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700.000 Anträge: Arbeitgeber beklagen Fachkräftemangel durch frühe Rente
DPA

Den Firmen gehen die Facharbeiter aus, sagen die Arbeitgeber. Der Grund: die Rente mit 63. Offenbar haben sie nicht damit gerechnet, dass so viele Kollegen das Modell nutzen würden.

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latrodectus67 21.04.2017, 11:50
1. simple Lösung

mehr Geld anbieten. Es ist ein Markt und ich bin mir ziemlich sicher dass man in einem neutralen Markt einige der Leute mit mehr Geld überzeugen kann länger zu arbeiten. Wenn die Mehrheit aber sagt "ne, hab die Schnauze voll" dann liegt der Grund dafür vielleicht darin dass das Klima in den Firmen so mies ist, dass die "wichtigen Fachkräfte" nicht warten können endlich raus zu sein. Was zu den Studien bezüglich innerer Kündigung passen würde.
Nebenbei, ich finde es drollig das ifo Institut zu zitieren, waren das nicht die "unfehlbaren Allweisen" die nicht in der Lage waren die Finanzkatastrophe 2007/8, Kostenpunkt für den Staat etwa 200 Milliarden Euro, vorherzusehen? Aber nun "ist alles ganz anders und wir wissen die Wahrheit" ... wie immer ...

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Freidenker10 21.04.2017, 11:51
2. Dann bezahlt endlich bessere Löhne!

Ich kann dieses Fachkräftegejammer der Wirtschaft nicht mehr hören! Dies hat u.a. zu der Flüchtlingskrise geführt, denn da hat die Wirtschaft auch gedacht da kämen jetzt Unmengen an Fachkräften. Bezahlt endlich gute Löhne dann kommen auch wieder gute Leute und so manch einer würde vielleicht sogar länger im Betrieb bleiben! Es nützt nichts nur den Chef mit Geld zuzuschütten, auch die Fachkraft will fair bezahlt werden!

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hemschbäscher 21.04.2017, 11:56
3. Ein Witz

Erst versuchen die großen Konzerne die älteren (und teureren) Arbeitnehmer über Altersteilzeit und Abfindungen loszuwerden und beklagen sich dann über Fachkräftemangel. Man bekommt schon Fachkräfte, wenn man bereit ist einen entsprechenden Facharbeiterlohn zu bezahlen. Der liegt allerdings über dem von Zeitarbeitern und Werkverträglern.

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dreamrohr2 21.04.2017, 11:59
4.

das ist so eine schäbige Forderung. Zum einen bilden die nicht aus, dann wollen die alte Männer in der Produktion, bis sie direkt per "Kiste" aus dem Leben scheiden, ohne Rentenansprüche... das würde denen am besten passen. Die Industrie versagt auf ganzer Linie, die Politik ist als Rockzipfel-Hänger ebenso nur Versager! Und nun fordert die Industrie, dass noch mehr Flüchtlinge aufgenommen werden, damit diese per Billiglohn eingestellt werden kann, dann ist diese obsolete Forderung nach längerer Arbeitszeit eh passé.
Rente mit 63 ist mehr als gerecht!! Hierzu müssten auch die Renten ordentlich angepasst werden und von der Steuer, von Steuer für die Steuer befreit werden.

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joe_spon 21.04.2017, 12:00
5. Nicht bei uns

Wie "gut", dass ich in einem Unternehmen arbeite, das es gar nicht abwarten kann, bis seine Mitarbeiter in Altersteilzeit bzw. Rente gehen!
Die frei werdenden Stellen werden anschließend entweder gar nicht mehr oder mit Werkstudenten besetzt, oder gleich nach Indien verlagert.
Ich rede dabei nicht von "Allerwelts-Jobs", sondern von hoch qualifizierten SW- und HW-Entwicklern ...

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53er 21.04.2017, 12:02
6. Mein Renteneintritt

ist in Sichtweite und ich fühle mich noch fit für weitere Arbeitsjahre, aber mein Arbeitgeber scheint keinen Fachkräftemangel zu kennen. Ein Angebot für eine Zeit der Arbeit darüber hinaus habe ich bis jetzt nicht erhalten und es sollte auch für mich -und nicht nur für meinen Arbeitgeber- attraktiv sein. Ich bin nun bereits 38 Jahre im Unternehmen und dort im mittleren Management tätig, die Arbeit hat -bis jetzt- Spaß gemacht, aber der Trend zur Digitalisierung stresst einem in meinem Alter, und nicht nur in meinem, sehr. Da meine zukünftige Rente im oberen Drittel liegt und ich genügend Eigenkapital und Immobilienbesitz habe, denke ich kaum, dass ich mich noch länger diesem Stress aussetzen werde, wenn mein Arbeitgeber kein Interesse in dieser Richtung zeigt. Er ist am Zug, nicht ich.

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oil-peak-fan 21.04.2017, 12:03
7. Intelligenz?

Das alte Klagelied des BDA. Erst zu wenige ausbilden, dann jammern. Offenbar hat man vor der Rente nicht genügend über die Folgen nachgedacht. Ziemlich dumm. Das passt doch eine der Definitionen von Intelligenz ganz gut, wonach unter I. verstanden wird, die Fähigkeit zu besitzen, aus Erfahrungen zu lernen, Situationen zu analysieren und die Folgen des eigenen Handelns abschätzen zu können. Es gibt m.E. ohnehin keinen wirklichen Mangel an Fachkräften, sondern es mangelt den Personalern und mitunter auch Teilen des Gesetzgebers schlicht an I. Dumm gelaufen.

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ich-geb-auf 21.04.2017, 12:03
8. Nicht der Mangel ist das Problem

Das Problem sind die Personalentscheidungen und Chefs die meinen wenn heute jemand nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und Erfahrung in Rente geht, dass morgen gleich jemand die Stelle antritt und das gleiche Wissen und die Erfahrung hat (am besten noch firmenspezifisch) und diese Person 1:1 ersetzen kann.
(Träumer)
Das sind in diesen Etagen alles BWLer mit viel Theorie, die nicht wissen und wertschätzen, was ein Facharbeiter alles leistet und an Erfahrung und Wissen aufgebaut hat.
Die denken wirklich, dass das jeder kann von heute auf morgen.

Dass man eventuell mal jemanden 2-3 Jahre bevor die Person in Rente geht (so lange braucht man mindestens um dann später selbstständig zu arbeiten) einlernt und parallel fährt ist nicht erwünscht, da man ja dann 2 Leuten das Gehalt bezahlen muss.
Da will man lieber sparen, nur dass man dann am Ende meist mehr Geld drauflegt, weil einiges schief läuft, die Arbeit länger dauert, Arbeitsunfälle sich häufen, Kunden abspringen wegen Unzufriedenheit oder Maschinen länger stillstehen und die Effizienz fehlt, das gibt man dann nicht zu.
Oder man denkt man kann drüber nach die Stelle mit Leiharbeitern zu besetzen (oweh)

Zudem: Gute Facharbeiter wechseln selten den Job (vor allem nicht wenn die neue Firma nur einen befristetem Zeitvertrag anbietet)
nur die schlechten bekommt man leider an jeder Ecke.

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p-touch 21.04.2017, 12:03
9. Seltsam, wenn man sie

deutlich 50 auf eine Stelle bewirbt merkt man nicht davon das man eine wichtige Fachkraft ist. Und das die Leute mit 63 gehen wenn sie dabei keine, oder kam Abstriche an der Rente zu befürchten haben ist doch kein Wunder. Wer 40 Jahre oder länger täglich in der Tretmühle war springt doch bei der ersten Gelegenheit ab, wer weis ob diese Möglichkeit noch lange besteht.

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