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Arbeitgeber-Ranking: Mit dem ersten Job sinken die Erwartungen
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Viele Studenten träumen von einer Karriere bei Daimler - mit hohem Gehalt und guten Aufstiegsmöglichkeiten. Wer schon einige Jahre in der Branche arbeitet, glaubt nicht mehr daran.

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marthaimschnee 04.05.2016, 08:52
1.

Könnte das vielleicht damit zu tun haben, daß man bei den Autoherstellern überhaupt nur noch als Leiharbeiter reinkommt und dort von den üppigen Gehältern und exzessiven Bonuszahlungen zunächst mal genau Nullkommagarnix sieht?

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Sugafoot 04.05.2016, 09:28
2. Voellig falsche Erwartung

"hohe Gehälter, eine gute Work-Life-Balance und spannende Karriereperspektiven" zu erwarten ist voellig falsch, das Erste schliesst naemlich automatisch das Zweite aus.

Es bewerben sich jedes Jahr sehr viele Berufsanfaenger bei Audi, BMW und Daimler und diese Unternehmen haben noch eine beachtliche Stammmannschaft. Wie koennen die jungen Berufsanfaenger erwarten, dass sie sofort die Karrierleiter raufklettern? Da stehen bereits etliche Andere drauf mit dem genau gleichen Ziel und versperren den Weg.

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visitor_2007 04.05.2016, 09:34
3. Stellen für Ingenieure..

Ich habe im Rahmen einer 2-semestrigen BWL-Veranstaltung während meines Studiums der Nachrichtentechnik über längere Zeit die Stellenanzeigen aus überregionalen Tageszeitungen ausgewertet und war überrascht von der Vielfalt des angebotenen Spektrums. Mein damaliger Favorit war eine Vakanz beim Alfred-Wegener-Institut auf dem Forschungsschiff "Polarstern" - scheiterte an fehlenden VAX/VMS-Kenntnissen.

Niemals - wirklich niemals - erschien mir die Automobilindustrie als interessanter Arbeitgeber.

Mein erster Job war dann Spacecraft-Controller bei der europäischen Raumfahrt-Agentur...

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dipl.inge83 04.05.2016, 09:35
4.

Immerhin klagen hier schon die Privilegierten, die es irgendwie zur Festanstellung gebracht haben. Und selbst dort ist es ernüchternd zu sehen wie unwichtig der Einzelne ist. Stupide Abläufe, unendliche Besprechungen ohne Ergebnis. Das Gegenteil dessen, was von klein auf propagiert wird, nämlich das eine gute Bildung und Fleiß automatisch glückselig machen, viel Geld bei wenig Verantwortung. Zumindest bleibt noch der abschätzige Blick auf das Heer der Leiharbeitssklaven ohne Lebenszeitkonto und die anderen Gimmicks.

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Astir01 04.05.2016, 09:37
5. Das auch.

Zitat von marthaimschnee
Könnte das vielleicht damit zu tun haben, daß man bei den Autoherstellern überhaupt nur noch als Leiharbeiter reinkommt und dort von den üppigen Gehältern und exzessiven Bonuszahlungen zunächst mal genau Nullkommagarnix sieht?
Ein anderer Teil der Illusionen, die sich Studenten noch machen, die man jedoch schon nach wenigen Wochen verliert, sind folgende:
- Innovation findet nicht bei den Autobauern selbst statt. Sie hassen sie geradezu, weil sie teuer, unsicher und oft nutzlos sind. Für gewöhnlich lassen sie sich nur durch Druck von außen zu Neuerungen zwingen. Wer an Innovationen arbeiten möchte, muss zu den Zulieferern.

- Karriere können nicht alle machen. Sonst gäbe es nur noch Chefs. Es sind auch nicht alle geeignet, die befördert werden und nicht alle zur Beförderung geeignet. Daher ist der erste Karriereschritt oft schon der letzte. (Peters Principle)

=> Im Idealfall bedeutet Führung voranzugehen und den Weg weisen. Meist läuft es jedoch nur darauf hinaus, dass einem jemand sagt, wie, wo und bis wann man welche Arbeit zu machen hat. In manchen Fällen sind selbst diese Anweisungen lücken- bzw. fehlerhaft oder nicht zielführend. Selbständigkeit wird aber oft auch nicht gewünscht. Hinzu kommt noch, dass Bayern und, ganz besonders, Schwaben, gelinde gesagt, .... ö.
Wer solche Vorgesetzten hat, braucht keine Schwiegermutter mehr.

- Die Bezahlung für Techniker ist allgemein gering, in den letzten 30 Jahren tendenziell sogar gesunken, und für einen Alleinstehenden bleibt nach Steuer, Abgaben und Miete gerade an Wohnorten wie M, IN und S kaum genug zum Leben. Es kann durchaus länger dauern als das Hochschulstudium selbst, bis man das wieder drin hat, was man dafür investieren musste.

- Work/ life- balance ... Wer redet denn von so was? Als Yuppi muss man froh sein, wenn man am Wochenende die Hemden gebügelt bekommt, und unter der Woche wenigstens im Schnitt auf Stunden Schlaf/ Tag.

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kackfass 04.05.2016, 09:41
6.

Ich behaupte mal steil, dass einen die Ernüchterung nach dem Berufseinstieg in jeder Branche recht schnell ereilt. Die Automobilbranche ist da nur ein prominentes Beispiel. Ich kann inzwischen sowieso nicht mehr verstehen, warum viele Absolventen glauben, ihr Heil im Großkonzern finden zu müssen. Halbwegs sicher sind dort eh nur der Arbeitsplatz selbst und geregelte Arbeitszeiten (your mileage may vary). Jeder der seine Ambitionen noch nicht hat fahren lassen, sollte sich recht bald überlegen, welche Opfer er für seine Karriere bringen möchte und ob er sich das Theater wirklich antun möchte.

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fx33 04.05.2016, 09:44
7. Nur von innen...

Nur von innen sieht das Hamsterrad wie eine Karriereleiter aus.
Gute Work-Life-Balance geht nicht mit Karriere zusammen, denn es werden immer nur die befördert, die sich leichter ausdrücken lassen. Denn diese werden dann genau die Attitüde auch von ihren zukünftigen Untergebenen fordern. Eine perfide Art, sich nach aussen perfekt darzustellen und innen Druck auf dem Kessel zu halten. Deshalb auch die Desillusionierung nach dem Berufseinstieg.

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kalim.karemi 04.05.2016, 09:59
8. was für eine Erkenntnis

große Unternehmen funktionieren wie Behörden, für etwas mehr Gehalt. Der Frust kommt dort eher, als im etablierten Mittelstand, den ich in jedem Fall vorziehen würde. Egal, irgendwann stellt fast jeder die Sinnlosigkeit seiner Existenz im Hamsterrad fest und sehnt sich zurück in die gute alte Studienzeit oder überlegt sich, das Förster der schönere Beruf gewesen wäre.

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lavama 04.05.2016, 10:08
9.

Zitat von marthaimschnee
Könnte das vielleicht damit zu tun haben, daß man bei den Autoherstellern überhaupt nur noch als Leiharbeiter reinkommt und dort von den üppigen Gehältern und exzessiven Bonuszahlungen zunächst mal genau Nullkommagarnix sieht?
Am Thema ganz knapp vorbei! Es geht hier nicht um den schnöden Arbeiter am Band, im Lager oder sonstwo - sondern um den Möchtegernvorstandsvorsitzenden/Technischen Leiter/Verkaufleiter/o.ä. von morgen. Da werden zwar auch sehr gerne Zeitkräfte, aber eher weniger Leihkräfte für eingesetzt!

Das die meisten neuen in den mittleren Etagen erstmal Klinken putzen müssen und das nicht selten zu einfachen Konditionen. Wer nicht irgendwie protegiert wird oder exorbitante Fähigkeiten besitzt, muss sich halt mühsam hocharbeiten, bleibt irgendwo im nirgendwo hängen oder geht/muss gehen/wird gegangen.

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