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Auswahl per Videochat: Was Sie bei Bewerbungsgesprächen über Skype beachten müssen
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Viele Firmen interviewen Bewerber per Skype, um Reisekosten zu sparen. Doch die Methode ist problematisch, nicht nur wegen des Datenschutzes. Was erlaubt ist - und was nicht.

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rumpel84 24.08.2017, 08:04
1.

Wer will denn bei einer Firma anfangen, die schon zu geizig ist ein Vorstellungsgespräch zu führen?
Da weiß man direkt, worauf man sich einstellen kann.

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Fakler 24.08.2017, 08:17
2. Datenschutz ...

Ist doch klar dass bei einer Bewerbung alles interpretiert werden kann, Mimik Gestik etc. Da kann ein Irrtum sowohl zu meinen Gunsten als auch Ungunsten ausfallen. Auf jeden Fall hab ich mir das hinfahren zum Arbeitgeber erspart.

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Thyphon 24.08.2017, 08:37
3. Warum gibt es eigentlich kein staatliches Angebot?

Würde es nicht Sinn machen, genau für solche Zwecke eine quasi öffentlich-rechtliches Alternative zu Skype und Co. zu schaffen? Das wäre gut für die Wirtschaft, gut für die Bürger und die GEZ-Steuer wäre endlich mal wirklich gut angelegt...

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maphry 24.08.2017, 10:27
4. Skype ionterviews sind eher die Regel

Wer internationale Bewerbungsgespräche führt sieht das Skypeinterviews die Regel sind. Man kann sich ja auch nicht für jedes Bewerbungsgespräch Urlaub nehmen oder gar den bisherigen Arbeitgeber wissen lassen, dass man sich gerade woanders bewirbt. Ja, dabei ist Skype das Standardverfahren, weil es einfach erhältlich ist. Natürlich sind persönliche Gespräche für beide Seiten meist besser, aber es gibt auch Menschen die mit Online-Verfahren besser klar kommen. Und was deutsche Gesetze in so meinem Fall sagen ist bei internationalen Geschichten eh etwas schwierig, man muss aufpassen das man mit bestimmten regeln nicht letztendlich nur dafür sorgt, dass nur Leute die schon hier leben einen Job bekommen können, denn das wäre für das Unternehmen auf lange Sicht sehr schädlich.

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friedrichgadow 24.08.2017, 10:57
5. Sehr national betrachtet

Hat mal jemand drüber nachgedacht, dass wir in einem zunehmend globalisierten Umfeld leben? Wie sonst soll jemand, der/die im Ausland lebt zurück nach Deutschland kommen? Mal eben für zwei, drei, vier Interviews einfliegen? Oder dass im (europäischen!) Ausland Anreisen traditionell nicht erstattet werden?
Ach ja, als Pointe am Rande: derjenige, der die Metadaten gerne und eifrig sammeln will ist Vater Staat. Klar so weit?

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Sibylle1969 24.08.2017, 11:06
6.

Üblich ist es, vor einem persönlichen Interview den Kandidaten per Telefon oder Skype-Videokonferenz vorab zu prüfen. Das ist ziemlich häufig. Ein persönliches Interview kommt danach eigentlich immer, wenn der Kandidat im Telefon- oder Skype-Interview für tauglich befunden wurde. Es dürfte nur in Ausnahmefällen, wenn eine Anreise nicht so ohne weiteres möglich ist, auf ein persönliches Interview verzichtet werden.

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petzval 24.08.2017, 11:18
7. Videointerviews

Ich wurde mehrfach zu solchen Videointerviews eingeladen und habe abgelehnt, ohne deshalb aus dem Bewerbungsverfahren zu fallen. Ich möchte meine Gesprächspartner persönlich treffen, schließlich waren es Vorgesetzte und Mitarbeiter. Grundsätzlich bin ich auch misstrauisch, was mit den Videos geschieht. Ob sie aufgezeichnet werden oder nicht, kann ich nicht kontrollieren. Schon der Gedanke ist mir unangenehm, dass im Nachbarraum jemand mitschaut und z.B. mein Makeup kommentiert. Fahrtkosten waren kein Argument, schließlich hätte ich eine Anfahrt von weniger als 30km gehabt. Insgesamt bleibt ein merkwürdiger Eindruck von sochen Arbeitgebern zurück, die ihre Bewerber nicht persönlich kennenlernen möchten. Ich finde es unsympathisch. Im übrigen ging es bei meinen Bewerbungen nicht um Jobs, bei denen Präsenz vor einer Kamera relevant wäre.

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Pless1 24.08.2017, 11:51
8.

Zitat von
Die "persönliche Teilnahme", auf die das Stuttgarter Regierungspräsidium beharrt, dürfte vielen Firmen schlicht zu teuer sein, besonders wenn sich Kandidaten aus anderen Städten oder Ländern bewerben. Denn Arbeitgeber sind verpflichtet, die Reisekosten zu erstatten.
Anders ausgedrückt: Ihre Mitarbeiter sind vielen Firmen nichts wert.

Ganz ehrlich: wieviel wird allgemein für Reisespesen verschwendet, wieviel teuer bezahlte Arbeitszeit dabei vergeudet! Aber bei der Bewerberauswahl wird gespart, bei der wichtigsten Ressource überhaupt? Das ist nicht wirklich sinnvoll. Natürlich gibt es Ausnahmen, wo ein Erstkontakt per Skype sinnvoll ist, wie das Beispiel der Lehrerin in Malaysia zeigt. Das ist aber nicht die Regel, und wenn man dann hohes gegenseitiges Interesse zeigt - also der Kandidat erster Wahl ist - dann sollte ein persönliches Gespräch noch vor Vertragsabschluss folgen, in beiderseitigem Interesse.

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kernspalter 24.08.2017, 11:58
9.

Zitat von petzval
Ich wurde mehrfach zu solchen Videointerviews eingeladen und habe abgelehnt, ohne deshalb aus dem Bewerbungsverfahren zu fallen. Ich möchte meine Gesprächspartner persönlich treffen, schließlich waren es Vorgesetzte und Mitarbeiter. Grundsätzlich bin ich auch misstrauisch, was mit den Videos geschieht. Ob sie aufgezeichnet werden oder nicht, kann ich nicht kontrollieren. Schon der Gedanke ist mir unangenehm, dass im Nachbarraum jemand mitschaut und z.B. mein Makeup kommentiert. Fahrtkosten waren kein Argument, schließlich hätte ich eine Anfahrt von weniger als 30km gehabt. Insgesamt bleibt ein merkwürdiger Eindruck von sochen Arbeitgebern zurück, die ihre Bewerber nicht persönlich kennenlernen möchten. Ich finde es unsympathisch. Im übrigen ging es bei meinen Bewerbungen nicht um Jobs, bei denen Präsenz vor einer Kamera relevant wäre.
Sie gehen an das Problem sehr ich-fokussiert heran. Das dürfen Sie natürlich, aber die Gegenseite, also der potentielle Arbeitgeber macht das möglicherweise genauso.

Mein letzter beruflicher Kontakt gestern abend mit einem Team von Leuten bestand aus Mitarbeiterinnen aus Saudi-Arabien, Italien und Deutschland (D-A-CH, nach Name und Sprache, keine genauere Einschränkung). Nun ist der Deutsche vielleicht sogar aus der gleichen Stadt wie der Arbeitgeber. Wäre es sinnvoll und fair, wenn ihm vor seiner Einstellung Sonderrechte gewährt würden, oder sollten die Bewerbungsverfahren alle möglichst formal gleich verlaufen? Die haben vor Einstellung alle ein Video-Interview mitgemacht.

Wenn jemand schon als Bewerber aufgrund eigener Befindlichkeiten Sonderwünsche hat ist das aus meiner Perspektive als Vorgesetzter erstmal ein Nachteil.

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