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Coaching für Sensible: Raus aus der Kellner-Falle!
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Feinfühlige Menschen dienen oft anderen statt sich selbst. Und am Ende sind alle unglücklich, beobachtet Karrierecoach Martin Wehrle. Deshalb: im eigenen Leben lieber Koch als Kellner!

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pille68 02.05.2017, 06:45
1. Herr Wehrle erklärt die Welt..

Sorry, aber das ist das Platteste was ich seit langem zum Thema gelesen habe. Ich brauche mich nur selbst zu akzeptieren und schon bin ich immun gegen alle Kritik. Sorry Herr Wehrle, aber so einfach funktioniert das nicht mit dem Menschen.

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jujo 02.05.2017, 07:43
2. ....

Hilfreich ist die schnellstmögliche Abnabelung von den Eltern um ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben zu führen. Das birgt aber auch die Gefahr das man eigenverantwortlich (!) ist, anderen, den Eltern, dann Vorwürfe zu machen geht dann nicht mehr.
Im Übrigen muss man ja nicht automatischen den "aufrechten Gang" aufgeben wenn man mal den Kellner macht, ein klein wenig berechnender Opportunismus kann auch schon mal hilfreich sein.

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winterwoods 02.05.2017, 07:58
3. Auf den Punkt getroffen!

"Sorry, aber das ist das Platteste was ich seit langem zum Thema gelesen habe. Ich brauche mich nur selbst zu akzeptieren und schon bin ich immun gegen alle Kritik." - Sie überziehen den Ratschlag des Autors hinein in ein Extrem. Der Autor behauptet nicht, dass damit sämtliche Kritik verpufft, die wir jemals empfangen werden, oder dass damit Welt und Menschheit gerettet werden. Sondern schlichtweg: Das Gefühl des Angegriffenseins liegt in einem selbst. Eliminiert man dies, verpufft die Wirkung, die der gehässig Kritisierende oft auslösen möchte. Das ist Fakt und der Artikel trifft es auf den Punkt. Ebenfalls sehr gut beschrieben: Der Unterschied zwischen Selbstaufopferung und richtiger Selbstaufopferung - letztere nämlich geschieht immer von echtem Herzen, aus wahrer eigener Überzeugung und ohne Erwartungen. Nur wenn diese Kriterien erfüllt sind, sollte man "opfern".

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unaufgeregter 02.05.2017, 08:11
4. Eigenverantwortung

Bin mit 18 ausgezogen in die eigene Wohnung und habe es nie bereut. Ich war immer Koch und diverse Vorwürfe, ich sei egoistisch, habe ich ignoriert. Letztlich ist niemand auf der Welt um die Ansprüche anderer Leute zu erfüllen.
Heute sehe ich in meiner Verwandtschaft viele junge Menschen zwischen 20 und 30 die noch wegen jedem Kleinkram bei Mama oder Papa nachfragen. Die fühlen sich in der Regel noch irgendwie verantwortlich für die "Kleinen". Ob das gut für deren Zukunft ist?

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kfp 02.05.2017, 08:43
5. nicht ganz

In manchen Fällen mag das zutreffen, dass man sich besonders getroffen fühlt, wenn man sich insgeheim "ertappt" sieht. Wenn ich aber daran denke, wann mich selbst Vorwürfe am schwersten getroffen haben, war das nicht in solchen Fällen, sondern wenn ich "unbesehen" nach Vorurteilen be-/verurteilt wurde. Oft nachdem ich monatelang Arbeit und Ideen in mein Projekt gesteckt hatte und dabei auch nicht vernachlässigt hatte,dass meine Handschrift den Beteiligten bekannt war. Wenn man dann aber alles in einem Kommentar nach den absolut unzutreffendsten Stereotypen beiseite gewischt sieht, trifft das von der übelsten Seite. Vermutlich, weil hier alle Möglichkeiten zum Widerspruch bzw. Beweis des Gegenteils zwecklos sind, weil man erkennen muss, dass das. Gegenüber auf dem Auge sowieso blind ist und nichts abweichend von seinen Vorurteilen Chancen hat, zu ihm durchzudringen.

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syracusa 02.05.2017, 10:10
6.

Zitat von pille68
Sorry, aber das ist das Platteste was ich seit langem zum Thema gelesen habe. Ich brauche mich nur selbst zu akzeptieren und schon bin ich immun gegen alle Kritik. Sorry Herr Wehrle, aber so einfach funktioniert das nicht mit dem Menschen.
Doch, so vermeintlich einfach funktioniert das mit dem Menschen. Ihr Problem ist, dass Sie nicht verstehen, dass es extrem schwer bis nahezu unmöglich ist, sich selbst zu akzeptieren, wenn man sein Leben lang auf's Gegenteil konditioniert worden ist.

Aber Sie haben recht: es ist eine Plattitüde, dass man sich durch Selbstakzeptanz gegen unberechtigte Kritik immunisieren kann. Das Geheimnis liegt eben darin, wie man lernen kann, sich selbst zu akzeptieren, und das dann bitte auch noch, ohne sich auch gleich gegen berechtigte Kritik zu immunisieren.

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Ed Roxter 02.05.2017, 11:05
7.

Zitat von syracusa
Doch, so vermeintlich einfach funktioniert das mit dem Menschen. Ihr Problem ist, dass Sie nicht verstehen, dass es extrem schwer bis nahezu unmöglich ist, sich selbst zu akzeptieren, wenn man sein Leben lang auf's Gegenteil konditioniert worden ist. Aber Sie haben recht: es ist eine Plattitüde, dass man sich durch Selbstakzeptanz gegen unberechtigte Kritik immunisieren kann. Das Geheimnis liegt eben darin, wie man lernen kann, sich selbst zu akzeptieren, und das dann bitte auch noch, ohne sich auch gleich gegen berechtigte Kritik zu immunisieren.
Exakt. Was der Autor im Artikel beschreibt, ist im Kern auch der Stand der psychologischen Erkenntnisse und mithin auch das, was Therapeuten ihren Patienten beibringen. Natürlich geht das "nicht mal so eben", und jemandem, dem sein Leben lang (zumindest in der von den Eltern abhängigen Phase) eingetrichtert worden ist, unzulänglich zu sein, wird es schwer fallen, mit 60 Minuten Introspektion pro Woche diese Muster abzulegen. Aber es ist ein Anfang. Und wenn das nicht klappt, dann gibt es ja immer noch viele Möglichkeiten - Beratungsstellen, Psychotherapie etc. Die muss man nicht erst in Anspruch nehmen, wenn man "krank" ist. Am besten ist, man macht das schon früher - bevor man aufgrund der Missachtung der eigenen Bedürfnisse so ausgelaugt ist, dass man tatsächlich gar nichts mehr kann.

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sponcon 02.05.2017, 12:21
8. Ob Koch oder Kellner

Lieber bin ich Kellner. Dann kann ich den Koch so richtig maß nehmen. Der Kellner ist das Bindeglied zwischen Küche und Gast. Und wenn die Küche Sche...e baut, soll sie es auch ausbaden.
Trifft auch auf andere Lebensbereiche zu.

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murksdoc 02.05.2017, 12:41
9. Einspruch

Die Tochter, die BWL studiert, weil sie diesen Wunsch der Eltern "spürt" und sich hinterher bei diesen beschwert, "sie haben ihr Leben verpfuscht" ist ein schönes Beispiel dafür, wozu diese Verhaltensstrategie noch dienen kann: sie hat eine Schutzfunktion. Zunächsteinmal war es ganz allein ihre Entscheidung. Ihre Eltern können nicht wissen, was sie meint, "zu spüren", wenn sie es nicht kommuniziert und es gegebenenfalls deshalb auch nicht beheben. Der spätere Vorwurf ist der bequeme Versuch, anderen die Verantwortung für die Konsequenzen eigener Entscheidungen zuzuschieben. Das heisst: Gehorsam schützt vor Veranwortung und das darf er auch. Nicht jeder ist zum Entscheider geboren und die, die es sind, entscheiden sowieso selbst. Diese Selbstentscheider können auch unter Kellnern, Köchen und Personen zu finden sein, die ihre Schwiegermütter pflegen. Es gibt nämlich Menschen, denen das Spass mach. Die haben das dann so entschieden. Niemand hat das Recht, diese Entscheidungen als "Schwächen" abzutun. Was einem Menschen Spass macht, entscheidet er nämlich selbst.

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