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Ein Scheidungsanwalt erzählt: Der Rosenkrieger
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Streit, Tränen, Drohbriefe: Bei vielen Trennungen eskaliert die Auseinandersetzung. Im Jobprotokoll berichtet ein Scheidungsanwalt von seiner 70-Stunden-Woche - und von schmutzigen Unterhosen in der Post.

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qwer987 09.02.2019, 17:05
1. Es ist doch immer das gleiche

Wieso man nur ohne Vertrag heiratet, ich kann es einfach nicht verstehen.
Wer bekommt das Haus, wer den Küchentisch, finazieller Ausgleich für Kinderbetreuung, Sorgerechtsangelegenheiten etc. Den ganze Trennungsfall kann man wirklich einfach vertraglich regeln, jeder Notar macht das (wichtig zu wissen, Notare sind in jedem Fall zur Neutralität verpflichtet, Rechtsanwälte nicht unbedingt). Die beste Gelegenheit den worst case in Ruhe und mittels einer fairen Lösung zu regeln ist, bevor er eintritt.
Hier gibt es einen ganz einfachen Grundsatz, besser ich habe einen Vertrag zum Trennungsfall und brauche ihn nicht als umgekehrt. Denn was dabei so alles rauskommt... naja, jeder kennt diese Horrorstories, sei es nun aus dem eigenen Bekanntenkreis oder aus der Zeitung.
Ist man noch auf einer Linie, findet man eigentlich immer gemeinsam eine für alle akzeptable Regelung für diesen Fall, mit der auch beide einverstanden sind, denn tritt derTrennungsfall erst ein, ist es wie im Artikel beschrieben eine hochemotionale Angelegenheit bei der nicht mehr jeder zu einer ordentlichen Lösung willens oder in der Lage ist.
Und dann passiert genau das was nicht passieren sollte, man verliert -dann auch gemeinschaftlich- die Entscheidungshoheit über das eigene Leben, dann ist man nämlich auf Gedeih und Verderb irgend einem Richter ausgeliefert. Herzlichen Glückwunsch...
Und bevor irgendein fremder Amtsrichter nach "billigem ermessen" über mein Leben entscheidet, regel ich meine Angelegenheiten doch lieber selbst.

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anna.kronismus 09.02.2019, 17:30
2. Ja mei .. Sch... auch.

Ich (m) hab nen Sohn mit einem extrem-Junkie ( nicht verheiratet ). 2 Wochen Gift , 1 Woche Entzug , eine Woche nix -- bis das nächste Erzieherinnengehalt kam : jeden Tag auf Arbeit -- Tetraplegiker in die Sitzschale raus und rein , 6 Äpfel,4 Tafeln Schoko.....Gefruchtet hats dann im Urlaub . Ich hab ihn 1,5 Jahre lang versorgt ...unter der Rubrik :" wenn du gehst, siehst du ihn nicht wieder" . Ich ging und hab ihn mir dann noch 4 Jahre lang mitm Fernglas angeschaut , die Treffen auf dem Spielplatz endeten immer beim RA . " Väteraufbruch für Kinder" hätte mir den Prozess gezahlt : da wär ich der erste Alleinerziehende Vater gewesen. Ihren Job hätte sie dann auf immer verloren .... und was sagt mein Sohn wenn ich ihm die Mutter schrotte ? Ich bin auch nicht der " Mann " für solche Aggressivitäten. Rückblickend war dieser Weg falsch. Er ist jetzt 40 --- trotz vielfältiger Versuche : ich kenne ihn nicht und weiß nichts von ihm . Ich wurde ihm komplett vorenthalten. und die Resilienz schwindet.
Ich wünsche allen Eltern viel Glück , die eine Trennung in guten Einvernehmen treffen können.

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herbert 09.02.2019, 17:52
3. Deutschlands Trennung und Scheidungsindustrie

ist eine gigantische Geldmaschine.
Deutschlands gelebtes Familienrecht Schlusslicht in der Welt
kennt seit ewigen Jahren nur eines in strittigen Faellen.
Kind zur Mutter und Vater zahlt.
Die Ex Justizministrin Leutheusser Schnarrenber schrieb einer Mutter : De Facto ist ein Umgangsrecht in Deutschand nicht durchsetzbar.
Sie haette es damals aendern koennen, hat sie aber nicht.
Also wird um das Kind gestritten, wobaei die Mutter oft verweigert und der Vater um ein Umgang betteln muss.
Die Instanzen hoch und runter und wenn bei der Scheidung noch ein Haus in den Streitwert kommt, dann gibt es eien satten Gewinner, die Trennung und Scheidungsindustrie.

Wenn ein Richter in einer Umgangssache dem Vater in Dortmund eine Stunde Umgang gewaehrt um sein Kind in Muenchen zu besuchen bei 1200 km, dann fragt man sich, was ist los im deutschen Familienrecht?
Deutschland kann Unmengen von anderen Laendern lernen wie es einfacher geht.
Aber im Bundestag sitzen Juristen und die werden vermutlich die Gesetze immer soviel aendern, dass weiter geklagt werden muss.

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dietmarcill 09.02.2019, 17:56
4.

Geht auch anders, hab mir damals , als meine Ex sich scheiden lassen wollte, einen muslimischen Anwalt genommen...der hat die Sache persönlich genommen.
Ende vom Lied: Sorgerecht für mich, hab dann meine beiden Töchter alleine gross bekommen, mich nicht mehr um eine Beziehung gekümmert und alles ist gut gegangen .
Hab aber nie gegen die Mutter meiner Töchter gearbeitet, ok, haben den Kontinent gewechselt aber nur aus Arbeitsgründen.....

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larzac 09.02.2019, 18:05
5. Alles für die Kinder tun!

Eineinhalb Jahre Mediation, immer mit einer weiblichen und einem männlichen Berater. Als ALLES unter Dach und Fach war, erklärte die Anwältin meiner Gattin ALLES für obsolet – daraufhin folgten weitere knapp fünfeinhalb Jahre Scheidung (mit allem, was man sich ausmalen kann an Vernichtungskrieg).
Das allerletzte Vierteljahr verplemperte die Anwältin vergeblich zur Klärung, ob ihrer Mandatin nicht doch 12,50 € mehr zustünden nach der Scheidung ….
Unsere beiden Kinder sind bis heute geschädigt, Sozialprognose: Ungünstig.
Woher diese Anwältin kam? Aus dem Beraterteam von „profamilia“ München (alle Daten vorhanden).

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Einhorn 09.02.2019, 18:16
6.

Zitat von qwer987
Wieso man nur ohne Vertrag heiratet, ich kann es einfach nicht verstehen. Wer bekommt das Haus, wer den Küchentisch, finazieller Ausgleich für Kinderbetreuung, Sorgerechtsangelegenheiten etc. Den ganze Trennungsfall kann man wirklich einfach vertraglich regeln, jeder Notar macht das (wichtig zu wissen, Notare sind in jedem Fall zur Neutralität verpflichtet, Rechtsanwälte nicht unbedingt). Die beste Gelegenheit den worst case in Ruhe und mittels einer fairen Lösung zu regeln ist, bevor er eintritt.
Kann man das Sorgerecht regeln, bevor die Kinder da sind? Das Gezerre ums Materielle ist ja harmlos, schlimm ist es, wenn die Kinder nur noch Druckmittel sind.

Es mag sein, dass es in erster Linie Frauen sind, die das Sorgerecht bekommen und Männer, die ums Umgangsrecht kämpfen (schon allein, weil althergebracht der Mann einen Job hat und die Frau nicht); aber ins Sachen Fairness sieht man auch Schlimmes. Sich vor Gericht mehr Wochenenden erstreiten, und die dann kurzfristig absagen, damit die Mutter zuhause bleiben muss z. B. Dass da dann jedes Mal ein Kind enttäuscht ist, interessiert keinen.

Das heute propagierte "Pendelkind" hätte ich jedenfalls als Kind auch nicht sein wollen, zu konträr waren die Lebenswelten von Mutter und Vater.

Der Brüller im Artikel ist für mich das Ehepaar, das sich vor Gericht um Geld streitet - während sie zusammenleben. Unvorstellbar.

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Sleeper_in_Metropolis 09.02.2019, 19:02
7.

Zitat von qwer987
Wieso man nur ohne Vertrag heiratet, ich kann es einfach nicht verstehen.
Darüber hinaus kann ich nicht verstehen, warum man heutzutage überhaupt noch heiratet. Zusammen Glücklich sein kann man auch ohne Trauschein. Und vor dem verschwinden des Glücks schützt auch eine Ehe nicht - es wird dann nur teurer und komplizierter.

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qwer987 09.02.2019, 19:05
8. Das geht

Zitat von Einhorn
Kann man das Sorgerecht regeln, bevor die Kinder da sind? Das Gezerre ums Materielle ist ja harmlos, schlimm ist es, wenn die Kinder nur noch Druckmittel sind. Es mag sein, dass es in erster Linie Frauen sind, die das Sorgerecht bekommen und Männer, die ums Umgangsrecht kämpfen (schon allein, weil althergebracht der Mann einen Job hat und die Frau nicht); aber ins Sachen Fairness sieht man auch Schlimmes. Sich vor Gericht mehr Wochenenden erstreiten, und die dann kurzfristig absagen, damit die Mutter zuhause bleiben muss z. B. Dass da dann jedes Mal ein Kind enttäuscht ist, interessiert keinen. Das heute propagierte "Pendelkind" hätte ich jedenfalls als Kind auch nicht sein wollen, zu konträr waren die Lebenswelten von Mutter und Vater. Der Brüller im Artikel ist für mich das Ehepaar, das sich vor Gericht um Geld streitet - während sie zusammenleben. Unvorstellbar.
Aber klar können Sie das Sorgerecht regeln, bevor die Kinder da sind. Das ist eine ganz normale Sorgerechtsvereinbarung, die können Sie jederzeit machen. Wenn noch keine Kinder da sind gilt die Soregrechtsvereinbarung eben für den Fall wenn es gemeinsame Kinder gibt.
Sie können ja auch schonmal eine Scheidungsfolgevereinbarung treffen bevor Sie heiraten, die gilt dann auch nur wenn sich scheiden lassen.
Wenn Sie nicht heiraten wollen machen Sie einen Partnerschaftsvertrag, da können Sie alles regeln, sogar wer wann was im Haushalt macht (zugegeben, da wird es dann ein bisschen absurd, aber möglich ist das ohne weiteres).
Vereinbaren kann man da so ziemlich alles, solagen es den Anderen nicht über Gebühr benachteiligt. Und wie genau Sie es mit dem Vertrag halten wollen ist dann Ihre Sache, niemand kann Sie hier zwingen Ihre vertraglichen Rechte einzufordern. Leben und Leben lassen...

Das Schloss am Kühlschrank ist schon wirklich der Abschuss.Aber was in solchen Fällen and Perfidität so alles abläuft glaubt man nicht wenn man es nicht gesehen hat...

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Sleeper_in_Metropolis 09.02.2019, 19:12
9.

Zitat : "Im Monat verdiene ich zwischen 8000 und 15.000 Euro brutto. Für meine eigenen Kinder hatte ich wenig Zeit. Heute bin ich 66 Jahre alt und würde es anders machen, also weniger Geld verdienen und dafür als Vater mehr Zuhause sein."

Das würde ich schon alleine mit Rücksicht auf das eigene Wohlbefinden anders machen. Bei den Stundensätzen kann man auch locker nur die Hälfte der Zeit arbeiten und muss immer noch nicht am Hungertuch nagen.

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