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Ein Workaholic erzählt: "Ich dachte nur noch an die Arbeit"
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Wie erkennt man, ob man arbeitssüchtig ist? Hier berichtet ein Betroffener - und verrät, wie er seine Sucht heute kontrolliert.

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fürmichistallesklar 07.09.2018, 15:28
1. 50 bis 60 Stunden pro Woche

Das Zitat:"In jener Zeit arbeitete ich fünfzig bis sechzig Stunden in der Woche" macht mich schon stutzig. Vor einem halben Jahr wurde ich 70 Jahre alt und arbeite bis heute jede Woche mehr als 60 Stunden, manchmal weit mehr. Ich bin weder verbrannt noch hat meine Frau das Gefühl, dass ich zu wenig Zeit habe für sie und die Familie habe. Ich gehe mit ihr in den Ausgang, gehe fein essen, mache Urlaub, wir treffen Freunde, usw.. Warum ich das weiss? Weil ich meine Familie frage und wir oft darüber sprechen. Meine Frau ist im Gegenteil froh, dass ich nicht ständig etwas unternehmen will mit der Familie.
Seit nunmehr 50 Jahren schlafe ich im Schnitt 4,5 bis 6 Stunden pro Nacht, dann bin ich wieder fit und habe dann halt um 08:00h schon 4 Stunden gearbeitet, wenn die Mitarbeiter so langsam eintrudeln. Nachher arbeite ich wie alle anderen auch meine 8 Stunden. Ich bin mich das so gewohnt und geniesse das Leben. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich in all den Jahren immer mein Hobby zum Beruf gemacht habe, nie einen längeren Arbeitsweg als 5 Minuten hatte.
Heute lebe ich in Asien (Thailand) und arbeite in einem 10 Meter von meinem Haus entfernten Büro, frühstücke mit meiner Frau (40). Und in welcher Branche glauben Sie wohl. In der IT. Wir programmieren, entwerfen Konzepte und setzen diese selbst um. De facto ausschliesslich für Europa.
Ich möchte damit eigentlich nur deutlich machen, dass es auch solche Menschen gibt. Ich akzeptiere sehr woh, dass es auch andere Arbeits-Modelle gibt. Nur liest man dann eben von diesen "Anderen Beispielen" nichts.

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weltbetrachter 07.09.2018, 16:05
2. ...kommt mir bekannt vor...

Als ich den Artikel las, dann war das auch MEINE Geschichte. Alles kommt mir bekannt vor. Am Ende stand ich kurz vor dem Zusammenbruch, Herzinfarkt, Schlaganfall. Der einzige Freund der mir damals geblieben war meinte: such dir etwas davon aus. Hilfe annehmen ? Zum Arzt gehen ? Nein, stand nicht in meinem Terminkalender. Es kam wir es kommen musste. Burnout - von der heftigen Sorte. Und plötzlich stand ich alleine da. Arbeit, Umfeld, Wohnung - alles aufgegeben. Mit dem Fahrrad, einem Zelt und Minimalausstattung habe ich dann die Kurve gekriegt und bin in ein EINFACHES Leben zurückgekehrt. Heute geht es mir wieder sehr gut - mit einer Erfahrung das mir so etwas nie wieder passiert. Dazu gehört jetzt auch mal NEIN zu sagen oder ein paar Tage ganz spontan wandern gehen.

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navysailor 08.09.2018, 05:37
3.

Ich glaube, ganz viel hat mit dem Srbeitsumfeld und der eignen Wuslifikation zu tun. Wenn ich etwas mache, was ich ggf. nicht kann oder ich ein Arbeitsumfeld habe, welches mich überfordert, dann muss man das erkennen und handeln. Ich arbeite 50h die Woche und bin mittlerweile fit in meinem Job. Deswegen fühle ich mich wohl und sehe stressige Phasen eher positiv.

Dazu hilft reden mit dem Partner und den Freunden ;)

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markus.w77 08.09.2018, 07:51
4.

erstmal finde ich den Artikel sehr "merkwürdig " geschrieben. Wortwahl und Satzbau sind irgendwie wie bei einem Aufsatz 7.Klasse.
Und dann etwas unverständlich wieso 50-60 Stunden arbeiten, ohne Pause, aber dann doch irgendwie alles aufschieben und nix fertig bekommen?? Was arbeitet er denn in der Zeit?
Ich hab auch immer viel und gerne gearbeitet, genieße heute aber auch die 40-45 h Woche. Starkes Familiäres Umfeld oder Freunde zum reden sind wichtig, dann klappt's auch mit der Balance

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digge8 08.09.2018, 11:43
5. echt jetzt, dass könnte mir nicht passieren

Ich habe meine Arbeitszeit auf 20h reduziert und verbringen die gewonnene Zeit im Garten und beim haltbarmachen der dort gezogenen Leckerreien. Das Einkommen reicht für ein gutes leben dennoch, und Arbeitssucht könnte ich mir echt nicht vorstellen. Aber so wählt jeder seine Prioritäten.

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krautrockfreak 08.09.2018, 12:30
6. Man sollte ab und zu über seine Situation reflektieren und rechtzeitig

intervenieren. Wenn jemand bis zum Umfallen arbeitet, dann vielleicht weil er extrem gutes Geld kriegt und den Erwartungen gerecht werden will. Das wäre ja ok solange er sich gut dabei fühlt. Falls nicht, einfach mal sich selbst fragen, ob das noch in Relation zum Gehalt steht. Warum soll ich mich für die Firma aufopfern, es dankt einem am Ende eh keiner.
Aber dazu bedarf es einer gewissen Erkenntnisfähigkeit, die leider nicht jeder hat. Und die kriegen dann den Burnout. Jeder Chef sollte da aber rechtzeitig die Notbremse ziehen.

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ansv 09.09.2018, 17:39
7.

Zitat von markus.w77
erstmal finde ich den Artikel sehr "merkwürdig " geschrieben. Wortwahl und Satzbau sind irgendwie wie bei einem Aufsatz 7.Klasse. Und dann etwas unverständlich wieso 50-60 Stunden arbeiten, ohne Pause, aber dann doch irgendwie alles aufschieben und nix fertig bekommen?? Was arbeitet er denn in der Zeit? Ich hab auch immer viel und gerne gearbeitet, genieße heute aber auch die 40-45 h Woche. Starkes Familiäres Umfeld oder Freunde zum reden sind wichtig, dann klappt's auch mit der Balance
ich kann kaum zählen, wie vielen Menschen ich in meier Laufbahn begegnet sind, die unglaublich viel Zeit an ihrem Arbeitsplatz verbracht, aber eigentlich nichts wirklich messbares geleistet haben. Diese "Anwesenheitskultur" ist gerne mal der erste Nagel zum Sarg.

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markus_wienken 09.09.2018, 20:49
8.

Zitat von digge8
Ich habe meine Arbeitszeit auf 20h reduziert und verbringen die gewonnene Zeit im Garten und beim haltbarmachen der dort gezogenen Leckerreien. Das Einkommen reicht für ein gutes leben dennoch, und Arbeitssucht könnte ich mir echt nicht vorstellen. Aber so wählt jeder seine Prioritäten.
Arbeitssucht oder vielleicht Spaß kenne ich von nicht wenigen Kollegen aus der IT, Hobby ist Beruf. Da wirds dann schwierig abzuschalten ohne Ausgleich und anderen Interessen.
In jungen Jahren macht es vielleicht noch Spaß, im Alter wirds dann schwieriger und spätestens zur Rente fällt man in ein Loch weil das Hobby IT die Freizeit oftmals nicht mehr ausfüllen kann.
Insofern kann es gefärlich sein, sein Hobby zum Beruf zu machen ohne weitere Interessen zu haben.

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JustOneAlexMore 10.09.2018, 16:12
9.

#1 toller Hecht!
Mit 70 seit über 50 Jahren über 60Std die Woche arbeiten und max. 6 Std schlafen - das klingt echt beneidenswert! Immer dieses „wenn ich das kann, soll sich keiner anstellen“ .. naja, immerhin gegen die Fabrikarbeiterinnen in ihrer Wahlheimat sind sie ein fauler Hund ;)

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