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Frag die Karriereberaterin: Wie wechsle ich in meinem Alter die Branche?
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Wer in seinem Job fit ist, muss doch auch für andere Branchen attraktiv sein, oder? Wer den Umstieg versucht, wird jedoch oft enttäuscht. Einige Indikatoren verraten schon vorab, wie die Chancen stehen.

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thomasbär 20.09.2017, 07:16
1. geht am ehesten innerhalb einer 'Branchengruppe'

aus eigener Erfahrung denke ich, dass es wichtig ist, wie weit die Branchen auseinander sind. Anfrorderungen und Denke sind z.B. innerhalb der Investitionsgüterindustrie (mein Bereich) ähnlich, aber z.B. Consumer-Kollegen haben eine so verschiedene Denkstrutur, dass sogar Arbeitsgruppen mit Vertretern aus beiden Bereichen auch bei bestem Willen schwierig sind. Wir haben das mal nach einer derartigen Gruppe reflektiert: beide Seiten waren überrascht "wie anders" die andere Seite ist.
Innerhalb der Gruppe: ich bin vor Jahren aus dem Kraftwerksbereich als CTO in die Mobilitätstechnik gegangen, das war im Rückblick leichter als gedacht. Allerdings: ich war für die neue Stelle vom Headhunter angesprochen worden.

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observerlbg 20.09.2017, 07:19
2. Was dieser Beitrag real als Mehrwert bringt:

Frau Swenja Hofert nimmt vielen Managern den Wind aus den Segeln, das ist gut. Die Hybris, die viele Führungskräfte ungerechtfertigterweise haben, hat schon so manches Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht. Aber auch "einfache" Angestellte machen sich oft Illusionen bezüglich ihres Marktwertes. Ich gehe immer davon aus, dass ich als Quereinsteiger einstweilen als "Praktikant" und dann als "Lehrling" anfange und sehr kleine Brödchen backe. Es ist auch schön, sich älter werdend von Ballast zu befreien und mit wenig Gepäck zu reisen. Wenn man sich allerdings schon komfortabel eingerichtet hat, und das noch finanzieren muss; tja, dann muss man weiter seinem alten Dienstherrn dienen. Mit allen Konsequenzen. Interessante Betrachtung des Begriffes "Freiheit".

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Selberimbewerbungsmodus 20.09.2017, 08:20
3. Kleinstadtbanker mit sechsstelligem Gehalt...

... ist schon ein sehr abstruses Beispiel und daher für den Leser nicht hilfreich. Svenja Hofert tänzelt dann auch wieder gekonnt durch ihre Erfahrung aus 35 Büchern und am Ende bleibt noch mal welcher konkrete Ratschlag? Theo ist mit 41 noch nicht am Ende. Er braucht aber definitiv fundiertere Beratung.

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hagr 20.09.2017, 08:56
4.

Zitat von observerlbg
Frau Swenja Hofert nimmt vielen Managern den Wind aus den Segeln, das ist gut. Die Hybris, die viele Führungskräfte ungerechtfertigterweise haben, hat schon so manches Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht. Aber auch "einfache" Angestellte machen sich oft Illusionen bezüglich ihres Marktwertes. Ich gehe immer davon aus, dass ich als Quereinsteiger einstweilen als "Praktikant" und dann als "Lehrling" anfange und sehr kleine Brödchen backe. Es ist auch schön, sich älter werdend von Ballast zu befreien und mit wenig Gepäck zu reisen. Wenn man sich allerdings schon komfortabel eingerichtet hat, und das noch finanzieren muss; tja, dann muss man weiter seinem alten Dienstherrn dienen. Mit allen Konsequenzen. Interessante Betrachtung des Begriffes "Freiheit".
Genau. Und wenn man dann etwas dazugelernt hat, backt man dann irgendwann auch richtige Brötchen;)

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Pango 20.09.2017, 08:56
5. Das wird nix, Theo

Realistisch betrachtet: Welches Unternehmen in einer durchschnittlichen Kleinstadt kann es sich leisten, einem Ex-Banker ein sechsstelliges Jahresgehalt zu finanzieren? Welche Schlüsselfähigkeiten könnte er wohl einbringen, die entscheidend zum Unternehmenserfolg beitragen – und nicht von wesentlich günstigeren Fachkräften erbracht werden können? Mag sein, dass es irgendwo solch einen Posten gibt; die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte einem Lottogewinn entsprechen. Optionen: a) Zähne zusammenbeißen und weiterhin ein üppiges Schmerzensgeld (=Gehalt) einstreichen. Bei Mut/Erfolgsaussichten dienstlich gegen den Vorgesetzten vorgehen. b) Doch familiären Umzug prüfen. c) Mit deutlichen Abstrichen am bestehenden Standort umorientieren.

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postmaterialist2011 20.09.2017, 09:34
6. Typisch Deutsch !

Schuster bleib bei Deinen Leisten, heisst es in diesem Land schon seit jeher. Wer einmal in einer Branche angefangen hat, der wird in diesem Land seltenst in 20 Jahren in einem komplett anderen Bereich arbeiten. Vielleicht auch einer der Gründe wieso die Masse der kreativen und innovativen Unternehmen aus den USA kommen. Ich war gerade privat im Silicon Valley und habe mich mit Bekannten unterhalten, die bei Apple, Facebook und Netflix arbeiten. Kein einziger hatte ein klassisches IT-Studium, oder hat in dem Bereich angefangen, in dem er jetzt tätig ist. Eine Tech-Beraterin mit gutem 6-stelligen Gehalt hat Modedesign studiert, eine Kundenberaterin war auf der Filmakademie, andere hatten Psychologie studiert und sind jetzt Programmierer. Anders in diesem Land, einmal durch Zufall in Asien im Bereich Pharma gearbeitet, wird man niemals für Südamerika und Konsumgüter angesprochen, bzw. bei einer Bewerbung berücksichtigt werden. Ich habe in der Zwischenzeit mehr als 25 Jahre Berufserfahrung in 4 Branchen und auf 3 Kontinenten und kann nicht bestätigen, dass verschiedene Branchen so gar nicht kompatibel sind. Mit einem guten Basisrüstzeug, einer offenen Persönlichkeit und der Bereitschaft zum lebenslangen Lernen, kann man in jeder Branche Erfolg haben. Wer z.B. gut neue Märkte entwickelt, für den ist es prinzipiell egal ob er in der Chemie, Automobil oder Modeindustrie, in China, den USA oder in Europa arbeitet, er wird überall Erfolg haben. Jemand der vor 30 Jahren durch Beziehungen in einen Job gespült wurde, sich nie weitergebildet hat und Windows XP immer noch als das Mass aller Dinge sieht, der wird es schwer haben, das war allerdings schon immer so.

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hagr 20.09.2017, 09:43
7.

Wir leben im Land der Zertifikate und Isonormen. Einer arbeitet, fünf prüfen, ob er auch für jeden Furz, den er lässt, ein Jodeldiplom hat und alles feinst säuberlich dokumentiert ist. Wir leben in einem Land, das den Stillstand verwaltet. Es wird so gerne verwaltet, weil das die Jobs am Leben hält, die Politiker ihren Liebsten zuschustern können.

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radler2 20.09.2017, 10:00
8. Sollte Stokowski mal lesen...

"Frauen erlebe ich übrigens als pragmatischer und offener für Positionen, die nicht auf dem vorherigen Niveau liegen, aber den Quereinstieg ermöglichen."
Bedeutet dann erst Mal weniger Geld.
Führt dann zu einem "PayGap".

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magic88wand 20.09.2017, 10:05
9. Nicht kompatibel?

Nein, der tatsächliche Grund ist ein ganz anderer. Nichts wird in einer Branche mehr gefürchtet als die Öffnung für den Quereinstieg. Berufsverbände und Gewerkschaften denken sich Einstiegshürden aus und präsentieren sie dem Gesetzgeber (natürlich unter dem Vorwand der Qualitätssicherung). Denn wenn jeder einfach rein kann, würde das das Gehaltsniveau drücken. Deswegen ist es ungeschriebenes Gesetz, dass Quereinsteiger zu vermeiden sind, egal welchen Alters.

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