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Gerechtere Bezahlung von Frauen: Zwei Drittel der Betriebe ignorieren Entgelttranspar
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Per Gesetz wollte die Bundesregierung die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern vorantreiben. Doch der Mehrzahl der Betriebe ist das egal.

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m.sc. 11.01.2019, 06:51
1. ob das Ziel so erreicht wird

im öffentlichen Dienst gibt es Tabellen in denen man nachschlagen kann, wieviel jeder verdient. Wenn sich Löhne angleichen sollen, passiert das aber nicht zwangsläufig zum Guten. An Unis hört man oft: "wie sie wollen als Doktorand mehr als 50 Prozent ihrer Stunden bezahlt bekommen? Es bekommen doch alle nur die Hälfte der Stunden bezahlt"

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Newspeak 11.01.2019, 06:56
2. ...

Was erwartet man denn, wenn man ein Gesetz erlaesst, aber sich nicht darum kuemmert, die Einhaltung zu kontrollieren?

Offenbar ist es den Frauen aber auch egal. Oder allgemein allen, die im Vergleich zu Kollegen zu schlecht bezahlt werden. Ein bisschen muessen die Leute auch selber mitmachen, wenn sie meinen, es gibt da einen Missstand. (Ich bin ja der Meinung, jeder verdient in Deutschland erst mal 50% mehr, dann haette man wieder vernuenftige Loehne, von denen man sein Leben lang leben kann).

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h3ld 11.01.2019, 06:59
3. Guter Deal - schlechter Deal

Ehrlich gesagt verstehe ich das Problem des Gender Pay Gap nicht so richtig. Also wenn man einen Vetrag individuell verhandeln kann und der Mann mehr Geld aushandelt und die Frau weniger Geld aushandelt, dann würde ich das immer auf die individuelle Verhandlungsstärke zurückführen. Wenn die Mitarbeiter nach Tarif bezahlt werden gibt es doch glaube ich sowieso keine Unterschiede zwischen der Bezahlung.
Also ich verstehe wirklich nicht warum da so ein großes Thema draus gemacht wird.
Bin ein Mann aber wenn ne Frau einen besseren Deal gemacht hat kann ich mich doch höchstens über mich selber ärgern aber kann doch nicht sagen "Weil die Frau einen guten Deal gemacht hat möchte ich das gleiche haben".
Vielleicht habe ich das Thema auch falsch verstanden, dann bitte ich um Erklärung :)

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Lagrange 11.01.2019, 07:06
4. tja ..

... vielleicht liegt es auch einfach daran, dass es ein unsinniges Gesetz ist. Ähnlich wie die Mietpreisbremse oder die PKW-Maut hat die Regierung hier ein komplett unausgereiftes Gesetz auf den Weg gebracht, nur um ein Wahlversprechen einzulösen. Ich würde lieber 1 Jahr länger auf die Gesetzesentwürfe warten, wenn sie dann Hand und Fuß hätten.

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polza_mancini 11.01.2019, 07:07
5. Hmmm...

die wichtigste Frage hätte ich jetzt aber gerne auch noch beantwortet: wie viele Gehälter wurden denn in den immerhon rund 25 % Betrieben, die mitgemacht haben, tatsächlich angepasst, also wo gibt es eine tatsächliche Benachteiligung bei gleicher Tätigkeit? Oder hat dieses Bürokratiemonster gerade deswegen keine Aktivitäten ausgelöst, weil sogar die Betriebs- und Personalräte keinen Handlungsbedarf gesehen haben, also wissen, dass der gender pay gap Dummfug ist?

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loncaros 11.01.2019, 07:08
6.

Würde mich überraschen, wenn bei 2/3 aller Betriebe überhaupt jemand die Auskunft nach Entgeldtransparenzgesetz gefordert hätte.

Wie soll man sich an etwas nicht halten, wenn es nicht gefordert wurde?

Und was diese Berichte angeht, naja. Wir (WP/StB) haben Kunden, die jedes Jahr lieber 30 tsd € Strafe zahlen, als einen Jahresbericht zu veröffentlichen...

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hareck 11.01.2019, 07:15
7. Kleine Betriebe

müssen sich mit hunderten von Gesetzen und Regulierungen herumschlagen. Ich spreche aus Erfahrung.
Da wird die Bereitschaft, wenn jetzt noch eins dazu kommt, überschaubar bleiben.

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YvesBrunner 11.01.2019, 07:32
8.

Das Gesetz ist komplett sinnlos, da logischerweise auch gleiche Jobs unterschiedlich bezahlt werden.

Ich betreibe Webseiten und habe 10 Schreiber für meine Webseiten. Die werden komplett unterschiedlich bezahlt, je nach dem wie gut sie sind. Ob Frau oder Mann interessiert da recht wenig, sondern nur wie gut die Qualität der Arbeit ist.

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Pela1961 11.01.2019, 07:35
9. Wie üblich -

Gesetze, die ansatzweise "die Wirtschaft" einengen, werden von vornherein als zahnlose Tiger entworfen. Strafandrohung gleich Null. Getoppt wird das nur noch von der beliebten "Selbstverpflichtung der Firmen". Das ist so ähnlich wie eine Selbstverpflichtung der Autofahrer, nicht zu schnell oder betrunken Auto zu fahren. Ohne Strafandrohung - kein Erfolg. Könnte man ja selbst drauf kommen als Gesetzgeber. Oder aus Erfahrungen lernen. Aber irgendwie scheint der Gesetzgeber entweder total beratungsresistent zu sein oder zu lobbyabhängig. Oder Beides.

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