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Arbeitsvertrag: Was darf nicht, was muss drinstehen?
DPA

Alles, was für einen neuen Job wirklich wichtig ist, wird meist per Arbeitsvertrag geregelt: die Rechte und Pflichten, Arbeitszeit, Bezahlung und Urlaub. Der Teufel steckt im Detail - nicht jede Vereinbarung ist erlaubt.

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the great sparky 17.12.2015, 11:37
1. ebenso sollten arbeitgeber auf einen schriftlichen vertrag bestehen

in einer welt, in der heutzutage die befristete beschäftigung von personal mehr und mehr genutzt wird, sollte die monatsfrist des nachweisgesetzes für den arbeitgeber eher von nachrangiger bedeutung sein. bei befristeten arbeitsverträgen empfiehlt sich das von beiden seiten unterschriebene papier dem arbeitnehmer vor arbeitsaufnahme am ersten arbeitstag ausgehändigt zu haben.

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weißnix101 17.12.2015, 11:52
2. Schriftform???

Gesetz über den Nachweis der für ein Arbeitsverhältnis geltenden wesentlichen Bedingungen

Ist das schon überholt / außer Kraft gesetzt?

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the great sparky 17.12.2015, 12:03
3.

Zitat von weißnix101
Gesetz über den Nachweis der für ein Arbeitsverhältnis geltenden wesentlichen Bedingungen Ist das schon überholt / außer Kraft gesetzt?
letzteres nö, geändert werden gesetze jedoch schon ab und zu.

link: http://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/BJNR094610995.html

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Amadablam 17.12.2015, 12:35
4. Irreführende Überschrift

Nicht der Arbeitsvertrag ist ggf. ungültig, sondern allenfalls gewisse Klauseln desselben.

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brooklyner 17.12.2015, 13:08
5.

Zitat von Amadablam
Nicht der Arbeitsvertrag ist ggf. ungültig, sondern allenfalls gewisse Klauseln desselben.
Steht im Text. Nicht nur die Überschrift lesen.

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taste-of-ink 17.12.2015, 17:17
6.

Zitat von the great sparky
bei befristeten arbeitsverträgen empfiehlt sich das von beiden seiten unterschriebene papier dem arbeitnehmer vor arbeitsaufnahme am ersten arbeitstag ausgehändigt zu haben.
Es ist sogar zwingend so, dass die Befristung der Schriftform bedarf, also die Unterschriften der Parteien tragen muss (§ 14 Abs. 4 TzBfG), denn andernfalls ist die Befristung unwirksam und es besteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis (§ 16 TzBfG). Wird das Arbeitsverhältnis aufgenommen, bevor das Dokument von beiden Seiten unterzeichnet wurde, kann dies schon zum Bestehen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses führen. Einem Arbeitnehmer könnte man deshalb unter Umständen sogar raten, in diesem Fall vor Aufnahme der Tätigkeit nicht auf ein schriftliches Dokument zu beharren, um so einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu erhalten. Treuwidrig wäre das ganze sicherlich nur im Extremfall, wenn z.B. der Arbeitnehmer die Unterschrift unter dem Vertrag hinauszögert bis zu einem Zeitpunkt nach erfolgter Arbeitsaufnahme.

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d.nix 17.12.2015, 19:14
7. Die wichtigste Information ist sachlich falsch!

Und schon wieder eindeutig zum Vorteil von Arbeitgebern.

In Deutschland gibt es für Arbeitsverträge keine Wahlfreiheit. Laut Nachweisgesetz §2 Abs.1 ist die Schriftform PFLICHT mit Frist von einem Monat. Die "Vertragsfreiheit" bezieht sich auf die Inhalte - soweit sie nicht bereits gesetzlich geregelt sind (Subsidiaritätsprinzip).

http://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/BJNR094610995.html

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wauz 18.12.2015, 23:29
8. Schadensersatz bei Ungültigkeit

Die bloße Ungültigkeit eines Arbeitsvertrages führt nicht dazu, die Arbeitgeberseite leistungsfrei zu stellen. Es ist zum Beispiel möglich, einen Arbeitsvertrag wegen Täuschung anzufechten, anstelle einer Kündigung in der Probezeit. Dann ist der Vertrag aufgehoben, aber der Arbeitgeber für die geleistete Arbeitszeit und für die Zeit der Kündigungsfrist seinerseits zur Lohnzahlung verpflichtet. Wenn der vereinbarte Lohn sittenwidrig zu niedrig war, kann ein Gericht auch einen höheren Betrag als Schadensersatz festsetzen. desgleichen kann der Geschädigte (Arbeitnehmer) auch sonstige Kosten geltend machen, die ihm durch den Vertragsabschluss entstanden sind. Wer mit einem neuen Job ganz und gar unzufrieden ist, sollte die Möglichkeit der Anfechtung des gesamten Vertrages zumindest prüfen.

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nuramnoergeln 18.12.2015, 06:59
9. bitte genau lesen

Im Gesetzestext steht nur eine Niederschrift ist auszuhändigen mit definiertem Inhalt "§2.1 Nachweispflicht" und dieses erst einen Monat nach Aufnahme der Tätigkeit. Auch sollen die wesentlichen Punkte des Arbeitsvertrages aufgezeichnet werden. Somit kann der mündlich geschlossene Vertrag noch mehr beinhalten. Ein Vertrag kommt durch zwei gleich lautende Willenserklärungen zustande - "Willste Arbeiten-Ja" Arbeitsvertrag ist zustande gekommen.
Nicht umsonst steht in §2.4 extra drin auf eine Niederschrift ist zu verzichten, wenn ein schriftlicher Arbeitsvertrag ausgehändigt wurde.

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