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Versorgungslücken: Psychotherapeuten fordern 4000 neue Praxen
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Bei psychischen Problemen schnell Hilfe erhalten - das klappt in Deutschland oft nicht. Vor allem auf dem Land sind die Wartezeiten lang. Die Psychotherapeuten fordern deshalb mehr Behandlungsplätze.

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gruenertee 02.01.2018, 16:08
1.

War wegen einer psychischen Erkrankung beim Arzt und auch mehrere Wochen krankgeschrieben. Der Arzt hat mir angeboten eine Therapie beim Psychologen zu beantragen. Geschätzte Dauer bis zum ersten Termin: 12-18 Monate. Alternativ hätte ich mich als "akuter Fall" in eine Psychiatrie einweisen lassen können. Nachdem ich mit meinem Arzt über Kosten und Dauer der Therapie gesprochen hatte, hab ich es wieder verworfen, quäle mich zur Arbeit und hoffe, dass es alles von alleine weggeht. Willkommen in Deutschland, wo ich gut und gerne lebe.

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iffelsine 02.01.2018, 16:30
2. Zumindest für die englischsprachigen Patienten gibt es Soforthilfe !

In GB und Irland sitzen Psychotherapeuten, die vie Skype jederzeit online zu erreichen sind. Einschlägige Internetportale weisen den Weg. Allerdings sind 50 bis 75€ je 45 min fällig (Paypal & Co). Die Gespräche können bei Skype bekanntlich per Video oder auch nur als Gespräch geführt werden. Vereinzelt gibt es das auch in Deutschland. Das sollte auch hier schneller ausgebaut werden. Vereinzelte Kassen zahlen das neuerdings auf Anfrage.

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Nordstadtbewohner 02.01.2018, 16:40
3. Eine Frage der Finanzierung

Ich bin sofort dafür, 4000 neue Psychotherapeuten-Praxen zu eröffnen, wenn die Frage der Finanzierung geklärt ist. Um die Gesundheitskosten nicht in die Höhe zu treiben, könnten die neuen Praxen rein privat finanziert werden. Dass heißt, wer dort als Patient Leistungen in Anspruch nimmt, muss diese auch selbst als Privatperson bezahlen.

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genugistgenug 02.01.2018, 16:53
4. Nur 4.000?

Gegenfrage: Woher kommen dann die ganzen (qualifizierten) Therapeuten her?
Die Bundeswehr nimmt schon Soldaten OHNE Hauptschulabschluss, wie wird man "Therapeut"? Reicht es anderen zu sagen, was sie tun sollten/könnten/müssten?

Vor ca. 10 Jahren gab es in der lokalen Zeitung einen Artikel über diesen Notstand - Wartezeit ca. 6-12 Monate (geändert dürfte sich nichts haben). Da hat man sich auch drüber ausgelassen, dass eine Praxis nur zwischen 11/50 und 12/00 erreichbar ist, sonst NUR Ansage, keine Aufzeichnung.
Durch die IT Installationen kamen wir da immer wieder mal in verschiedenste Arztpraxen und fragen uns bis heute, wohin das viele Geld der Versicherten verschwindet (außer in Verwaltung, Vorstandsbezüge, Bürokratie, usw.).

Kommt der Ruf nach neuen Praxen durch die Fernsehsendungen? ZWangsweise musste ich vor einiger Zeit 'mitsehen' weil der andere Patient darauf stand - und dort wurde überall in "Therapie" geschickt, usw. Niemand ging die Probleme durch eigenes Denken an. Spassig war, dass die innerhalb von 1 Woche einen passenden Therapeuten fanden und schon Fortschritte machten. :-))))

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ede-wolff 02.01.2018, 17:07
5. einverstanden!

Zitat von Nordstadtbewohner
Ich bin sofort dafür, 4000 neue Psychotherapeuten-Praxen zu eröffnen, wenn die Frage der Finanzierung geklärt ist. Um die Gesundheitskosten nicht in die Höhe zu treiben, könnten die neuen Praxen rein privat finanziert werden. Dass heißt, wer dort als Patient Leistungen in Anspruch nimmt, muss diese auch selbst als Privatperson bezahlen.
Ich bin sofort dafür, wenn Sie mit gutem Beispiel vorangehen: also die Leistungen zur Behandlung Ihrer nächsten Krankheit ebenfalls rein privat finanzieren, damit die Gesundheitskosten nicht in die Höhe getrieben werden.

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hruprecht 02.01.2018, 17:16
6. Lieber nordstadtbewohner

Lieber nordstadtbewohner,
Sie fordern dass die therapieplaetze alle privat finanziert werden. Dann können sich die meisten betroffenen die therapie nicht leisten und werden nicht therapiert. Die zahlen lieferte uebrigens der bericht: das Krankengeld für krankschreibungen wegen psychischer Probleme ist höher als die Kosten für zusätzliche Therapeuten. Die Krankenkasse spart also wenn sie die therapieplaetze bereit stellt.

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-Jack- 02.01.2018, 17:35
7. 4000 Plätze sind schnell da,

wenn man berücksichtigen würde, dass auch jeder Theologe ein guter Psychologe ist. Und ich kenne keinen Pfarrer, der für das Gespräch Geld verlangt.

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spontanistin 02.01.2018, 18:17
8. Wie wär´s denn mal mit Prophylaxe??

Nach gründlicher Auswertung der Ursachenforschung! Ach nein, das hilft ja nicht bei der Steigerung des Bruttosozialproduktes und dem Wachstum des Gesundheitswesens (Krankheitswesens!).

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xyzliz 02.01.2018, 18:31
9. Für Therapeuten kaum machbar

Nicht nur die Lage für die Patienten ist schwierig. Auch für die Therpeuten in Ausbildung. Man bekommt als Psychologe kaum noch einen Masterplatz, dann noch Therapeutenausbildung, wo man ggf mal 500€/mtl. verdient. Da hat die Politik auf ganzer Linie versagt. Unser Ausbildungsweg dauert ewig, kostet mehr als ein Vermögen und man verdient nichts. Da ist mehr als ein „einfaches“ Handeln erforderlich. Die Umstände müssen logischerweise auch für die Patienten verbessert werden, aber auvh für die Therapeuten selbst. Wenn die Lage der Therapeuten schlecht bleibt, wird sie für die Patienten so oder so nicht besser.

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