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Arbeitszeit: Wann Angestellte eine Pause nehmen müssen
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Wer arbeitet, braucht Pausen - die sind gesetzlich festgelegt. Dadurch ist nicht nur geregelt, wann der Chef seine Mitarbeiter in Ruhe lassen muss. Sondern auch, wann Angestellte eine Pause nehmen müssen.

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johanneswendsche 08.11.2018, 09:01
1. Pausenausfall vorbeugen

Ein wichtiger Beitrag der Autorin. Allerdings zeigen aktuelle Studien mit deutschen Erwerbstätigen, dass die gesetzlichen Ruhepausen bei jedem 3. bis 4. Beschäftigten regelmässig ausfallen, vor allem aufgrund hoher Arbeitsbelastungen wie Zeit- und Leistungsdruck und hohen emotionalen Anforderungen. Infolge haben solche Beschäftigte eine höheres Risiko für berichtete körperliche und mentale Beschwerden und sogar Arbeitsunfälle. Daher: Arbeit muss (Ruhe-)Pausen auch tatsächlich zulassen!
(Wendsche, J. & Lohmann-Haislah, A., 2018. Arbeitspausen gesundheits- und leistungsförderlich gestalten. Göttingen: Hogrefe)

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K. Larname 08.11.2018, 10:06
2.

Ohne die Notwendigkeit gesetzlicher Pausenregelungen oder die Gefahr von Ausbeutung seitens Arbeitgebern infrage stellen zu wollen, gibt es auch andere Szenarien:
Ich beispielsweise würde gern nur 30min Mittagspause machen, was mir am Ende des Arbeitstages eine halbe Stunde mehr brächte für die abendliche Kurzbetreuung meiner dementen Mutter und meinen anschließenden "echten" Feierabend.
Da die gesetzliche Regelung das hergeben würde, ist das natürlich nur ein Problem der Regelungen meines Arbeitgebers, den ich diesbzgl. auch mal ansprechen will.

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Kanalysiert 08.11.2018, 10:18
3. Reicht nicht!

Von 30 lächerlich kurzen Minuten muss man noch 5-10 mins pro Weg zum Pausenort abziehen. Da bleiben meist nur hektische 10-15 mins, die man dann “Pause” nennen soll.

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sven2016 08.11.2018, 10:31
4. Gesetzliche Regelung und betrieblicher Alltag

Das hat seinen Grund, auch wenn man ohne Pause gerne mal früher gehen würde. Geht aber leider(?) nicht.

Bei Intensiven zeitkritischen Arbeiten am Rechner ist das eh oft illusorisch. Da wird durchgearbeitet und die Pause ist fiktiv.

Machen wir uns da doch nichts vor.

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krypton8310 08.11.2018, 10:58
5. Reicht schon!

Zitat von Kanalysiert
Von 30 lächerlich kurzen Minuten muss man noch 5-10 mins pro Weg zum Pausenort abziehen. Da bleiben meist nur hektische 10-15 mins, die man dann “Pause” nennen soll.
Das hängt natürlich von den örtlichen Gegebenheiten ab. Bei meinem ersten AG habe ich 1,5 Minuten zum Pausenort benötigt, beim zweiten AG 15 Sekunden und beim derzeitigen 10 Sekunden. Man sollte nicht immer von sich auf alle anderen schließen.

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dasfred 08.11.2018, 11:59
6. Ruhebedürfnisse unterscheiden sich

Ich hatte mal einige Monate die Möglichkeit, in Absprache mit den Kollegen, von zwölf bis sechzehn Uhr Mittagspause zu machen. Also Einkauf, Kochen, Essen und noch eine Stunde Schlaf. Dann wieder vier Stunden erfrischt arbeiten und anschließend ins Nachtleben. Leider wurde daraus durch Personalmangel dann eine Arbeitszeit von acht bis zwanzig Uhr mit kurzer Snack Pause gegen Mittag. Das Geld für die Überstunden konnte aber die fehlende Erholung auf Dauer nicht ausgleichen. Ich kann jedem nur raten, auf das eigene Ruhebedürfniss zu achten und sich regelmäßig einen Ausgleich zu schaffen.

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winfield06 08.11.2018, 12:08
7. was nutzt

es, wenn einem z. B. 60 Minuten Pause zustehen, man aber dann in einem Bereich arbeitet, bei dem der Verdienst provisionsabhängig geregelt ist?
Erholung hin oder her, Hunger und Durst auch, man verkneift sich eher die Pause bevor ein Kollege den Umsatz generiert, den man sonst ggf. selbst gehabt hätte.

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mensch13 08.11.2018, 12:19
8. Pausenlos in die Ausbeutung

Wenn man meint, keine Pause machen zu können, weil die Arbeit oder man selber so wichtig ist, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn irgendwann Körper und Geist rebellieren. Wenn es allerdings in Pflegeberufen den Beschäftigten nicht möglich ist, eine richtige Pause zu machen, weil man sonst mit den Abläufen nicht fertig wird in der Schicht, dann gehört der Arbeitgeber verklagt. Jeder Arbeitgeber muss gewährleisten, dass eine Pause möglich ist und genommen wird, andernfalls verletzt er seine Fürsorgepflicht. Die Realität sieht oft anders aus. Keine Pause zu machen, ist Ausbeutung - manchmal Fremdausbeutung, manchmal Eigenausbeutung.

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storchentante 08.11.2018, 12:37
9. welche Pause?

Wir arbeiten zu zweit im Kreißsaal, mit evtl. noch einer Auszubildenden. Es ist nicht möglich den Kreißsaalbereich zu verlassen, weil die Kollegin vielleicht zu einer schnellen Sectio in den Op muß. Dann wäre die Station allein. Da gibt es kein "übernimm mal für 30 min. die gesamte Station mit vielleicht 4 belegten Geburtsräumen allein". Für uns gilt als Pause oft schon, wenn man im Dienstzimmer bei der Dokumentation mal getrunken hat und ins Brötchen gebissen hat. Wir sind ja schon froh wenn wir uns nicht vierteilen müssen um bei allen Frauen mit Wehen mal gewesen zu sein. wir haben rund 1800 Geburten jährlich und arbeiten im Schichtsystem 2/2/2. D.h. es sollten immer 2 examinierte Hebammen da sein. Wir würden gerne 3/3/3 arbeiten, dann könnte eine zur Pause auch mal den Kreißsaal verlassen. Oder jede Frau bekäme eine kontinuierliche Betreuung. Dafür gibt es aber zuwenig Personal. Weil ja jede auch mal ihren freien Tag hat. Oder krank wird und wir die dann entstandenen Löcher mit Überstunden, die wir eigentlich nicht machen dürfen stopfen müssen.

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