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Hessen: Zu viele Hausbesuche - Landärzte müssen Honorar zurückzahlen
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Viele Patienten auf dem Land sind darauf angewiesen, dass der Arzt zu ihnen kommt. Zwei hessische Mediziner müssen nun jedoch Tausende Euro zurückzahlen, weil sie angeblich zu oft Hausbesuche machten.

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dunnhaupt 16.04.2018, 20:30
1. Strapazen einer Landarzt-Karriere

Ich hatte zwei Landärzte unter meiner zahlreichen Verwandtschaft. Stadtbewohner machen sich keinen Begriff von den Strapazen einer solchen opferbereiten Karriere. Bei Eis und Schnee, Wind und Wetter, über Stock und Stein, bei Nacht und Nebel müssen sie ihre Patienten aufsuchen -- von den Bedingungen, unter denen manche leben, ganz zu schweigen. Ärzte, die nie ihre moderne, hygienische Praxis verlassen, können da gar nicht mitreden.

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Paddel2 16.04.2018, 20:35
2. Lehren ziehen

Schön blöd, wer heute noch Landarzt werden will. Der Job lohnt sich in Zukunft nur noch in der Stadt, was den Zuzug in die Städte noch weiter anheizen und die Preise für Wohnraum nach oben treiben wird. Ich würde mir als Landarzt jeden Hausbesuch von den Kassen genehmigen lassen bevor ich ausrücken würde. Am Ende leiden die Patienten. Das aber ist nötig, damit es einen Aufschrei gibt. Ich würde meine Kasse verklagen, würde sie einen sinnvolles Hausbesuch ablehnen. Herr Span, sie müssen handeln. Senken Sie nicht die Beiträge sondern zwingen Sie die Kassen, mehr Zahlungsbereitschaft zu zeigen.

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KlausHoffmann 16.04.2018, 20:35
3.

Die Kassenärztlichen Vereinungungen sind überflüssig. Die Krankenkassen sollten direkt Anreize zur gleichmässigen Versorgung setzen können. Es nutz nichts, wenn immobile Patienten mangels Arztbesuch ins Krankenhaus müssen.

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spmc-12355639674612 16.04.2018, 20:36
4. Das ist ja wohl der Gipfel!

Früher war es üblich, dass unser Kinderarzt zu uns nach Hause kam, in Notfällen auch der Bereitschaftsarzt. Dadurch konnte man auch verhindern, dass andere sich in einer überfüllten Praxis anstecken. Ein Kind mit hohem Fieber ist für mich als Anlass für einen Hausbesuch IMMER akzeptabel.
Ich hätte gerne gewusst, wie eine "Prüfungskommission" entscheiden will, in der die Mediziner die Minderheit bilden. Meine Frau und ich zahlen monatlich ca. 1000 Euro an die Krankenkasse, erwarten aber dafür im Ernstfall eine ordentliche Leistung! Dann aber schieben die Krankenkassen etliche Milliarden vor sich her und entlohnen ihre zu vielen Vorstände fürstlich. Gibt es dafür auch eine "Prüfungskommission"?

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hansgustor 16.04.2018, 20:37
5. Stadt, Land, Flucht

Ich wohne mitten in Stuttgart, da gibt es auch Ärztemangel. Die meisten Ärzte lehnen einen schon ab wenn man sich gesund vorstellen möchte. Einzig die Nur-Privatversicherte-Ärzte nehmen noch auf. Wo sind denn die ganzen Ärzte eigentlich?

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Velociped 16.04.2018, 20:43
6. Es gibt einen Grund für den Ärztemangel auf dem Land

Der Ärztemangel auf dem Land hat einen Grund. Natürlich möchten Leute auch auf dem Land praktizieren. Ein gewisser Gehaltsabschlag ist auch akzeptabel - schließlich sind auch die Praxiskosten geringer. Aber deutlich weniger Privatpatienten und viele Hausbesuche, die nicht nur schlecht, sondern wie hier gar nicht bezahlt werden, führen zur Unrentabilität der Arztpraxen.

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alterLeser 16.04.2018, 20:53
7. Ein Vergleich

Ich kenne persönlich eine Ärztin und einen Arzt, die im gleichen Jahr aus dem damals kommunistischen Ungarn emigriert sind. Der Arzt ist nach Deutschland, die Ärztin in die Schweiz gezogen. Beide haben eine Spezialarztqualifikation erworben. Sie sind gleich alt und dürften auch gleich begabt und qualifiziert sein. Die Ärztin gibt nun ihren Beruf als mehrfache Millionärin in der Schweiz auf. Der Arzt gibt seine Tätigkeit in Deutschland ebenfalls auf, muss aber mit seiner Ehepartnerin von Deutschland nach Ungarn ziehen, weil er dort mit seiner Rente besser überleben kann. Was läuft schief im deutschen Gesundheitswesen?

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genugistgenug 16.04.2018, 20:56
8. Eigenes Geld mitbringen?!

Muss der Arzt nun eigenes Geld mitbringen um seine Arbeit zu finanzieren?
Wer hat eigentlich den Aufwand dieser Kommission bezahlt und wie hoch war der genau?

Da bleibt nur noch die Radikallösung: Der Patient stellt bei der Krankenkasse einen Antrag auf Hausbesuch, die setzt sich dann mit dem medizinischen Dienst der Krnakenkassen (MDK) in Verbindung, die prüfen und kontaktieren dann den Arzt/die kassenärztliche Vereinigung. Dort wird per Gutachten die Notwendigkeit geprüft und um den billigsten Anbeiter zu finden, europaweit ausgeschrieben. danach findet der Arztbesuch statt und der Arzt bekommt sein Geld nach vielen Monaten und Mahnungen. Sollte der Patient versehentlich wieder selbst gesund geworden oder gar verscheiden sein, dann bekommt der Arzt gar nichts für seinen Aufwand. Das war noch Satire! Oder?

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bauklotzstauner 16.04.2018, 20:56
9.

Es ist höchste Zeit, das gesamte staatliche Gesundheitssystem umzubauen.

Statt des Abrechnungswahnsinnes gäbe es eine einfache und praktikable Lösung: Eine Gesetzliche Krankenkasse für alle - und die stellt die Ärzte ein. Und das zum angemessenen Festhonorar - ergänzt um Erschwerniszuschläge etwa für Landärzte, die ihre Patienten zu Hause besuchen müssen.

Der Vorteil liegt auf der HAnd: Der Arzt hat sein sicheres Einkommen, verdient uinabhängig von der ZAhl der tatsächlichen PAtienten (statt wie jetzt ausgerechnet dann weniger zu bekommen, wenn er besonders viele Patienten behandeln muß, weil das "Budget" aufgebraucht ist) , die Schwester muß nicht mehr stundnelang jeden Behandlkungsschrit einzeln nach Katalogen abrechnen, sondern ist allein damit beschäftig, dem Arzt zur hAnd zu gehen und die Medikamentenverschreibungen zu verwalten.

Im Ergebnis wird der Beruf des Landarztes wieder attraktiv, und die Ärzte können sich endlich auf das konzentrieren, was ihren Beruf eigneltich ausmacht: Menschen gesund machen und gesund erhalten. Statt sie kränker zu schreiben, als sie sind, weil etwa für eine (oft überflüssige) OP mehr Geld fließt, als für eine herkömmliche Therapie mit dem gleichen Ergebnis: einem gesundeten Patienten.

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