Medienbericht über die Pille da auch so ehrlich sein muss zu sagen, dass die Pille (und andere hormonelle Methoden) natürlich Nebenwirkungen haben und das Ärzte hier nicht leichtfertig die Pille als Mittel gegen Pickel verschreiben sollten, aber eben auch, dass natürliche Methoden Zeit und noch viel mehr Disziplin brauchen als die Pille. Übrigens auch die Unterstützung durch den Partner.

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irina komlossy 08.03.2018, 19:01
6. Genau so ist es!

„Hormonell, mit der Pille zu verhüten, ist wirklich super!“ Das habe ich schon mit 14 Jahren von meinem damaligen Frauenarzt gehört! Davon bekommt man schöne Haut und Haare, größere Brüste und man hat oft kaum noch die Periode! Als junges Mädchen, mit einem blindem Vertrauen in Ärzte und monatlichen Unterleibschmerzen, klingt das ja zu gut und wahr zu sein! Und genau so ist! Was wir Frauen, manchmal jahrelang, für ein Gift Tag für Tag eingeworfen haben, wird endlich öffentlich in Frage gestellt. Ich habe den Mist ab 14, zwei Jahre lang genommen, wer weiss was das im Nachhinein für Auswirkungen auf meinen Körper hatte.
Seitdem setze ich mich richtig mit meinem Körper auseinander, kenne meinen Zyklus und verfolge ihn kalendarisch auf den Tag genau. Ich verhüte mit der Kupferspirale, wo ich zwei Frauenärzte wechseln musste, um einen zu finden, der sie mir als noch kinderlose, junge Frau überhaupt legen wollte. Die Kupferspirale wurde jahrelang für junge Frauen verteufelt obwohl sie natürlich deutlich(!) weniger gefährlich ist als die Pille, fast genauso sicher und genauso von noch kinderlosen Frauen genutzt werden kann. Bringt dem Arzt halt nicht so viel Geld ein wie die Pille und ist deswegen auch selten die Empfehlung der Ärzten! Liebe Frauen, setzt euch mit eurem Körper auseinander und hört auf euch zu vergiften! Die Pille kann vielleicht in einigen Fällen für die Frau die bessere Wahl sein aber es sollte bewusst gemacht werden, vor allem von den Ärzten, dass es sich um ein schweres Medikament mit auch teils schweren Nebenwirkungen handelt!

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Nania 08.03.2018, 19:03
7.

Zitat von m82arcel
"Das ist keine schöne Nachricht und es sinnvoll, mögliche Ursachen für diese Zunahme zu ergründen." Und was sind die möglichen Ursachen, wenn es dem Kommentar zufolge auf jeden Fall nicht an den Frauen selbst liegt? Heute darf man ja natürlich nur absolut positiv über Frauen reden, denken und schreiben, weshalb mich die Ansätze der Kommentatorin wirklich interessiert hätten - mir fällt so spontan der Grund nicht ein, aus dem Männer die Schuld an dem Anstieg der Abbrüche tragen.
Ich als Frau sage: es liegt natürlich schon gewissermaßen an den Frauen selbst, aber auch daran, wie mit Frauen umgegangen wird.
Die Zahl der gestiegenen Schwangerschaftsabbrüche singulär an diesen beiden Faktoren festzumachen, ist sicherlich genauso falsch, wie sie von vornherein als nichtig abzustempeln. Meinerseits denke ich nicht, dass die Tatsache, dass Frau jetzt nicht mehr erst zum Gyn rennen muss, um die Pille danach zu nehmen, signifikant zu mehr Schwangerschaftsabbrüchen geführt hat (denn Apotheker kennen sich damit in der Regel besser aus als Ärzte), aber durchaus, dass die Darstellung der Pille als Teufelszeug und die Propagierung natürliche Methoden (u.A. in den Medien, aber vor allem in sozialen Netzwerken) dazu geführt hat, dass Frauen auf unsicherere Methoden zurückgreifen. Ja, die Methodensicherheit von natürlichen Verhütungsmethoden ist schon ziemlich hoch, aber es gibt viel mehr äußerliche Faktoren, die hier einen Rolle spielen, als das bei der Pille der Fall ist. Infekte, Stress, hormonelle Schwankungen, ungewöhnliche Zyklen... natürliche Verhütung ist lange nicht für jeden was. Und natürlich resultieren daraus auch ungewollte Schwangerschaften.

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ohlala! 08.03.2018, 19:26
8. Seltsam, dass sogar Frauen...

die Verantwortung für Verhütung immer nur beim weiblichen Geschlecht sehen!
Wie wäre es denn, wenn wir Männer uns mal etwas intensiver und vor allem kooperativer bei diesem Thema zeigen würden? Ist es tatsächlich so kompliziert, ein Kondom zu benutzen? Dann gingen sehr wahrscheinlich auch die ungewollten Schwangerschaften und damit die Abtreibungen wieder zurück...

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KayYou 08.03.2018, 19:30
9. Kupferspiralen

Wie ist eigentlich die Wirkweise von Kupferspiralen im Körper und wie hoch ist die Allegierate auf Cu?
Auch hier dürfte es Nebenwirkungen geben, auch hier ist eine Risikoabschätzung notwendig.

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